Nichts ist beständiger als der Wandel

Daher möchte ich euch einladen, zukünftig auf www.wandelpunkt.de/blog von mir zu lesen. Wer sich für Wissenswertes rund ums Texten und aktuelle (Auftrags-)Arbeiten interessiert, findet dort Lesestoff. Der RSS-Feed rechts zeigt euch eine Liste der aktuellen Posts.

Herzliche Grüße

Peggy

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Kreativ: Verwandle die Welt um dich herum

Nur du allein hast die Macht, den Ort, an dem du lebst, zu einem wunderschönen Ort zu machen.

(frei nach „Die Kunst, ein kreatives Leben zu führen“, F. Bednarz)

„Was heißt kreativ für dich?“ habe ich im letzten Blogbeitrag gefragt. Zwei Antworten teile ich hier mit euch. Von beeindruckenden Frauen, die ich schon lange kenne; die eine live und in Farbe, die andere aufgrund der weiten Entfernung aus vielen wunderbaren E-Mails.

Jule von den Patentanten ist Designerin und hat ein unglaubliches Händchen für schöne Dinge. Rebecca, besser bekannt als selbsternannte Mittelmaßmama, hält ihre Weltsicht in treffenden Karikaturen fest. Vielen Dank euch beiden für eure spontanen Antworten!

„Was heißt kreativ für dich?“

Rebecca:

2 Cartoon für Peggy.22.2015

Jule: Kreativität für mich ist dieses Gefühl, wenn mein Tun aus dem Bauch heraus passiert.

Wenn ich dieses fließende Gefühl in mir spüre aus dem eine fast unaufhaltsame Handlung folgt.

Spontanität gehört dazu & es geht einfach, egal um was es geht.

Ein schöpferischer Vorgang, der nicht festgelegt ist auf einen bestimmten Bereich.

Es kann sich um Kleidung drehen, um Räume, um die Gestaltung eines Events, gleich ob im Kleinen oder im Großen.

Kreativität ist, wenn unterschiedliche Puzzlestücke sich zu einem großen Ganzen fügen & ein harmonisches Bild ergeben.

Wenn meine Kreativität in der Welt, mit den Menschen zu einer runden Sache wird, macht mich das sehr zufrieden & glücklich.

Kreativität ist bereichernd, das zeigen diese beiden ganz persönlichen Blickwinkel. Vielen herzliche Dank euch! Ich freue mich über weitere Stimmen und Kommentare und wünsche allen, die diese Zeilen lesen, glückliche Stunden und Tage. Nutzt eure Macht und macht den Ort, an dem ihr seid, zu einem wunderbaren Freiraum.

 

 

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Was heißt kreativ für dich?

Am Freitag vor zwei Wochen sprach Frank Berzbach beim Jahrestreffen des Texterverbands über „Kreativität“. Während draußen die warme Novembersonne vom blitzblauen Himmel brannte, saßen dunkelgekleidete Frauen und Männer im fensterlosen Keller der MCAD Creative School in München und lauschten seinem Vortrag. Freiwillig. Ich auch. Und ja, es war gut. So gut, dass ich mein Ideenbüchlein zückte und mir Notizen machte. Ein paar Aussagen haben meine Fantasie angeregt. 1, 2, 3:

1 Jede(r) kann ein kreatives Leben führen.

Denkt ihr beim Stichwort „kreativ“ auch zuerst an Künstler, Werber oder Designer? Dabei heißt kreativ sein ja nichts anderes, als das wir unsere Fantasie einsetzen. Fantasie haben wir alle. Also kann jeder von uns kreativ sein. Ob wir das auf unser Leben und vor allem auf unsere Arbeit übertragen, hängt meiner Meinung nach von unserer Motivation ab. Weiterlesen

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Sendepause

Zunächst einmal: Verzeiht bitte mein Schweigen. Auf mum02 bewegt sich in diesem Jahr nicht viel, dafür bewegt sich umso mehr in meinem Leben als berufstätige und selbständige Mutter. Warum ich das nicht mit euch teile? Dafür gibt es zwei Gründe:

  1. Weil sich Prioritäten verschoben haben, fehlt mir momentan die Zeit dafür
  2. Weil Privates manchmal privat bleiben soll, will ich das Seelenleben meiner Kinder nicht im Internet ausbreiten

Wie lange die Sendepause dauern wird und was die Zukunft bringt: Darauf bin ich selbst gespannt. An dieser Stelle einfach ein großes Dankeschön fürs Lesen und Miterleben und allerherzlichste Grüße

Peggy alias mum02

P.S. Ein kleines Geschenk: Falls ihr es noch nicht kennt oder neu entdecken wollt, das „Holstee Manifesto“ fasst wunderbar in Worte, was im Leben wirklich zählt.

 

Quelle Beitragsbild:

https://cdn.shopify.com/s/files/1/0031/5352/files/holstee-download-manifesto-sarah-ipad.jpg?6081006798328252554

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Papa in Kolumbien: Rituale tun richtig gut (Teil 11)

Alveiro aus Kolumbien erzählt:

Ich bin immer ein sehr positiver, enthusiastischer Mann gewesen. Als ich jung war, konnte ich spirituelle Dinge weniger schätzen. Jetzt wo ich Kinder habe und älter bin, reflektiere ich mehr. Meinen Kindern und Mitmenschen möchte ich vermitteln: „Um dich herum gibt es viele, die leiden, denen es schlechter geht als dir. Halte dir das vor Augen und schätze, was dir zuteilwurde“. Nach dem Aufwachen und vor dem Schlafengehen bete ich zu Gott und danke ihm. Als Familie sind uns Rituale sehr wichtig. Am letzten Samstag jeden Monats feiern wir zu Hause einen “Talentabend”. Unsere Töchter lassen sich jedes Mal eine Überraschung für uns einfallen: Sie proben ein Lied oder einen Tanz, denken sich ein kleines Thaterstück aus. Als wir kürzlich das betreffende Wochenende mit Freunden verbrachten, schienen die ganz schön erstaunt, was unsere kleinen Mädchen auf die Beine stellten. Obwohl wir gar nicht zu Hause waren fragten Danna und Juliana gegen Abend: “Ist es Zeit für unseren Auftritt?”. Im Garten des Ferienhauses schufen sie eine Bühne, die sie mit Luftballons dekorierten. Sie verkleideten sich und gingen völlig auf in ihrer Darbietung.

 

Rituale sind ein schöner Weg, die Perspektive zu wechseln und der Kreativität freien Lauf zu lassen. Es gibt so viele Möglichkeiten, seinen Kindern zu signalisieren: “Ich liebe euch, ich bin für euch da”. Man braucht ihnen nicht unbedingt etwas zu kaufen. Viel eher ermutige ich sie, selbst etwas zu machen. Erziehung heißt für mich, mit den Kindern zu reden, eine Atmosphäre zu schaffen in der sie sich wohl fühlen, etwas beitragen können, gehört werden, Erlebnisse teilen können. Auch im Umgang mit anderen Menschen halte ich diese Werte hoch. Es ist der beste Weg zu einem friedlichen Miteinander, zu einem friedlicheren Kolumbien.

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Papa in Kolumbien: Über Karriere, Kinder, Tanzen und Leidenschaft (Teil 10)

Was mir Karriere bedeutet? Sie ist mir wichtig und ich liebe meine Arbeit leidenschaftlich. Durch sie kann ich das Leben von Menschen positiv beeinflussen. So vieles verdanke ich der Tatsache, dass ich gutes Englisch lernen durfte: Ich treffe Menschen mit unterschiedlichsten Hintergründen und bereise viele Länder.

Zum anderen bin ich wahnsinnig stolz auf meine Töchter. Ihre Ankunft hat mich auf jeden Fall verändert. Kinder geben dem Leben mehr Bedeutung. Beispielsweise genieße ich es so sehr, nach Hause zu kommen. Schon wenn ich das Büro verlasse, freue ich mich darauf, Zeit mit meinen Kindern verbringen zu können. Komme ich zur Tür herein, fallen sie mir oft in die Arme und küssen mich. Wenn sie noch nicht mit den Hausaufgaben fertig sind, helfe ich ihnen dabei. Oder wir tanzen. Ich werde selbst wieder zum Kind. Du weißt ja, ich arbeite viel mit jungen Menschen und kann mich gut in sie hineinversetzen, auch kenne ich viele Lieder aus den Camps. Zuhause nennen sie mich daher auch ihr „Entertainment Commity“. Ich ziehe Grimassen und wir bringen uns gegenseitig zum Lachen. Wir rollen auf dem Teppich herum und haben Spaß. Hätte ich Söhne, würde ich diese sicher genauso genießen, aber mit Töchtern ist es vielleicht ein wenig besonders. Es gibt wohl so eine spezielle Liebe zwischen Töchtern und Vätern. Meine Frau witzelt manchmal: „Oh, ihr liebt nur euren Papa, mich liebt ihr nicht“, aber natürlich lieben sie ihre Mama über alles, das weiß sie auch.

 

Tanzen ist meine große Leidenschaft. Früher war ich ein guter Salsa-Tänzer, als Student ging ich freitagabends immer aus und feierte bis in die Nacht. Beim Fussball bin ich ein begeisterter Zuschauer, den Uefa-Cup verpasse ich nie. Ich wünschte, ich wäre selbst sportlicher. Yudy und ich haben uns vorgenommen, gemeinsam mehr Sport zu treiben – laufen zu gehen oder Fahrrad zu fahren. Wir beide sollten ein wenig abnehmen, doch die Arbeit ist eine gute Ausrede.

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Papa in Kolumbien: YMCA als Sprungbrett (Teil 9)

Dank seiner aufgeschlossenen Art und guter Englischkenntnisse steigt Alveiro beim YMCA ein und auf:

Boyscout Camps und neue Freunde

Mein erster Auftrag führte mich während den Sommerferien nach Pennsylvania in ein Boyscout Camp, eine Art Pfadfinderlager. Kurz darauf hängte ich den Verkäuferjob an den Nagel und wurde Vollzeitlehrer. Während der Sommerferien nahm ich wieder einen Job als Campguide an, für drei Monate im Upstate New York. Wieder traf ich einen Menschen, der mich einen Schritt weiterbrachte: Er bot mir die Teilnahme an einem Traineeprogramm für „Recreation“ (Freizeitgestaltung) an. Die 18-monatige Ausbildung fand im US-Bundesstaat Conneticut statt. Während dieses Aufenthalts tauchte ich ein in die Kultur des Landes und lernte wirklich gut Englisch zu sprechen.

 

Programmdirektor und Lehrer

Im Jahr darauf bot mir die YMCA Kolumbien an, das International Camp Counselor (ICCP)-Programm auf ehrenamtlicher Basis zu leiten.[1] Nebenher arbeitete ich weiterhin als Englischlehrer. Sieben Jahren später berief mich die internationale YMCA nach New York City, wo ich ein halbes Jahr in administrativen Dingen geschult wurde. Zurück in Kolumbien wollte die damalige Geschäftsführerin der YMCA Kolumbien mich in Vollzeit einstellen. Das kam sehr unerwartet. An für sich war ich glücklich als Lehrer, ich unterrichtete zu der Zeit an zwei verschiedenen Universitäten und verdiente genug Geld, um meinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Der Job bei der YMCA versprach mehr Arbeit und weniger Geld. Doch sie blieb hartnäckig: „Ob in Teil- oder Vollzeit, ich will dich hier an der YMCA Bogota haben. Du hast viele Talente und passt gut hier her.“ Sie verpasste mir eine Art Gehirnwäsche, in dem sie mir quasi täglich vor Augen hielt, wie viel ich bereits von der Organisation profitiert hätte, dass ich diese Erfahrungen weitergeben sollte und Geld schließlich nicht alles wäre. Schließlich stimmte ich einer Vollzeit-Anstellung zu, behielt aber meinen Abendjob an der Uni bei.

 

Von der Mutterschaftsvertretung zum Generalsekretär

Fünf Jahre später sollte ich dann als Mutterschaftsvertretung zusätzlich die nationale YMCA-Geschäftsführung übernehmen. „Klar, das mache ich gern“, sagte ich. Als die drei Monate um waren, kündigte meine Vorgängerin. Die Position beinhaltet viel Reisetätigkeit und sie wollte ihr Baby nicht so häufig allein lassen. So wurde ich im März 2003 unverhofft zum Generalsekretär der YMCA-Organisation Kolumbiens.

Die Camps, mit denen alles anfing, sind nach wie vor ein wichtiger Teil meiner Arbeit. Sie leisten einen erheblichen finanziellen Beitrag und sorgen dafür, dass wir nicht allein von den Beiträgen der lokalen Gruppen abhängig sind.

[1]    http://www.iccpymca.org/html/begin_customer_registration.cfm

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Papa in Kolumbien: „Mach weiter, bleib dran, gib nicht auf!“ (Teil 8)

Und so geht Alveiros Lebensgeschichte weiter:

 

Menschen wie Perlen auf meinem Lebensweg

Zu der Zeit trat ein Mann in mein Leben, der ein Hotelrestaurant besaß. Ich erzählte ihm von meinen Träumen und Hoffnungen und dass ich mehr aus meinem Leben machen wollte. Er schien mich zu mögen und hatte vielleicht ein wenig Mitleid. Jedenfalls bot er mir einen Job an. Ich begann als Aushilfe, putzte, erledigte Wartungsaufgaben und alles was so anfiel. Mit der Zeit stieg ich auf, lernte Cocktails zu mixen und wurde Barmann und Kellner.

Vier Jahre später liefen die Geschäfte schlecht und ich sollte auf Teilzeit reduzieren. Notgedrungen schaute ich mich nach einer anderen Stelle um, denn ich brauchte einen Vollzeitjob, um genug zum Leben zu haben. So kam ich in ein Drei-Sterne-Hotel als Türsteher. Höflich, freundlich und aufgeschlossen wie ich war, machte ich dabei offensichtlich einen guten Eindruck und wurde nach kurzer Zeit zum Hotelpagen befördert. Mit dem Hotelbesitzer stand ich allerdings auf Kriegsfuß, er war nicht nur superreich sondern arrogant und aggressiv.

Zwischenzeitlich hatte ich wiederum einen einflussreichen Mann kennengelernt, der mich und meine Art sehr mochte. „Wenn du je einen Job brauchen solltest, ruf mich an“, hatte er mir versichert. Eines Tages tat ich genau das. Er besaß einen Juwelierladen, indem ich fortan arbeitete. Doch er war weit mehr als mein Chef. Er wurde mein Mentor und bestärkte mich auf meinem Weg. Wie ich tagsüber arbeitete und abends studierte, fand er klasse. Wenn mir Zweifel kamen, wischte er sie weg: „Mach weiter, bleib dran an deinem Studium, gib nicht auf!“. Er war wirklich überzeugt von mir, vertraute mir sogar den Schlüssel zum Safe an, in dem er Bargeld und wertvolle Juwelen verwahrte.

1998 schloss ich die Abendhochschule mit dem Bachelor in Englisch ab und wurde Berufsschullehrer in Bogota. Wiederum hatte ich zwei Jobs: Der Unterricht an beruflichen Schulen findet bei uns abends statt, tagsüber arbeitete ich als Zeltverkäufer. Parallel engagierte ich mich ehrenamtlich bei der YMCA – ich war also ganz schön beschäftigt. Kurz vor meinem Bachelorabschluss hatte ich von sogenannten „English Camps“ des YMCA in Kolumbien gehört. Dort konnte man seine Englischkenntnisse anwenden und Menschen kennenlernen. Spontan nahm ich an einem dreitägigen Camp teil. Ich gewann viele Freunde aus unterschiedlichen Branchen und Regionen, darunter auch US-Amerikaner. Es machte mir so großen Spaß, das ich bis heute dabei geblieben bin. Vom Kursteilnehmer wurde ich bald zum ehrenamtlichen Helfer für Organisation und Logistik und schließlich zum Betreuer internationaler Camps des YMCA.

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Papa in Kolumbien: „Mit 10 Jahren musste ich Geld verdienen“ (Teil 7)

Was reden die da?

Diese fremdartige Sprache hörte ich zum ersten Mal als Teenager, ich war damals Laufbursche in einem Hotel. Neugierig wie ich war fand ich heraus: Es war Englisch. Das wollte ich auch lernen. Und so wurde ich Englischlehrer. Doch am besten ich erzähle meine Geschichte ganz von vorne:

Meine Familie stammt aus Aguadas in der Provinz Caldas, gut zehn Stunden entfernt von Bogota. Ich habe vier Brüder und zwei Schwestern. Mein Vater war Kaffeebauer, ein einfacher Arbeiter mit geringem Verdienst. Meine Mutter kümmerte sich zu Hause um uns, sieben Kinder zu erziehen ist harte Arbeit. Immer wieder flammten bewaffnete Konflikte in unserer Gegend auf, zwischen der kolumbianischen Armee, linken und rechten Guerillakriegern. Ich war gerade sieben Jahre alt, mein jüngster Bruder noch ein Baby, als meine Eltern die Gegend verlassen mussten, um nicht selbst Opfer der Gewalt zu werden. Sie gingen mit uns nach Bogotá, wo wir Unterschlupf bei der Familie meines Onkels fanden. 14 Personen teilten sich ein einziges Zimmer. Wenn ich daran zurückdenke, weiß ich umso mehr zu schätzen, was ich heute habe.

Mein Vater fand Arbeit auf dem Bau, eine leider schlecht bezahlte Tätigkeit. Daher mussten meine älteste Schwester und mein großer Bruder zum Unterhalt der Familie beitragen, sie waren damals 14 und 16 Jahr alt.[1] Auch ich fing früh an zu arbeiten, mit 10 Jahren hatte ich die ersten Aushilfsjobs. Zunächst half ich in den Ferien auf dem Bau, schleppte Ziegelsteine und mischte Zement an. Nach der neunjährigen Regelschule wechselte ich auf die Abendschule und arbeitete tagsüber in Vollzeit.[2] So konnte ich die vollen elf Jahre zur Schule gehen und mein Abitur machen. Allerdings bin ich im Klassenzimmer oft eingeschlafen – die Arbeit auf dem Bau war anstrengend.

Nach vier Jahren hatte ich genug davon und beschloss, mir etwas anderes zu suchen. So fing ich in einem Supermarkt an, mit meinem Einkaufswagen lieferte ich den Leuten ihre Einkäufe nach Hause. Damals hatten die wenigsten Leute ein Auto und häufig sah man Jungs in den Straßen, die solche Dienste übernahmen. In sechs Monaten bekam ich dabei mehr Trinkgeld als ich vorher auf dem Bau verdient hatte. Doch dann wurde mein Einkaufswagen gestohlen. Frustriert kehrte ich zurück auf den Bau, doch in mir wuchs der Wunsch, zu studieren.

 

[1]    http://www.aktiv-gegen-kinderarbeit.de/welt/suedamerika/kolumbien/#footnote_6_2539

[2]    http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/Laender/Laenderinfos/Kolumbien/Kultur-UndBildungspolitik_node.html

pkleinIm neuen Jahr geht es weiter mit Alveiros Geschichte auf mum02.

Vielen Dank für euer Interesse. Ich wünsche euch ein glückliches, gesundes Jahr 2015 angefüllt mit wunderbaren Augenblicken.

Peggy

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Papa in Kolumbien: Sag mir wo du wohnst und ich weiß, wieviel du verdienst (Teil 6)

 

In der kolumbianischen Kultur hat der Vater traditionell für den Lebensunterhalt zu sorgen. Allerdings ändert sich diese Haltung seit einigen Jahren. Um den Kindern eine gute Ausbildung zu ermöglichen, müssen gerade in Mittelstandsfamilien beide Eltern Geld verdienen. Der kolumbianische Staat unterstützt lediglich die ärmsten der Armen, und das auch nur mit Almosen. Liegt das Familieneinkommen unterhalb des Mindestlohn von rund 450 Euro (2415 Columbian Pesos) im Jahr, bekommen sie ungefähr 50 Euro jährlich für jedes Kind. Außerdem sind die staatlichen Schulen inzwischen kostenlos, zumindest in Bogotá. Die enormen sozialen Unterschiede innerhalb des Landes erkennt man in der Hauptstadt bereits an den durchnummerierten Vierteln. Villenviertel sind Bezirke der Kategorie sechs, Armengettos tragen die Ziffer null. Von Gerechtigkeit und Chancengleichheit sind wir Lichtjahre entfernt. Denoch ist es möglich, aus dem Kreislauf von Armut und Gewalt auszubrechen. Meine Geschichte und die meiner Frau sind Beweise dafür.

Dieser kurze Post ist nur der Auftakt zu Alveiros Lebensgeschichte, mit der es gleich morgen weiter geht.

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