„Als Frau wird das ja eh nichts mit der Karriere“

Gestern Abend saß ich in der vollbesetzten Stuttgarter U-Bahn und kam nicht umhin, das Gespräch zweier junger Frauen zu hören. Eine war offensichtlich BA-Studentin im 4. Semester in einem Konzern mit mehr als 40 Niederlassungen weltweit. Die andere war ziemlich neugierig und bombadierte sie mit Fragen.  So wissen wir Mitfahrer jetzt, wie das Betriebsklima in ihrer derzeitigen Abteilung (Arbeitsvorbereitung) ist, kennen ihren Notendurchschnitt und den ihrer Mitstudenten und sind informiert darüber wie schwierig es ist, eine vernünftige Wohnung in Stuttgart zu mieten. Im Frühjahr verbringt sie drei Monate in einer Auslandsniederlassung, ihr Wunschziel sind die USA und das wird ziemlich sicher auch klappen. Nach dem die Vor- und Nachteile des internationalen Trimesters analysiert sind, kommt die nächste Frage: Steigst du danach fest ein? Ja, die Gewerkschaft hat bereits ausgehandelt, dass alle BA-ler übernommen werden, unabhängig vom Notendurchschnitt. Ich kenne sogar schon das (recht ordentliche) Einstiegsgehalt – tut mir leid, weghören war nicht drin. Ob sie dann nach zwei Jahren Praxis noch den Master dranhängen will? „Ach ne du, dann habe ich mich schon mal an das gute Geld gewöhnt und außerdem, so als Frau, da kriegt man doch eh irgendwann Kinder. Da ist das nicht so mit Karriere.“ Bis dahin hatte ich nur beiläufig zugehört, aber da dachte ich mir: Wird sich eigentlich nie etwas ändern?

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Eingeordnet unter Frau und Job, Wiedereinstieg Teilzeit und Motivation

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