Planning to fail? Bitte mehr Verbindlichkeit.

Failing to plan is planning to fail“ ist so ein schlauer Spruch, der mir immer wieder mal begegnet. Den ich auch fleißig praktiziere. Gerade für berufstätige Eltern ist Planen ja sozusagen ein Muss. Wer holt mein Kind vom Kindergarten, wenn ich um 17 Uhr beim Kundentermin bin? Wie schaffe ich es zu diesem abendlichen Netzwerktreffen, wenn der Partner gleichzeitig Chorprobe hat und ich eigentlich nicht schon wieder 25 Euro für eine Babysitterin investieren will?elefantparade

Da bei mir heute um 16 Uhr ein Kundentermin im Kalender steht, habe ich gestern mit einer Freundin, deren Kinder in denselben Kindergarten gehen wie meine, vereinbart, dass sie heute meine Kinder abholt und mit zu sich nimmt, bis entweder mein Mann oder ich von der Arbeit zurück sind. Dafür nehme ich morgen nach Kindergartenschluss ihre Kinder für zwei Stunden mit zu uns, denn sie sollte länger im Büro bleiben.

Ich weiß nicht, ob es eine hohe Kunst ist, dieses „match-making“, dieses gegenseitige Geben und Nehmen. Jedenfalls ist diese Kunst im Ergebnis oft unbefriedigend. Zum Beispiel wenn, wie bei mir eben passiert, der heutige Termin vom Geschäftspartner kurzfristig abgesagt wird, gerade eben, heute morgen. Ob wir ihn um genau eine Woche verschieben können? „Ja klar, kein Problem“, höre ich mich sagen. Der Blick in den Kalender offenbart mir: Nächsten Mittwoch sind die Kinder beim Kindergeburtstag eingeladen. Also brauche ich jemanden, der sie dort wieder abholt. Nun gut, ich werde brav wieder organisieren und telefonieren in der Hoffnung, das alle die Termine dann auch einhalten und niemand überraschend krank wird. Das schöne Arrangement für heute war jedenfalls für die Katz, die Kinder meiner Freundin hole ich morgen dennoch ab, versprochen ist versprochen.

Ich bin wirklich kein Mensch, der das Leben gern verkompliziert. Aber für alle anderen Meetingteilnehmer hängt kein „Rattenschwanz“ an ihrem Terminkalender, sie sind entweder kinderlos oder haben eine Partnerin, die zu Hause ist. Deshalb ist die Planerei bei mir eben etwas aufwendiger und ich bin sehr dankbar, wenn ich mich auf Vereinbarungen verlassen kann. Wie war das noch eben, planning leads to failure?

P.S. so, nachdem ich mir das jetzt von der Seele geschrieben habe, mache ich mich motiviert an die Arbeit…

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4 Kommentare

Eingeordnet unter Familienfreundlich?!, Frau und Job, Leben mit Kindern

4 Antworten zu “Planning to fail? Bitte mehr Verbindlichkeit.

  1. Liebe Peggy,
    Warum sagst Du „ja klar, kein Problem“, wenn die Absage Deiner Freundin ein echtes Problem ist?
    Frauen sind oft dazu erzogen, immer lieb und nett zu sein und auf die Bedürfnisse anderer Rücksicht zu nehmen. Dabei kommen die eigenen Bedürfnisse zu kurz und frau gerät in Stress…
    Liebe Grüße
    Angela

    • Liebe Angela,
      danke für deine schnelle Reaktion. Da hast du sicher recht, allerdings hängen fünf Personen an diesem Termin, wenn einer (außer mir sind alle Männer) davon nicht kann, muss ein neuer Termin gefunden werden. Abgesagt hat mir also nicht meine Freundin, sondern einer meiner Geschäftspartner.
      Ein großes Problem ist es nicht, denn Termine-Kinder-jonglieren gehört nun mal zu meinem Alltag. Es war nur einfach frustrierend und kommt leider immer wieder vor, allerdings nicht aus böser Absicht – bei mehreren Beteiligten wird eben mal einer krank oder ist verhindert.
      Grüße von Peggy

  2. Seitdem ich fest damit rechne, dass meine Pläne zum grössten Teil Schall und Rauch sind, lebe ich viel entspannter, speziell in meiner Rolle als Mutter. Plannig to fail, genau das ist das Motto. Dass ein Plan aufgeht, ist die absolute Ausnahme. 🙂

    Herzlichen Gruss, Christine

  3. Ach Peggy, das kenn ich nur allzu gut. Das ist so ärgerlich, wenn man alle Hebel in Bewegung setzt, dass man Termine wahrnehmen kann und ist umso frustrierter, wenn der Termin kurzfristig ins Wasser fällt, egal aus welchem Grund.
    Ich hoffe, Dir kommt wenigstens heute Abend beim Kreativnetzwerk nichts dazwischen – da kann ich leider nicht hin, weil mein Mann mal wieder geschäftlich verreist ist und der Kleine noch nicht so weit ist, dass ihn bspw. meine Mutter ins Bett bringt. Da wäre es geschickter, wenn solche Geschäftstermine später starten würden.

    Liebe Grüße
    Katja

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