„Das Glück hat kein Preisschild“

Rezension zu „Kindheiten. Wie kleine Menschen in anderen Ländern groß werden.“MSchonhoeft_Kindheiten_06-4

Wo wohnt es eigentlich, das Glück? Weltweit wünschen sich Eltern glückliche Kinder, aus denen glückliche Erwachsene werden sollen. Aber wie funktioniert Erziehung  in anderen Kulturkreisen? Japan setzt auf Wohlfühl-Kitas, die Inuit auf Gelassenheit, bibeltreue Amerikaner glauben an die Züchtigung ihrer Kinder, in Schweden heißt ein Zauberwort „Inklusion“. Auch haben die Schweden bereits 1991 die Austrahlung von Werbung bei Kindersendungen verboten. Sind skandinavische Kinder deshalb laut Statistik glücklicher als der Durchschnitt? So wie übrigens auch der niederländische Nachwuchs, dessen Eltern besonders viel Zeit mit ihren Kindern verbringen. Intuitiv spüren wir: Nicht „Zeit ist Geld“, Zeit zu haben ist Glück.

Das Glück hat kein Preisschild ist denn auch meine persönliche Lieblingsheadline in Michaela Schonhöfts Buch „Kinderheiten“. Und es nimmt einen wichtigen Teil der Antwort vorweg auf die Eingangsfrage nach dem Glück: Zeit, Wissen, Natur und Nestwärme gehören zu den wichtigsten Zutaten für eine glückliche Kindheit.

Auf 357 Seiten breitet die Journalistin, Soziologin und Globetrotter-Mama Michaela Schonhöft das „Weltwissen der Erziehung“ aus. Mit der Autorin habe ich auch ein Interview geführt. Mich hat die Tiefe und Breite ihres Werkes beeindruckt. Die gesammelten Anekdoten, Geschichten und Fakten ergeben ein rundum lesenswertes Kaleidoskop. Ausgangspunkt des Sachbuchs ist die Frage nach dem Glück. Sie zieht sich wie ein Leitmotiv durch das Buch. Es gipfelt in der Betrachtung, wie eine kinderfreundliche Gesellschaft aussieht. Hier kann gerade Deutschland noch einiges lernen: Dass Kinder nämlich nicht nur eine Bezugsperson brauchen, sondern die Erziehung besser auf viele Schultern verteilt wird. Dass Glück nicht gleichbedeutend ist mit Leistung und Erfolg. „Eine Gesellschaft offenbart sich nirgendwo deutlicher als in der Art und Weise, in der sie mit ihren Kindern umgeht„, wird Nelson Mandela zitiert. Kinder seien schließlich der größte Reichtum jeder Gesellschaft. Doch nicht nur auf gesellschaftlicher Ebene bietet der Blick in fremde Kulturen neue Erkenntnisse. Auch für meine eigene Familie habe ich einiges rausgelesen aus diesem facettenreichen, absolut lesenswerten Buch.

Das Buch „Kindheiten“ von Michaela Schonhöft ist erschienen im Pattloch-Verlag, München, 2013.

Autorin Michaela Schönhoft. Bild: Anke Jacob.

Autorin Michaela Schönhoft. Bild: Anke Jacob.

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Ein Kommentar

Eingeordnet unter Familienfreundlich?!, Leben mit Kindern, Mama international, Reisen

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