Schulkindmama: Wer bringt eure Kids zum Schwimmunterricht?

Seit knapp einer Woche bin ich Mutter eines Schulkindes. Ganz schön aufregend, obwohl ich ja gar nicht zur Schule gehe, sondern der „Große“.

Gestern hatten die Erstklässler ihre erste Schwimmstunde. An der Klassenzimmertür hängt eine verwaiste Liste, gesucht werden Eltern, die die Kinder zum gut 500 m entfernt liegenden Schwimmbad und zurück eskortieren. Bis gestern hatte sich niemand eingetragen, null, niente.

Zugegeben ist Mittwochmorgen kein idealer Termin, aber meine Güte. Wir leben in einer Kleinstadt, ihr könnt mir nicht erzählen, dass hier alle Eltern und womöglich Gr0ßeltern berufstätig sind. Also habe ich das Büro für eineinhalb Stunden geschlossen und bin los zur Schule. Gemeinsam mit einer wutschnaubenden Mitmama und meiner eigenen Mutter (die ich sicherheitshalber engagiert hatte, da ich ja dachte ich wäre sonst alleine mit 25 Kindern unterwegs).

Diese Mitmama hat sich aus demselben Grund einen halben Tag Urlaub (!) genommen und war stinksauer: „Das kann ja wohl nicht sein, die sollen sich mal eintragen, es geht schließlich um ihre Kinder, denen werde ich beim Elternabend was erzählen“. Ich werde davon berichten….

Zwischenzeitlich die Frage: Kennt ihr das Problem und habt ihr eine Idee, wie wir die Begleitung besser gelöst bekommen? Es gibt ja tatsächlich Gegenden, in denen Eltern flächendeckend berufstätig sind, wie klappt das dort?

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10 Kommentare

Eingeordnet unter Familienfreundlich?!, Frau und Job, Leben mit Kindern

10 Antworten zu “Schulkindmama: Wer bringt eure Kids zum Schwimmunterricht?

  1. Anja

    Ich bin absolut der Meinung dass das die Schule organisieren muss. Das ist nicht Aufgabe der Eltern. Sorry! Entweder muss die Klassenlehrerin mitgehen oder die Schwimmlehrerin oder eine FSJ-Kraft… An den Schulen an denen ich unterrichtet habe, haben die Lehrer (also u.a. ich) das organisiert!

  2. Also bei uns sind auch immer die Lehrkräfte mit den Kindern zum Schwimmbad gegangen. Sorry, aber das ist Unterrichtsszeit, da muss meiner Meinung nach sogar eine Lehrkraft mitgehen. Und das mit der Versicherung ist auch nicht zu unterschätzen.

    Bei uns ging es immer darum, dass Mamas oder Omas zum Föhnen kommen sollten, wenn der Schwimmunterricht vorbei war. Und in einem Jahr hatten wir einen Referendarin, die das ganze organisatorisch perfekt gelöst hat. Sie hat an alle Eltern ein Schreiben herausgegeben, mit den „Schwimmtagen“. Darauf sollten alle Eltern ankreuzen, wer wann kann bzw. nicht kann. Und da ganze ging unterschrieben an die Lehrerin zurück. So waren immer genügend Eltern da. Und das war auch das einzige Mal in vier Jahren Grundschule, dass immer genügend da waren.

    Meine Erfahrung nach vier Jahren Grundschule mit mind. einem Schwimmblock im Schuljahr: mit irgendwelchen Zetteln, die an der Klassenzimmertür hängt, fühlt sich niemand bzw. nur die, die eh immer mithelfen angesprochen. Das muss wirklich per Elternbrief an die Eltern raus.

    Lieben Gruß
    Birgit

  3. Christina

    Bin auch der Meinung, dass das die Schule übernehmen muss!
    An meiner Schule gibt es Schwimmunterricht nur in der 3.Klasse, der von 2 Lehrern unterrichtet wird und die die Kids ins Schwimmbad mit dem Bus begleiten.
    Die Organisation, Begleitung und die Aufsichtspflicht an die Eltern zu übertragen finde ich ein Unding!
    Was hätte die Schule denn gemacht, wenn deine Mum, die eine Mutter und du nicht spontan erschienen wären?? Wäre der Unterricht dann ausgefallen??
    Was wenn im Straßenverkehr etwas passiert?? Dann hat die Schule ein riesen Problem, da sie die Verantwortung und die Aufsichtspflicht über die Kinder hat!!!

    • Christina, danke für deinen Kommentar! Bei uns ist der Weg zum Schwimmbad zum Glück relativ kurz und führt über kaum befahrene Nebenstraßen, plus eine Ampel muß überquert werden. Ich bin ganz froh, dass das Schwimmbad in der Nähe liegt und die Kinder von Klasse 1 – 4 jede Woche Schwimmunterricht haben. Alternativ nur ein Jahr lang Schwimmunterricht fände ich schade für die Kinder.

  4. Hallo Peggy!
    Vielleicht wäre die Klassen-Leih-Oma oder der Klassen-Leih-Opa eine Lösung.
    Dazu müsste Euer Elternvorstand Kontakt zum Schwimmverein, einem anderen Sportverein oder mit einer kirchlichen Gemeinde an Eurem Wohnort Kontakt aufnehmen.
    Die Klasse zahlt aus der Klassenkasse dem Senior den Eintritt, dafür begleitet dieser hin und zurück. In den Schwimmunterricht wird er nicht mit einbezogen, nur in Hin- und Rückweg.
    Vielleicht klappt’s
    LG
    Martina

    • Hallo und danke für die zahlreichen Kommentare. Opa und Oma (eigen oder geliehen) haben wir tatsächlich schon erwägt, ist eine gute Idee. Und Eintritt bezahlen bei uns weder die Kinder noch die Begleitpersonen, das ist schon ganz fair geregelt mit dem öffentlichen Schwimmbad.

  5. noch eine Reaktion auf den Kommentar von Christina:
    Das eine ist die einleuchtende Theorie, das andere die irrsinnige Realität.
    Jahrzehntelang in Elternabend tätig, sind mir solche Dinge mehr als einmal begegnet, aber auf „sein Recht“ ( welches hat man) zu beharren, wäre oft auf dem Rücken der Kinder ausgetragen worden.
    Leider!

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