Glückssträhne: mum02-Rückschau 2013

Manches habe ich mir vorgenommen für das kommende Jahr, doch darüber schreiben werde ich erst, wenn es soweit ist. Daher gibt es am Ende des Jahres eine Rückschau auf die beliebtesten Blogposts. Wie eine Perlenschnur zog sich – wie mir soeben auffiel – das Thema Glück durch viele Posts. Auch der leidige Perfektionismus war häufig präsent. Ist ein weniger perfektes Leben glücklicher als ein möglichst perfektes? Vom Glück jedenfalls kriegen wir selten zu viel, es ist unbezahlbar, lässt sich wunderbar teilen, schert sich nicht um Stereotypen und macht – im Gegensatz zum Weihnachtsbraten – nicht dick.

Wenn ihr wüsstet... by Mittelmaßmama

Wenn ihr wüsstet… by Mittelmaßmama

Glück ist, unperfekt zu sein und sich trotzdem zu mögen.

Klingt wie ein Kalenderspruch? Fiel mir eben so ein. Vielleicht könnte ich also 2014 auch Kalendersprüche texten. Im Ernst: Bereits Anfang des Jahres ging es in mum02 um den leidigen Perfektionismus, zu dem Kinder so gar nicht passen. Tatsächlich macht uns das Streben nach Perfektion eher unzufriedener. „Das neueste iPhone, der extragroße Flachbildschirm, die Designercouch und der fünf-Sterne-Cluburlaub haben uns nämlich gar nicht  glücklich gemacht. Aber nach den Maßstäben unserer Konsumgesellschaft wenigstens annähernd perfekt. Kinder dagegen sind ein archaisches Feuerwerk an Ungewissheiten. (…) Übrigens, laut Eckart von Hirschhausen lachen Kinder 400 mal am Tag, Erwachsene 12 mal und Tote gar nicht. Das ist doch eine klare Tendenz.  Da lebe ich viel lieber lustig anstatt perfekt.“

Was ist das eigentlich, berufstätig sein?

„Ich glaube keiner Statistik, die ich nicht selbst gefälscht habe“, da gebe ich dem alten Churchill absolut recht. Im Februar 2013 zitierte Spiegel Online eine Studie, nach der Mütter in Deutschland zunehmend berufstätig seien. Diese These musste ich einfach mit Beispielen aus meinem Bekanntenkreis unterminieren, darunter 10% Jobs, Minijobs und dergleichen. „Zwei Drittel aller Mütter arbeiten? Sorry, Statistisches Bundesamt, ich finde diese Zahlen wenig beeindruckend. Wie viele Mütter haben einen Job, von dem sie leben könnten? Der ihnen eine Rente sichert?“ Zum Glück bastelt sich jede ihr eigenes Leben, fernab jeder Statistik. Ich meine, wer will schon genau dem Mittelmaß entsprechen? Doch bei aller Toleranz: Der Spruch „Ich muss nicht arbeiten, mein Mann verdient genug“, verursacht mir inzwischen seelischen Ausschlag. Abgesehen davon, dass rund die Hälfte aller Ehen geschieden werden. Will ich mich als gut ausgebildete Frau mit einer Lebenserwartung von über 80 Jahren derartig abhängig machen von etwas so unberechenbaren wie dem Beziehungsglück?

Das ist ja der Gipfel

Kristina Schröders Familiengipfel im März 2013 brachte mich dazu, ihr einen offenen Brief zu schreiben. Die Antwort einer Mitarbeiterin war nett und lapidar. Nun bin ich ja gespannt, was Andrea Nahles aus dem Ressort macht.

„Exclusiv“ und „Prominent!“

heißen ihre Sendungen, Promis kennt sie einige. Darum ging es aber nur ganz am Rande bei meinem Gespräch mit Moderatorin Frauke Ludowig. Vielmehr um offene Einblicke in das Arbeits- und Familienleben einer gut organisierten Mama, die ein ziemliches Arbeitstier ist. Zitat Frauke Ludowig: „Als Frau in einer Führungsposition kann ich zum einen viel mitgestalten und zum anderen auch vorleben. Beispielsweise, dass ich wiedergekommen bin nach der Geburt meiner Kinder, dass ich gerne wiedergekommen bin. Dass ich meine Kinder nicht vernachlässige, obwohl ich meinen Beruf nicht nur zu 100 Prozent sondern manchmal auch drüber mache. Wenn jemand nur Teilzeit arbeiten will, sollte sie oder er trotzdem Karriere machen können. Ich habe selbst gerade eine exzellente Frau in meinem Team befördert (….).“ “Ich habe von meinen Kindern eine Menge gelernt. Zum Beispiel bin ich viel lässiger geworden. Früher war ich eher perfektionistisch, fast schon ein Workaholic. Heute sehe ich vieles gelassener.“

„Penner, Prostituierte und

ein Neugeborenes“ hieß ein Blogpost über meine Freundin in Manhattan. Schonungslose Einblicke in das Land der unbegrenzten Unmöglichkeiten inklusive. Vielleicht ein Einzelfall, auf jeden Fall aber ein spannender: „Schwanger in New York City“

Sauna, Sonne und Samstagssüßigkeiten

Wie in Schweden bekommen auch finnische Kinder in der Regel nur samstags Süßigkeiten. Im Urlaub hielten sich meine Söhne zwar daran, doch anschließend war diese skandinavische Eigenheit schnell vergessen. Von Freundschaften mit Mumins, vom Blaubeersammeln, Saunieren und vom finnischen Schulsystem erzählt dieser Blogpost aus dem August 2013.

Das Glück hat kein Preisschild

2013 habe ich vermehrt Bücher besprochen, die gut auf mum02 passen. Eines davon war „Kindheiten“ von Michaela Schonhöft. Ausgangspunkt des Buchs ist die Frage nach dem Glück. Sie zieht sich wie ein Leitmotiv durch die Kapitel und gipfelt in der Betrachtung, wie eine kinderfreundliche Gesellschaft aussehen könnte. Hier kann gerade Deutschland noch einiges lernen: Dass Kinder nämlich nicht nur eine Bezugsperson brauchen, sondern die Erziehung besser auf viele Schultern verteilt wird. Dass Glück nicht gleichbedeutend ist mit Leistung und Erfolg.“

Als ich kürzlich in Berlin zu Gast war, habe ich die Autorin persönlich kennengelernt – wie schön, die geistige Schöpferin hinter den Zeilen im wahren Leben zu treffen. Überhaupt haben viele Begegnungen, real und virtuell, dieses Jahr für mich bereichert. Bei Lesungen aus meinem Buch, bei  Gesprächen mit vielen Menschen – darunter diverse Bloggerinnen – habe ich wieder einmal festgestellt: Jeder Mensch hat eine faszinierende Geschichte zu erzählen. Man muss nur die richtigen Fragen stellen und aufmerksam zuhören. Darum werde ich mich auch 2014 bemühen.

Ich wünsche allen, die diese Zeilen lesen, ein gutes Neues Jahr, angefüllt mit glücklichen Augenblicken.

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Eingeordnet unter Frau und Job, Lustig, Mama international

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