I feel SLOVEnia: Familienreise durch ein freundliches Land

Das Schöne an Reisen mit der Familie: Man lernt mit Kindern ganz einfach andere Menschen kennen. Auf unserer diesjährigen „Europatournee“ reisten wir mit unseren drei und vier Jahre alten Jungs zunächst nach München, gondelten entspannt durch Österreich und schließlich durch Slowenien. In diesem wunderschönen kleinen Land leben rund zwei Millionen Slowenen, sie sind tendenziell sehr sportlich und zaubern gleichzeitig die herrlichsten Desserts und Kuchen, die ich seit langem genossen habe. Eine geniale Kombination: Schlemmen und dann beim Wandern, Schwimmen, Radeln, Rudern, Klettern oder oder oder auf viele andere Arten den Kalorien Beine machen.

Am See von Bled landeten wir mitten in der Ruder-Weltmeisterschaft und beschauten uns die Aktiven aus nächster Nähe, sogar ohne Eintritt zu bezahlen oder von Security-Personal belästigt zu werden. Nach zwei Rennen war die Geduld unserer Kinder erschöpft, sie wollten selbst ins klare Wasser hüpfen. Nach spannendem Schwimmflügel-Wettpadeln lockte dann die Erholung in Form deliziöser „Kremsnitas“ (sogenannte Cremeschnitten, Gebäck mit viel Vanillecreme und Sahne). In Nullkommanix hatten wir die slowenische Lebensweise adaptiert.

Neben den örtlichen Tauben und Spatzen auf Cafe- und Restaurantterasse schlossen die Kinder auch gleich Freundschaft mit den Kellnern und Kellnerinnen dort. Und nicht etwa, weil wir so wohlerzogene Kinder haben, die während des gesamten Aufenthalts auf ihren Stühlen ausharren. Hier störte sich niemand an durch die Gänge flitzenden Kindern (oder lies es sich nicht anmerken). Das Personal lavierte geschickt an ihnen vorbei, strich ihnen liebevoll über den Kopf oder steckte ihnen gar Bonbons zu und machte Scherze. Die Folge: Wir Eltern entspannten zusehends und gewöhnten es uns schnell ab, die Kinder – wie in Deutschland oft notwendig – laufend zu ermahnen. Urlaubsfeeling, here I come.

Aber wieder zurück vom Cafehaus zum Sport: Wenn Deutschlands Athleten bei großen Meisterschaften punkten, liegt das vielleicht auch an der nationalen Talentförderung, aber vor allem am großen Pool von Talenten – schließlich gibt es rund 80 Millionen Deutsche. Bei einem Volk von gerade mal zwei Millionen Menschen geht man scheinbar ernsthafter an die Sache ran. Der Sohn unserer Vermieterin spielt Eishockey in einem kleinen Verein bei Bled, er ist gerade 10 Jahre alt und trainiert schlappe fünf Mal pro Woche. Plus ein Spiel am Wochenende. Und das sei ganz normal, kein besonderer Kader oder so. Seine Eltern finden es ein wenig verrückt, zucken aber resigniert mit den Schultern.

Wir lernen eine Familie aus Ljubljana kennen, die Tochter ist gerade sieben, geht bald in die dritte Klasse und hat zwei Hobbys: Geige spielen und Ballett. Damit ist ihr Terminkalender ausgefüllt, denn der Musikunterricht findet drei Mal pro Woche statt, aufgeteilt in Theorie und Praxis. Beim Ballett ist es ihrer Mutter wichtig, dass es einfach nur Spaß macht – deshalb hat sie das Töchterchen in einer privaten Schule angemeldet, wo sie „nur“ zweimal pro Woche Unterricht hat. In der staatlichen Ballettschule würde man die Kinder gleich komplett vermessen (zum Beispiel wie dehnbar sie sind) und auf Erfolg drillen, so die Mama.

Zurück in Deutschland denke ich mir: Jedes Land hat seine Eigenarten, und ich bin ja ganz froh, dass ich Nick nur einmal die Woche zur Musikschule bringe, und auch das Kinderturnen „nur“ einmal alle sieben Tage stattfindet. So können Kinder mehr ausprobieren, bis sie für sich das Richtige finden, und müssen sich nicht aus Zeitmangel auf ein Hobby festlegen. Aber die slowenischen Desserts und die kinderfreundlichen Menschen, die wünsche ich mir auch hierher. Ein slowenisches Kochbuch habe ich schon…

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2 Kommentare

Eingeordnet unter Familienfreundlich?!, Leben mit Kindern, Reisen

2 Antworten zu “I feel SLOVEnia: Familienreise durch ein freundliches Land

  1. Andrea

    Hallo Peggy – Dein Reisebericht klingt sehr interessant… Sport und Leckereien? Ideal! Sollten wir auch mal hinfahren! Wie hat es mit der Sprache geklappt? Liebe Gruesse aus NYC, Andrea

  2. Mein slowenisch ist dürftig (Bitte, Danke, Guten Tag, Ein Bier Bitte!) aber bis auf die Dame im örtlichen Tante Emma-Laden sprachen eigentlich alle Englisch oder sogar Deutsch, und das richtig gut.

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