Working Mum: Get dressed in full Armani Armour

Before heading off to the client presentation, I got dressed in full Armani Armour“, verkündet Kate Reddy, die Heldin aus Allison Pearsons Bestseller „I don’t know how she does it“*, zu deutsch “Der ganz normale Wahnsinn: Working Mum”.
„Armani armour“. Eine funkelnde Rüstung für den Kampf;  gepaart mit High-Heels und einer Menge zahlengetränkter Powerpoint-Folien zieht die Finanzmanagerin und zweifache Mum Kate so in die Meetings in London und New York City. Dieser Satz hat mich beschäftigt. „Kleider machen Leute“ – ihr kennt vielleicht die Geschichte vom Schneiderlehrling Wenzel, der in Gottfried Kellers Novelle für einen polnischen Grafen gehalten wird und die unverhoffte Situation ausnutzt.

 

Ich gehöre zu den Menschen, die ihre Garderobe je nach Anlass bedacht auswählen. Dazu gehört NICHT der Ausflug auf den Spielplatz, ich meine wirklich: Anlässe. Meiner Meinung nach gibt es Situationen, in denen wir uns nicht allein auf unsere inneren Werte verlassen dürfen. Sondern bei denen der erste Eindruck überzeugen muss. Visuell. Wenn ich ein Konzert moderiere, suche ich Kleider aus, die zum Programm und zu mir passen. Bei meinen ersten vier Lesungen im vergangenen Jahr trug ich das exakt selbe Outfit – bis ich mich sicher genug fühlte, um zu experimentieren.
Dabei braucht es kein Armani, nicht für mich. Doch es gibt diese Outfits, in denen wir uns gut und stark fühlen und die wir immer wieder in genau derselben Zusammenstellung aus dem Schrank ziehen.
Kennt ihr das Gefühl? Wie kleidet ihr euch für wichtige Ereignisse?

Als studierte Betriebswirtin dachte ich ja vor Jahren noch, unbedingt einen schwarzen Anzug zu brauchen. Bei Zinser, ehemals Breuninger, probierte ich fünf verschiedene an bis die Verkäuferin zu mir sagte. „Was halten Sie denn von diesem sportiven, schwarzen Kleid? Wissen Sie, Sie scheinen mir einfach nicht der Typ für einen schwarzen Anzug zu sein“. Ich sah sie erstaunt an. Und nahm schließlich das Kleid und den Anzug. Bald sah ich ein, dass die Frau recht gehabt hatte. Der schwarze Anzug hängt im Schrank. Zu förmlich für mich.
Auf der Suche nach dem eigenen Stil lande ich immer mal wieder in einer Sackgasse. Doch ich behaupte, die Liste der Fehlkäufe wird kürzer. Und es gibt schon immer Farben und Muster, um die ich einen großen Bogen mache. Die universelle „Armani Armour“, mit der ich mich in exponierten Lebenslagen gerüstet fühle? Wenn es sie gibt, wartet sie noch auf mich, irgendwo da draußen.

*BUCHTIPP Allison Pearsons Bestseller „I don’t know how she does it“: Das Buch erschien bereits vor zehn Jahren und wurde mit Sarah Jessica Parker in der Hauptrolle der „Working mum“ verfilmt. Das Audiobuch verkürzte mir in den vergangenen Wochen Stunden im Stau auf dem Weg zu einem Kunden. Absolut großartiger Stoff. Kate Reddy lebt gleichzeitig auf zwei „Planeten“, was unweigerlich desaströse Folgen hat: Zum einen ist sie als talentierte Finanzmanagerin in der Londoner City rund um die Uhr im Einsatz. Zum anderen ist sie Mutter von Emily (5) und Ben (1) und verheiratet mit Richard, wohlmeinender Ehemann und mäßig erfolgreicher Architekt. In den Nebenrollen treten auf: Sexistische Kollegen, der verführerische Kunde, das erpresserische aber lebensnotwendige Kindermädchen, die nervigen Schwiegereltern, ein als Taxifahrer verkleideter Philosoph sowie Kates sehr großes schlechtes Gewissen zusammen mit ihrer endlosen mentalen To Do Liste. Und viele mehr. Also solltet ihr das Buch noch nicht kennen, lest oder hört es – es ist lustig und traurig und überzogen und dennoch wahr.

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2 Kommentare

Eingeordnet unter Frau und Job, Mama international

2 Antworten zu “Working Mum: Get dressed in full Armani Armour

  1. Christina Trumpp

    Du meintest sicher „Zinser“ ehemals Haux….;-)?!?
    Das Jeans- Desigual- Outfit, das du immer anhattest sah klasse aus:-)!!
    Du hast einfach einen edlen, besonderen und sehr individuellen Style, der zu dir passt!!
    Liebe Grüße!!

  2. Ich kann dieses Buch auch wärmstens emfpehlen, habe es schon vor einigen Jahren gelesen und viel gelacht! Großartig auch die erste Szene, in der sie einen gekauften Kuchen demoliert, damit er wie selbstgebacken aussieht…

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