Papa in Kolumbien: YMCA als Sprungbrett (Teil 9)

Dank seiner aufgeschlossenen Art und guter Englischkenntnisse steigt Alveiro beim YMCA ein und auf:

Boyscout Camps und neue Freunde

Mein erster Auftrag führte mich während den Sommerferien nach Pennsylvania in ein Boyscout Camp, eine Art Pfadfinderlager. Kurz darauf hängte ich den Verkäuferjob an den Nagel und wurde Vollzeitlehrer. Während der Sommerferien nahm ich wieder einen Job als Campguide an, für drei Monate im Upstate New York. Wieder traf ich einen Menschen, der mich einen Schritt weiterbrachte: Er bot mir die Teilnahme an einem Traineeprogramm für „Recreation“ (Freizeitgestaltung) an. Die 18-monatige Ausbildung fand im US-Bundesstaat Conneticut statt. Während dieses Aufenthalts tauchte ich ein in die Kultur des Landes und lernte wirklich gut Englisch zu sprechen.

 

Programmdirektor und Lehrer

Im Jahr darauf bot mir die YMCA Kolumbien an, das International Camp Counselor (ICCP)-Programm auf ehrenamtlicher Basis zu leiten.[1] Nebenher arbeitete ich weiterhin als Englischlehrer. Sieben Jahren später berief mich die internationale YMCA nach New York City, wo ich ein halbes Jahr in administrativen Dingen geschult wurde. Zurück in Kolumbien wollte die damalige Geschäftsführerin der YMCA Kolumbien mich in Vollzeit einstellen. Das kam sehr unerwartet. An für sich war ich glücklich als Lehrer, ich unterrichtete zu der Zeit an zwei verschiedenen Universitäten und verdiente genug Geld, um meinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Der Job bei der YMCA versprach mehr Arbeit und weniger Geld. Doch sie blieb hartnäckig: „Ob in Teil- oder Vollzeit, ich will dich hier an der YMCA Bogota haben. Du hast viele Talente und passt gut hier her.“ Sie verpasste mir eine Art Gehirnwäsche, in dem sie mir quasi täglich vor Augen hielt, wie viel ich bereits von der Organisation profitiert hätte, dass ich diese Erfahrungen weitergeben sollte und Geld schließlich nicht alles wäre. Schließlich stimmte ich einer Vollzeit-Anstellung zu, behielt aber meinen Abendjob an der Uni bei.

 

Von der Mutterschaftsvertretung zum Generalsekretär

Fünf Jahre später sollte ich dann als Mutterschaftsvertretung zusätzlich die nationale YMCA-Geschäftsführung übernehmen. „Klar, das mache ich gern“, sagte ich. Als die drei Monate um waren, kündigte meine Vorgängerin. Die Position beinhaltet viel Reisetätigkeit und sie wollte ihr Baby nicht so häufig allein lassen. So wurde ich im März 2003 unverhofft zum Generalsekretär der YMCA-Organisation Kolumbiens.

Die Camps, mit denen alles anfing, sind nach wie vor ein wichtiger Teil meiner Arbeit. Sie leisten einen erheblichen finanziellen Beitrag und sorgen dafür, dass wir nicht allein von den Beiträgen der lokalen Gruppen abhängig sind.

[1]    http://www.iccpymca.org/html/begin_customer_registration.cfm

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