Sommerferien: Eine organisatorische Herausforderung für berufstätige Eltern

Komme gerade von einem Lunchdate mit einer anderen working mum. Sprachen über die nahenden Sommerferien (ihre Tochter geht in die Grundschule, der Sohn wird nach den Ferien eingeschult). Als in Vollzeit arbeitende Mama hat sie diese bereits generalstabsmäßig geplant:

Woche 1 und 2: Sind die Kinder beim Kinderferienprogramm eines Umweltbildungszentrums angemeldet, zum Ganztagesprogramm bis max. 17 Uhr. Die Kids freuen sich darauf wie verrückt, die Eltern kostet der Spaß pro Kind und Woche 120 Euro.

Ferien - schön, wenn man sie genießen kann!

Ferien – schön, wenn man sie genießen kann!

Woche 3 und 4: Familienurlaub – mit dem Auto nach Berlin zu den Großeltern, von dort mit dem Flieger in den zweiwöchigen Urlaub.

Woche 5: Die Eltern fahren ins Schwabenland zurück und arbeiten, die Kinder bleiben noch eine Woche bei den Großeltern in Berlin.

Woche 6: Die Kinderübergabe erfolgt irgendwo zwischen Reutlingen und Berlin (so fahren Großeltern und Eltern die halbe Strecke und treffen sich in der Mitte). Den Rest der Woche verbringen die Kinder wieder beim Kinderferienprogramm (siehe Woche 1).

„Puh, und dann sind diese sechs Wochen wieder überstanden“, so meine Freundin. „Obwohl, ich nehme dann noch eine Woche Urlaub für die Einschulung meines Sohnes, die ist erst donnerstags und in der Woche gibt es kein Ferienprogramm mehr und noch keine Betreuung an der Schule.“

Ein kleiner Trost: US-amerikanische Eltern haben es womöglich noch schwerer mit der Überbrückung der Ferienzeiten, wie Nina aus New York City im Kapitel „Die Abteilungsleiterin in der Abstellkammer“ (http://mum02.com/das-buch/) erzählt: „Die Schulkinder haben extrem lange Sommerferien, in unserem Fall vom 28. Juni bis zum 6. September – zehn Wochen, in denen der Staat keinerlei Kinderbetreuung anbietet. Viele US-Amerikaner haben gerade mal zehn Tage Jahresurlaub, damit lassen sich die Ferien beim besten Willen nicht überbrücken. Und übers Jahr verteilt gibt es ja noch viel mehr Ferien.“ Anbieter privater Camps machen mit den betroffenen Eltern gut Umsätze. „Es gibt Schauspiel- und Fußballcamps, naturwissenschaftliche Camps, Musikcamps und vieles mehr. Eltern und Kinder werden regelrecht überschüttet mit Angeboten…. Nach der langen Pause haben die Kinder fast alles vergessen. Diese Sommerferienregelung passt nicht zum modernen Leben in einer Großstadt – sie stammt aus einer Zeit, in der die Kinder bei der Ernte helfen mussten. Manchmal sagen wir Eltern im Spaß: „Wir schicken unsere Kinder jetzt als Erntehelfer aufs Land, dann müssen sich die Saisonarbeiter aus Mexiko warm anziehen.“

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5 Kommentare

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5 Antworten zu “Sommerferien: Eine organisatorische Herausforderung für berufstätige Eltern

  1. Martina Koch

    Ein sonniges Hallo aus Völklingen! Tja, Ferienbetreuung ist ein ganz großes Thema, vielleicht hat man ja eine spannende Sache für den Nachwuchs gefunden, dann stellt sich heraus, dass die Kinder erst ab einer gewissen Uhrzeit da sein dürfen…..! Auf jeden Fall war die Ferienbetreuung auch einer der Bausteine in unserem Familienhaus „Sterntaler“ (www.shg-kliniken.famberu.de) . Nun wird in jeden Ferien ein Ferienprogramm für Kinder bis 12 Jahren angeboten. Und für die, die ein anderes Programm gewählt haben, bieten wir die Möglichkeit der Randzeitenbetreuung, also ein „Rundum-sorglos-Paket“.

    Und wenn’s dann doch die Oma sein wird: Tipp von meiner Seite: http://www.welt.de/finanzen/article1186264/Omas-Kinderbetreuung-ist-bares-Geld-wert.html Oder: http://www.finanztip.de/recht/steuerrecht/kinder-betreuungskosten.htm Vielleicht gibt es ja in der Nähe ein aktives Bündnis für Familie ( http://www.lokale-buendnisse-füer-familie.de ), hier werden gute Tipps und Akteure im Thema Vereinbarkeit gebündelt.

    Martina Koch, Servicestelle „Familie und Beruf“ in den SHG-Kliniken Völklingen und ehrenamtlich Mentorin der „Lokalen Bündnisse für Familie“ im Saarland

    Mobil versandt

    • Liebe Martina,
      vielen Dank für deine Tipps, da kann ich auch noch was lernen! Würde eure Arbeit und das Familienhaus hier gerne mal ausführlich vorstellen, melde mich dazu bald bei dir.
      Sonnige Grüße,
      Peggy

    • Liebe Martina, vielen Dank für deine Tipps, da kann auch ich noch was lernen! Sonnige Grüße, Peggy
      P.S. melde mich noch wg. einer auführlichen Vorstellung eures tollen Projekts

  2. Oh ja, das Ferienproblem kenne ich. Und wir haben nur ein Kind, das es zu betreuen gilt, ich hab mein Büro im Haus und mit zunehmendem Alter des Kindes wird es auch einfacher.

    Bei den sechswöchigen Sommerferien kommen wir dann auch oft genug an unsere Grenzen. Ferienlager ging letztes Jahr absolut schief (Kind geht da nie mehr wieder hin) und Omas und Opas werden auch nicht jünger. So bleibt nur, mit dem Mann in der Betreuung abwechseln, in Urlaub fahren und den Rest überbrücke ich dann so la la, weil ich ja zu Hause arbeite. Aber es ist nicht einfach, konzentriert zu arbeiten, wenn die 10jährige zu Hause rumspringt 😉

    Lieben Gruß
    Birgit

    • Hallo Birgit,
      danke für deine Nachricht! Ja, angesichts der nahenden Sommerferien überlege ich fieberhaft, mein Home Office zeitweilig zu verlegen (mein Mann ist zum Glück die meiste Zeit da, er hat nämlich auch Ferien, daher „kann“ ich an für sich arbeiten – nur nicht unbedingt von zu Hause aus).
      Grüße, Peggy

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