Archiv der Kategorie: Frau und Job

Sendepause

Zunächst einmal: Verzeiht bitte mein Schweigen. Auf mum02 bewegt sich in diesem Jahr nicht viel, dafür bewegt sich umso mehr in meinem Leben als berufstätige und selbständige Mutter. Warum ich das nicht mit euch teile? Dafür gibt es zwei Gründe:

  1. Weil sich Prioritäten verschoben haben, fehlt mir momentan die Zeit dafür
  2. Weil Privates manchmal privat bleiben soll, will ich das Seelenleben meiner Kinder nicht im Internet ausbreiten

Wie lange die Sendepause dauern wird und was die Zukunft bringt: Darauf bin ich selbst gespannt. An dieser Stelle einfach ein großes Dankeschön fürs Lesen und Miterleben und allerherzlichste Grüße

Peggy alias mum02

P.S. Ein kleines Geschenk: Falls ihr es noch nicht kennt oder neu entdecken wollt, das „Holstee Manifesto“ fasst wunderbar in Worte, was im Leben wirklich zählt.

 

Quelle Beitragsbild:

https://cdn.shopify.com/s/files/1/0031/5352/files/holstee-download-manifesto-sarah-ipad.jpg?6081006798328252554

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Papa in Kolumbien: YMCA als Sprungbrett (Teil 9)

Dank seiner aufgeschlossenen Art und guter Englischkenntnisse steigt Alveiro beim YMCA ein und auf:

Boyscout Camps und neue Freunde

Mein erster Auftrag führte mich während den Sommerferien nach Pennsylvania in ein Boyscout Camp, eine Art Pfadfinderlager. Kurz darauf hängte ich den Verkäuferjob an den Nagel und wurde Vollzeitlehrer. Während der Sommerferien nahm ich wieder einen Job als Campguide an, für drei Monate im Upstate New York. Wieder traf ich einen Menschen, der mich einen Schritt weiterbrachte: Er bot mir die Teilnahme an einem Traineeprogramm für „Recreation“ (Freizeitgestaltung) an. Die 18-monatige Ausbildung fand im US-Bundesstaat Conneticut statt. Während dieses Aufenthalts tauchte ich ein in die Kultur des Landes und lernte wirklich gut Englisch zu sprechen.

 

Programmdirektor und Lehrer

Im Jahr darauf bot mir die YMCA Kolumbien an, das International Camp Counselor (ICCP)-Programm auf ehrenamtlicher Basis zu leiten.[1] Nebenher arbeitete ich weiterhin als Englischlehrer. Sieben Jahren später berief mich die internationale YMCA nach New York City, wo ich ein halbes Jahr in administrativen Dingen geschult wurde. Zurück in Kolumbien wollte die damalige Geschäftsführerin der YMCA Kolumbien mich in Vollzeit einstellen. Das kam sehr unerwartet. An für sich war ich glücklich als Lehrer, ich unterrichtete zu der Zeit an zwei verschiedenen Universitäten und verdiente genug Geld, um meinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Der Job bei der YMCA versprach mehr Arbeit und weniger Geld. Doch sie blieb hartnäckig: „Ob in Teil- oder Vollzeit, ich will dich hier an der YMCA Bogota haben. Du hast viele Talente und passt gut hier her.“ Sie verpasste mir eine Art Gehirnwäsche, in dem sie mir quasi täglich vor Augen hielt, wie viel ich bereits von der Organisation profitiert hätte, dass ich diese Erfahrungen weitergeben sollte und Geld schließlich nicht alles wäre. Schließlich stimmte ich einer Vollzeit-Anstellung zu, behielt aber meinen Abendjob an der Uni bei.

 

Von der Mutterschaftsvertretung zum Generalsekretär

Fünf Jahre später sollte ich dann als Mutterschaftsvertretung zusätzlich die nationale YMCA-Geschäftsführung übernehmen. „Klar, das mache ich gern“, sagte ich. Als die drei Monate um waren, kündigte meine Vorgängerin. Die Position beinhaltet viel Reisetätigkeit und sie wollte ihr Baby nicht so häufig allein lassen. So wurde ich im März 2003 unverhofft zum Generalsekretär der YMCA-Organisation Kolumbiens.

Die Camps, mit denen alles anfing, sind nach wie vor ein wichtiger Teil meiner Arbeit. Sie leisten einen erheblichen finanziellen Beitrag und sorgen dafür, dass wir nicht allein von den Beiträgen der lokalen Gruppen abhängig sind.

[1]    http://www.iccpymca.org/html/begin_customer_registration.cfm

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Lesung: Zurück an einen glücklichen Ort meiner Kindheit

Am Donnerstag, 30.10.2014 um 19:30 lese und erzähle ich aus meinem Buch „Zwischen Karriere und Krabbelgruppe“ auf Schloss Falkenberg im hessischen Wabern.

Mit Schloss Falkenberg in Wabern verbindet mich eine lange Geschichte: Als Grundschulkind fuhr ich mit Freunden im Reisebus zum ersten Mal auf eine Freizeit hin. Das Schloss liegt im gleichnamigen Dorf im Norden Hessens und war für mich als Kind und Jugendliche ein kleines Paradies. Gab es dort doch Pferde, weitläufige Wiesen, Reitunterricht, einen Badeteich und jede Menge Spaß und Unternehmungen mit Gleichaltrigen. Abends grillten wir Stockbrote am Feuer im Schlosshof und ich spielte mir an der Gitarre die Finger wund – Lagerfeuerromantik und Freiheit pur. Mehrfach verbrachte ich zehn Tage meiner Sommerferien dort.

Schloss Falkenberg

Schloss Falkenberg

Zum Reiten kamen auch Kinder aus dem Dorf aufs Schloss und so fand ich in Tanja eine Freundin, durch die ich heute noch mit Falkenberg in Verbindung stehe, denn sie wohnt vor Ort. Ich reiste an zu ihrer Hochzeit, besuchte sie und ihren Mann auf der Durchreise nach Kopenhagen und traf die ganze Familie ab und zu bei Urlauben in Bayern (was deutlich näher an meiner baden-württembergischen Heimat liegt als das doch recht weit entfernte Falkenberg). Mit der Lesung am Donnerstag kehre ich nun zurück an einen sehr glücklichen Ort meiner Kindheit. Meine Kinder und mein Mann werden mit dabei sein, gemeinsam schnuppern wir ein paar Tage Ferienluft in Falkenberg. Darauf freue ich mich und bin sehr gespannt, was der Abend und die Tage bringen mögen. An dieser Stelle ein allerherzliches Dankeschön an meine Freundin Tanja für die Idee und Organisation der Lesung!

 

Hoffnung für Dich e.V.

Eigentümer des Gemäuers, in dem früher Grafen und Ritter ein- und ausgingen, ist damals wie heute „Hoffnung für Dich e.V.“. Der Verein veranstaltet nach wie vor Freizeiten für Kinder und Jugendliche. Zudem betreut er im Schloss bzw. im Mutter-Kind-Haus seelisch behinderte Mütter mit ihren Kindern sowie drogenabhängige Männer und bietet Beratung für hilfesuchende Menschen.

FalkenbergLagerfeuer

 

 

 

Bildquelle: http://www.hoffnung-fuer-dich.de

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Was ist denn bitte der Sinn des Lebens? Teil 3

Geld und Glück

Ich brauche keine Yacht - da miete ich mir lieber ein Tretboot und gehe Schwimmen

Ich brauche keine Yacht – da miete ich mir lieber ein Tretboot und gehe schwimmen

„Ich brauche keine Yacht, ich gehe lieber schwimmen“ sagt Formel-1-Rekordpilot Sebastian Vettel. Eine Aussage, der den Rekord-Rennfahrer sympathisch macht. Und eine, die ich absolut nachvollziehen kann. Doch ein paar andere Dinge gäbe es schon, die ich mir mit Geld kaufen würde. Zeit, eine Weltreise, ein besonders umweltfreundliches Auto,….

Was meint ihr, kann Geld glücklich machen? Darüber streiten auch viele Forscher. Klar ist: Grundlegende Bedürfnisse sollten erfüllt sein, damit das Glück eine gute Basis hat. Doch macht mehr Geld uns mehr glücklich? Wenn ich an Dagobert Duck denke, tut es das ganz bestimmt nicht. Es kommt also darauf an. Wie unser Leben jenseits des Bankkontos aussieht, ist wichtiger. Gesundheit beispielsweise kann auch sehr viel Geld nicht kaufen. Eine Familie, echte Freunde: Unbezahlbar.

Im aktuellen GEO Wissenheft „Was gibt dem Leben Sinn“ behauptet das Autorenteam Marlene Weiss und Claus Peter Simon, dass Geld doch glücklich macht. Es käme allerdings darauf an, wie man es einsetzt. Nämlich nicht nur für sich selbst. Untersuchungen zeigen: Wenn wir andere beschenken, fühlen wir uns gut. Ähnliches trifft für Spender zu – ob sie nun Blut spenden oder Geld. Und wenn wir unser Geld lieber für uns selbst ausgeben? Auch dafür haben die genannten Autoren Tipps parat, die ich euch nicht vorenthalten möchte:

 

  1. Kauf dir Zeit und Freiheit: zieh näher an deine Arbeitsstelle oder lass unliebsame Tätigkeiten von Dritten übernehmen.
  2. Bezahl lieber gleich statt hinterher: Die Couch, das Auto oder die Reise machen mehr Spaß, wenn wir sie sofort bezahlen.
  3. Weniger ist mehr: Gönn dir lieber hin und wieder etwas Besonderes, anstatt dir möglichst jeden Wunsch sofort zu erfüllen.
  4. Investier in dich: Teure Geräte sind schnell veraltet, Erlebnisse bleiben dir bis an dein Lebensende. Also lieber die große Reise als das neue Flatscreen-TV.

 

Ich möchte noch einen 5. Tipp hinzufügen, der die gerade genannten aus meiner Sicht zusammenfasst: Hör auf dein Herz und auf deinen gesunden Menschenverstand.

 

Wenn ihr mehr über das Thema „Sinn“ erfahren möchtet und vielleicht noch eine Urlaubslektüre braucht: Das GEO Wissen Heft Nr. 53 zum Thema „Was gibt dem Leben Sinn“ bekommt ihr im Zeitschriftenhandel (Preis in Deutschland: 9,50 Euro).

 

 

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Was ist denn bitte der Sinn des Lebens? Teil 2

Freundschaft und Alter

Freiheit, Freunde, Geld - was gibt unserem Leben Sinn?

Freiheit, Freunde, Geld – was gibt unserem Leben Sinn?

Auch wenn sie in der „Rushhour des Lebens“ oft zu kurz kommt: Freundschaft ist elementar wichtig fürs Lebensglück. Besonders eindrücklich führen mir das meine Kindern und meine Eltern vor Augen. Kleine Kinder vergessen alles um sich herum, wenn sie mit ihren Freunden spielen und toben. Gleichzeitig sind sie radikal und sprunghaft, eine scheinbare Kleinigkeit genügt und sie sagen den berühmten Satz „Du bist nicht mehr mein Freund“. Die Welt geht unter. Um oft nur wenige Minuten später wieder aufzuerstehen. Kinder sind nicht politisch korrekt, sie sind direkt und jonglieren ungeniert mit großen Gefühlen. Wenn Kinder größer werden, vertrauen sie sich vermehrt ihren Freunden an anstatt ihren Eltern. Unter Gleichaltrigen fühlen sie sich eher verstanden.

Meine Eltern sind im Ruhestand, sozusagen. An für sich ist es eher ein unruhiger Stand: Sie gehen zwar keiner bezahlten Tätigkeit von 9 to 5 mehr nach, sind jedoch äußerst aktiv. Der Schlüssel zu ihren Unternehmungen sind ihre Freunde. Manche sind noch da von früher, doch zum Teil gingen die Lebenswege zu weit auseinander. Bei dem ein oder anderen spielt die Gesundheit nicht mehr mit, manche altern früher und radikaler als andere. Die verbleibenden Freunde (wie auch die neugefundenen) sind da unendlich wertvoll. Denn die Kinder stecken ja – wie erwähnt – mitten in der Rushhour des Lebens, sind beschäftigt mit Job, Kindern und so weiter. Da sind die Eltern gern gesehene Babysitter und die Familie unternimmt auch generationenübergreifende Ausflüge, doch die Stundenpläne von Rentnern und berufstätigen Eltern liegen zu weit auseinander, als das die Kinder den Eltern echte Freunde sein könnten. Ich wünsche meinen Kindern, dass ihnen der ein oder andere Kindergartenfreund bleibt, bis sie Rentner sind. Dasselbe wünsche ich mir selbst. Und ich weiß, dass ich meine Freunde jetzt nicht vernachlässigen darf. Dass es wichtig ist, die Beziehung zu ihnen zu pflegen.

 

 

Ende des Monats erscheint der dritte Teil zum Sinn des Lebens – es geht um das Thema Geld und Glück.

 

 

 

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Was ist denn bitte der Sinn des Lebens? Teil 1

Nach langer Funkstille aufgrund von sehr viel anderweitiger Textarbeit wieder ein Lebenszeichen von mum02. Meine Gedanken zum Sinn des Lebens packe ich in eine kleine Serie und präsentiere sie euch häppchenweise.

wohin führt unser Weg?

 

Freundschaft und Zeit

Ich habe gute Freundinnen, aber ich sehe sie inzwischen nur sehr selten, zwei bis vier Mal im Jahr, obwohl wir nur 10 km voneinander entfernt wohnen. Selbst Anrufe sind rar geworden – wenn wir abends zu Hause sind und die Kinder (so vorhanden) endlich im Bett, ist uns nicht mehr nach langen Telefonaten. Eher schicken wir uns eine Kurznachricht, ein Lebenszeichen. Denn: Wir haben anscheinend alle so viel um die Ohren, dass gemeinsame Zeit zum Luxus geworden ist. Seit Jahren will ich mit drei meiner Freundinnen für ein Wochenende ins Allgäu zum Skifahren. Obwohl das Skigebiet mit dem Auto gerade mal zwei Stunden entfernt liegt, scheint es für uns unerreichbar. Immer kommt etwas anderes dazwischen: Ein krankes Kind, zahnende Zwillinge, die Ballettaufführung der Jüngsten, ein Hagelschaden, die Hochzeit der Schwester, der Faschingsball der Großen, die Geschäftsreise des Mannes, Omas Krankenhausaufenthalt, etc.. Und als wir es tatsächlich wirklich beinahe fast geschafft hätten, wurde die Freundin mit den vier kleinen Kindern Freitags selbst krank. Das war garantiert psychosomatisch – ihr Körper spürte: „da ist Zeit für mich in Sicht“ und beschloss, diese sei besser im Bett als auf der Piste zu verbringen.

 

Früher war alles besser?Dabei haben wir durchaus Zeit für uns. Zwischen Job und Kinder Hol- und Bringdienste quetschen wir die eine Yogastunde in der Woche. Joggen abends, wenn die Kinder im Bett sind, gegen unseren inneren Schweinehund um den Block. Verbringen vielleicht sogar einmal pro Jahr ein Paarwochenende mit dem Göttergatten. Doch was ist mit spontanen Verabredungen, einem Kaffeeplausch oder dem Grillfest in der Natur, das wir uns früher oft ausgemalt haben? Heute stecken wir mitten drin in den besten Jahren und sehen sie nur so an uns vorbeirauschen. Wie haben das unsere Mütter und Tanten gemacht? Die Frauen in meiner Familie waren fast alle ebenfalls berufstätig, eine Tante zum Beispiel lebte in den 1960er Jahren als alleinerziehende Mutter von vier Kindern und musste allein für den Lebensunterhalt sorgen. Kinderbetreuung, Elterngeld? Fehlanzeige. Ihre Kinder waren tagsüber bei der Oma und die Mutter ging arbeiten. Das tut sie heute noch, weil die Rente nicht reicht. Wie ihr ging es vielen, weshalb sie vermutlich weniger mit ihrem Schicksal haderten, als wir es gerne tun. Und heute? Der Staat unterstützt junge Familien, Gleichberechtigung ist selbstverständlicher geworden. Dennoch fühlen wir uns wie im Hamsterrad. Weil wir alles haben können, fällt es uns schwer, uns für das zu entscheiden, was wir wirklich brauchen. Zum Beispiel, Freundschaft ernst zu nehmen und ihr Raum zu geben, einen Platz ganz oben auf der Prioritätenliste.

 

to be continued

Und ich freue mich wie immer über eure Kommentare und Gedanken!

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Septembermorgen-Shop für Mama und Kind mit Gewinnspiel

 „Ich wollte nicht nur am Computer designen, sondern darüber hinaus Dinge mit meinen Händen erschaffen. Wie zum Beispiel handbedruckte Notizbücher und Karten.“ Katja ist freiberufliche Mediendesignerin, bloggt auf Septembermorgen (und wohnt Luftlinie gerade mal acht Kilometer weit von mir). Seit kurzem ist ihr Shop  online, Luftlinie stets nur einen Click entfernt in den Weiten des Internets. Dort stelle ich euch Katja und ihren Shop vor:

Druck von septembermorgen

Druck von septembermorgen

 

Weiblich, jugendlich geblieben, zweifache Jungsmama und Freiberuflerin – Katja und ich haben auf Anhieb manches gemeinsam. Allerdings: während ich eher mit Worten male, kann sie das bildhaft und gestalterisch in allen Facetten. Ab sofort zu sehen und zu haben in ihrem neuen Shop (Link). Und auf mum02 zu gewinnen!

9 Monate waren zu kurz für einen Shop

Wie viele kreative Menschen wollte Katja „eigentlich schon längst eigene Produkte entwickeln“. 2010 hat sie sich bei dawanda angemeldet, 2013 ganz offiziell auch beim Gewerbeamt. Und 2014 war es soweit: Die ersten Produkte bevölkern ihren eigenen Shop, das „Baby“ ist geboren. Herzlichen Glückwunsch!

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Woher kommen die Ideen?

Als Mediendesignerin entwirft Katja Logos, Webseiten, Corporate Designs. Privat ist sie Mama von zwei kleinen Jungs. Aus dieser Mischung entstehen die grafisch klaren, überwiegend kindlichen (und wie ich finde: sehr charmanten) Motive auf Karten, Drucken, Tellern oder Aufklebern. Für Mama gibt es farbenfrohe aber niemals überladene Ketten. Und: „Einige Produkte leben schon in meinem Kopf und warten auf ihre Umsetzung“ verrät Katja.

 

Gewinnspiel: Diese Preise warten

Eure Chancen stehen gut: Hinterlasst einfach bei diesem Artikel einen Kommentar bis zum 31.05.2014, welches Produkt euch im Septembermorgen-Shop am besten gefällt. Der Gewinner / die Gewinnerin darf sich über gleich vier Preise freuen: einen DIN A4-Print nach Wahl, zwei Lieblings-Postkarten aus den Kategorien „Postkarten“ und „Baby“, einen Button oder ein Aufkleber-Set nach Wahl. Das Los entscheidet, wer gewinnt!

 

Viel Glück und viel Spaß beim Stöbern…

 

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Eingeordnet unter Frau und Job, Leben mit Kindern, Lustig

Working Mum: Get dressed in full Armani Armour

Before heading off to the client presentation, I got dressed in full Armani Armour“, verkündet Kate Reddy, die Heldin aus Allison Pearsons Bestseller „I don’t know how she does it“*, zu deutsch “Der ganz normale Wahnsinn: Working Mum”.
„Armani armour“. Eine funkelnde Rüstung für den Kampf;  gepaart mit High-Heels und einer Menge zahlengetränkter Powerpoint-Folien zieht die Finanzmanagerin und zweifache Mum Kate so in die Meetings in London und New York City. Dieser Satz hat mich beschäftigt. „Kleider machen Leute“ – ihr kennt vielleicht die Geschichte vom Schneiderlehrling Wenzel, der in Gottfried Kellers Novelle für einen polnischen Grafen gehalten wird und die unverhoffte Situation ausnutzt.

 

Ich gehöre zu den Menschen, die ihre Garderobe je nach Anlass bedacht auswählen. Dazu gehört NICHT der Ausflug auf den Spielplatz, ich meine wirklich: Anlässe. Meiner Meinung nach gibt es Situationen, in denen wir uns nicht allein auf unsere inneren Werte verlassen dürfen. Sondern bei denen der erste Eindruck überzeugen muss. Visuell. Wenn ich ein Konzert moderiere, suche ich Kleider aus, die zum Programm und zu mir passen. Bei meinen ersten vier Lesungen im vergangenen Jahr trug ich das exakt selbe Outfit – bis ich mich sicher genug fühlte, um zu experimentieren.
Dabei braucht es kein Armani, nicht für mich. Doch es gibt diese Outfits, in denen wir uns gut und stark fühlen und die wir immer wieder in genau derselben Zusammenstellung aus dem Schrank ziehen.
Kennt ihr das Gefühl? Wie kleidet ihr euch für wichtige Ereignisse?

Als studierte Betriebswirtin dachte ich ja vor Jahren noch, unbedingt einen schwarzen Anzug zu brauchen. Bei Zinser, ehemals Breuninger, probierte ich fünf verschiedene an bis die Verkäuferin zu mir sagte. „Was halten Sie denn von diesem sportiven, schwarzen Kleid? Wissen Sie, Sie scheinen mir einfach nicht der Typ für einen schwarzen Anzug zu sein“. Ich sah sie erstaunt an. Und nahm schließlich das Kleid und den Anzug. Bald sah ich ein, dass die Frau recht gehabt hatte. Der schwarze Anzug hängt im Schrank. Zu förmlich für mich.
Auf der Suche nach dem eigenen Stil lande ich immer mal wieder in einer Sackgasse. Doch ich behaupte, die Liste der Fehlkäufe wird kürzer. Und es gibt schon immer Farben und Muster, um die ich einen großen Bogen mache. Die universelle „Armani Armour“, mit der ich mich in exponierten Lebenslagen gerüstet fühle? Wenn es sie gibt, wartet sie noch auf mich, irgendwo da draußen.

*BUCHTIPP Allison Pearsons Bestseller „I don’t know how she does it“: Das Buch erschien bereits vor zehn Jahren und wurde mit Sarah Jessica Parker in der Hauptrolle der „Working mum“ verfilmt. Das Audiobuch verkürzte mir in den vergangenen Wochen Stunden im Stau auf dem Weg zu einem Kunden. Absolut großartiger Stoff. Kate Reddy lebt gleichzeitig auf zwei „Planeten“, was unweigerlich desaströse Folgen hat: Zum einen ist sie als talentierte Finanzmanagerin in der Londoner City rund um die Uhr im Einsatz. Zum anderen ist sie Mutter von Emily (5) und Ben (1) und verheiratet mit Richard, wohlmeinender Ehemann und mäßig erfolgreicher Architekt. In den Nebenrollen treten auf: Sexistische Kollegen, der verführerische Kunde, das erpresserische aber lebensnotwendige Kindermädchen, die nervigen Schwiegereltern, ein als Taxifahrer verkleideter Philosoph sowie Kates sehr großes schlechtes Gewissen zusammen mit ihrer endlosen mentalen To Do Liste. Und viele mehr. Also solltet ihr das Buch noch nicht kennen, lest oder hört es – es ist lustig und traurig und überzogen und dennoch wahr.

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Lesetipp: Mütter – die letzte Fiktion unserer Zeit?

GEO-Wissen MÜTTER

Über die Feiertage fand ich Muse, mich durch die vor Weihnachten erschienene Ausgabe von GEO Wissen zu schmökern. Sie handelt von „der wohl wichtigsten Frau im Leben der meisten Menschen: der eigenen Mutter“.

gelesen und für interessant befunden: GEO-Heft "Mütter"

gelesen und für interessant befunden: GEO-Heft „Mütter“

Vom Ende der deutschen Mutter und dem Beginn der Mütter

Besonders spannend fand ich die Gesellschaftsreportage „Gesucht: die neue Mutter“ von Christoph Kucklick. Ausgehend vom Stereotyp „Mütter haben sanft und opferbereit zu sein“ widerlegt er systematisch die Mutterschaft als „letzte Fiktion unserer Zeit“. In dem er zeigt: Es gibt nicht DIE gute Mutter, es gibt unendlich viele Spielarten. Dabei treten auf: Eltern dank Leihmutterschaft; eine frischgebackene 64-jährige Mutter; eine SOS-Kinderdorf-Mutter; eine Familie mit acht Kindern, die seit dem vierten Kind manchen Bekannten als „asozial“ gilt (so geht es meiner Freundin mit vier Kindern ebenfalls); Karrierefrauen mit eingefrorenen Eizellen; Adoptiveltern; zwei Kinder in einer Wohngemeinschaft mit ihren Vätern und Müttern, einem lesbischen und einem schwulen Elternpaar, etc.

Kucklick entlarft – wie andere vor ihm – den gerade im Westen Deutschlands häufig anzutreffenden „Kult der totalen Mutterschaft“ als Erbstück des deutschen Kaiserreichs und des Nazionalsozialismus. Und er zeigt durch viele Beispiele aus dem In- und Ausland, das diese Form der Überforderung völlig unnötig ist. Es gibt ja dieses bekannte Sprichwort „Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind groß zu ziehen.“ Daran erinnert mich der Tenor des Artikels: Um die angestrebte Gelassenheit zu realisieren, könnten viele gestresste Mütter auf die Rolle als „Zentralgestirn“ im Leben ihrer Kinder verzichten zu Gunsten anderer Bezugspersonen: allen voran den Vätern, daneben andere Familienmitglieder, Tagesmütter, ErzieherierInnen usw.

Am Ende des Artikels findet sich eine wenig überraschende aber meist vernachlässigte Tatsache: „Mütter sind dann am glücklichsten, wenn sie das Leben führen können, das sie sich wünschen.“ Ein Plädoyer für die Vielfalt des Mütterlichen.

Mütter und ihre Kinder

Im Abschnitt „Mütter und ihre Kinder“ beleuchtet GEO Wissen zunächst in Worten und Bildern das Wunder des Lebens, das Rätsel der Schwangerschaft und um Ähnlichkeiten zwischen Eltern und Kindern. Außerdem geht das Heft Fragen nach wie „Typisch Junge, typisch Mädchen?“, „Ist Mutterliebe angeboren?“ (scheinbar nicht), „Wie entkommt Frau der Perfektionismus-Falle?“ und – wie kann das Thema in einem deutschen Heft zu diesem Thema fehlen – „Wann ist es Zeit für die Kita?“ (es kommt darauf an).

Fazit

Die Reportagen und Texte im Heft teilen sich in zwei Blickwinkel: „Mütter und ihre Kinder“ und „Kinder und ihre Mütter“. Dazu gibt es jeweils zwei Tests, der erstere verspricht Aufschluss über die Beziehung zur eigenen Mutter, der zweite will die leidige Frage „bin ich eine gute Mutter?“ beantworten. Solche Psycho-Tests für den Hausgebrauch sind Geschmackssache, davon abgesehen fand ich jedoch viele aufschlussreiche Analysen und Betrachtungen in den 16 versammelten Texten und kann das Heft daher absolut empfehlen.

Das Heft GEO WISSEN Nr. 52 „Mütter“ umfasst 164 Seiten und kostet in Deutschland 9,50 Euro.

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Frau und Job, Leben mit Kindern

Working mum in Africa – ein Zugbekanntschaft

Eine Frau in Afrika kann tun, was sie will. Meiner Meinung nach kommt es nicht auf die gesellschaftlichen Vorgaben an, sondern allein darauf, was eine Frau und Mutter erreichen möchte,“ so Isi. Die 32-jährige Afrikanerin lebt mit Mann und zwei Kleinkindern an der Elfenbeinküste und arbeitet an ihrem Doktor in Geologie. Haushalt und Kinderbetreuung übernimmt eine Nanny, die sie mit 35 Euro im Monat anscheinend durchschnittlich bezahlt. Sie sagt: „Manchmal verstehe ich euch Deutsche nicht. Ich kenne so viele Afrikaner, die alles dafür tun würden, um einen deutschen Pass zu haben. Aber ihr wisst nicht zu schätzen, was ihr habt.“

Bild: pixelio, Thorben Wengert "Nachrichten"

Bild: pixelio, Thorben Wengert „Nachrichten“

Wer ab und zu ICE fährt, kennt die Wagenstandsanzeiger am Bahnsteig. Auf meiner letzten Fahrt mit der Deutschen Bahn hatten sie die Wagen des ICE in der umgekehrten Reihenfolge angehängt, ein Wagen fehlte ganz. Chaos am Bahnsteig und im rollenden Zug war inklusive. Mittendrin traf ich Isi, eine an der Elfenbeinküste lebende Nigerianerin, die just eine Reihe hinter mir einen Platz im Wagen Nummer zwei reserviert hatte. Ich nahm sie mit ihren riesigen gelben Lidl-Tragetaschen ins Schlepptau und wir fanden schließlich im völlig überfüllten Zug (es war Freitagabend) unsere Plätze. Unser Gespräch über Vorurteile und Vereinbarkeit von Familie und Beruf hat mich nachdenklich gemacht.

Isi: „Meiner Meinung nach kann eine gebildete Frau in Afrika alles erreichen, sie braucht sich keinen gesellschaftlichen Konventionen beugen. Nimm mich zum Beispiel. Vor zwei Jahren habe ich mit meinen Kindern (2,5 und 1 Jahr alt) hier in Deutschland studiert und bin gut zurrecht gekommen mit finanzieller Unterstützung meines Mannes. Vier Monate lebte er hier bei uns und nahm mir alles ab: Er kaufte ein, putzte, wickelte die Kinder, kümmerte sich um sie. Zurück in Afrika verzieht er sich wieder hinter seine Zeitung. Als ich ihn darauf ansprach, meinte er: „wir haben hier ja Personal, warum soll ich da die Kinder wickeln“. Und er hat ja recht, ich selbst gebe auch den Großteil der Arbeit an unsere Nanny ab. Sie kostet uns keine 50 Dollar im Monat, wohnt unter unserem Dach und kümmert sich um Haushalt und Kinder.

Hier wurde ich stutzig. Einerseits freue ich mich mit Isi für ihre idealen Ausgangsbedingungen. Andererseits ist mir die Vorstellung unerträglich, die „soziale Schere“ würde sich auch bei uns so weit öffnen, dass Normalbürger Hausangestellte aus der „Portokasse“ bezahlen können.

Isi: Momentan arbeite ich an meinem Doktortitel in Afrika. Hier in Deutschland bin ich lediglich für ein zweiwöchiges Seminar, solange passen Verwandte in Afrika auf meine Kinder auf. Meine Lage zu Hause an der Elfenbeinküste ist heute recht entspannt, vor allem dank einer günstigen Haushalftshilfe. Ich habe auch Freundinnen in Madagaskar und Burundi, berufstätige Mütter mit Nannys, die sich um Wäsche, Haushalt, Essen und Kinder kümmern. Dadurch können sie auf der Karriereleiter nach oben steigen, nur ihr eigener Horizont ist die Grenze.

Auf der anderen Seite kenne ich Frauen wie meine Schwägerin. Sie hat eine kleine Tochter und will weder studieren noch arbeiten, lieber möchte sie ihr Kind aufziehen. Das ist natürlich ihre Entscheidung, aber die Gesellschaft erwartet das nicht von ihr, um sie eine gute Mutter zu nennen.

Isi, du hast zwei Jahre als studierende Mutter in Deutschland gelebt, wie hast du unser Land erlebt?

In Deutschland ist die gesellschaftliche Meinung sehr wichtig, sie gibt vor, wie ihr zu Leben habt. Deshalb bekommen immer weniger Paare hier Kinder, weil sie sie als Bürde, als Hindernis betrachten.

Kürzlich sprach ich in Frankfurt mit einem deutschen Mädchen, sie war durch die Abiturprüfung gefallen und wollte nun ein Jahr als Au-pair nach Australien. Ich sagte zu ihr: Du lebst hier in Deutschland, dir stehen soviele Möglichkeiten offen, und da willst du als Au-pair den Haushalt machen und Kinderpopos wischen? Manchmal verstehe ich euch Deutsche nicht. Ich kenne so viele Afrikaner, die alles dafür tun würden, um einen deutschen Pass zu haben. Aber ihr wisst nicht zu schätzen, was ihr habt.

Ich habe hin und her überlegt, ob ich über dieses Gespräch bloggen soll, denn ich wollte NICHT den Eindruck erwecken, wir bräuchten in Deutschland auch Nannys, die für 50 Euro im Monat arbeiten, und die Frage der Vereinbarkeit wäre geritzt. Die Diskussion ist bei uns vor allem emotional und ideologisch aufgeladen, auch wenn wir viel über (Eltern-/Betreuungs-)Geld diskutieren. Dafür entschieden habe ich mich, weil ich seit einiger Zeit Berichte über die wirtschaftliche Entwicklung vieler Regionen Afrikas verfolge. Kürzlich schrieb der SPIEGEL in einer Afrika-Serie „Warum Afrika viel besser ist als sein Ruf“. Auch Isi erzählte, sie begegne bei uns oft stereotypen Afrikabildern, dabei wäre ihre Heimat modern und gut entwickelt, sie entspräche so gar nicht dem Bild von Buschhütten und hungernden Kindern. So wenig wie Oslo und Neapel einander gleichen, so wenig können wir Afrika durch eine einheitliche Brille sehen. Daher teile ich dieses kleine Streiflicht auf meine Zufallsbekanntschaft mit euch.

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