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USA versus Germany: Warum ein Land ohne bezahlten Mutterschutz kinderfreundlicher

Autorinnentrio zu Gast in der US Embassy Berlin: Michaela Schonhöft, Maya Dähne, Peggy Wandel

Autorinnentrio zu Gast in der US Embassy Berlin: Michaela Schonhöft, Maya Dähne, Peggy Wandel

ist als das von „Mutti“

Diese Woche war ich mit Maya Dähne und Michaela Schonhöft eingeladen zu einer deutsch-amerikanischen Diskussionsrunde. Der ehrgeizige Titel der Veranstaltung lautete:

„Balancing Family and Career Amidst Demographic Change:

Culture, Public Policy, Gender Roles, and Economics—An International Comparison

With Michaela Schonhöft, Peggy Wandel, and Maya Dähne

Authors of the books Childhoods (Kindheiten), Between Career and Playgroup (Zwischen Karriere and Krabbelgruppe), and

Desperately Seeking Daycare (Deutschland sucht den Krippenplatz)“

Veranstalter war die Wirtschaftssektion der US-Botschaft in Berlin. Mit deutschen und US-amerikanischen Botschaftsangehörigen, Gästen aus Ministerien und der Presse sprachen wir über internationale Erfahrungen und deutsche sowie US-amerikanische Eigenheiten. Kleine Erkenntnis am Rande: Die US-Amerikaner, vor allem die anwesenden berufstätigen Mütter, halten es für ein freiheitliches Grundrecht, am Sonntag ihre Einkäufe erledigen zu können, während wir Deutschen den Ladenschluss am Sonntag mehrheitlich verteidigen als letzte „Bastion im Angesicht des totalen Kapitalismus“.

Die Hauptfrage jedoch war: Wie lassen sich Beruf und Familie für Mütter und Väter besser vereinbaren und warum scheint dies in Deutschland schwieriger als in den USA, trotz großzügiger staatlicher Unterstützung? Was deutsche Eltern hierzulande erhalten, macht die US-Amerikaner neidisch. Dennoch zählt Deutschland zu den Schlusslichtern auf der Geburtenstatistik. Blickt man in die USA, gibt es weder den bezahlten Mutterschutz (abgesehen von wenigen progressiven Staaten wie Kalifornien), noch Elterngeld, Kindergeld oder sonstige Anreize. Dafür gibt es: Kinder. Die sind zwar Privatsache, gehören zum Leben in den USA aber ganz einfach dazu und werden nicht als Störfaktor oder Problem wahrgenommen.

Maya Dähne schilderte den Kontrast aus eigener Erfahrung: Sie arbeitete jahrelang in Washington D.C., wo auch ihre beiden Kinder zur Welt kamen. Bei der Rückkehr nach Deutschland freute sie sich auf „das ultimate Paradies für Eltern und Kinder“ – auf all die staatlichen Vergünstigungen und das weiche soziale Kissen. Wenige Wochen später war sie jedoch eher frustriert – in den USA hatte man sie als Schwangere und Mutter behandelt wie die „Queen of hearts“, in Berlin stand sie nicht nur einmal bepackt mit Windelkarton, Kleinkind und Kinderwagen am U-Bahnschaft und niemand machte Anstalten, ihr die Treppe hinauf oder hinunter zu helfen. Die neuen Nachbarn beschwerten sich über die Ruhestörung und der Betreuungsdschungel entpuppte sich als Nahkampfzone.

Natürlich sind die USA objektiv alles andere als ein Paradies für Familien mit Kindern. Viele US-Bürger sind auf mehrere Jobs angewiesen, um ihre Familie zu ernähren und die Kosten für die Kinderbetreuung aufzubringen – leider auch in Deutschland keine Seltenheit mehr. In einer Rede an die Nation sprach Präsident Obama sich Ende Januar 2014 für eine bessere Vereinbarkeit und Bezahlung für Frauen aus: “ A woman deserves equal pay for equal work. (…) She deserves to have a baby without sacrificing her job. A mother deserves a day off for a sick child or sick parent without running into hardship – and you know what, a father does, too. It’s time to do away with workplace policies that belong in a  „Mad Men“ episode.  (…) Because I firmly believe when women succeed, America succeeds.“

Die Fernsehserie „Mad Men“, auf die Obama anspielt, handelt in den 1960er Jahren. Tatsächlich sind die tradierten Arbeitsbedingungen und Arbeitszeiten ein Hauptgrund, weshalb es mit der Vereinbarkeit hapert – in den USA wie in Deutschland. Daher kam immer wieder das „skandinavische Modell“ zur Sprache. Dort kann man ansatzweise eine neue Zeitkultur erleben. Ein früher Feierabend ist die Regel, Ingela aus Schweden erzählte mir zum Beispiel „Wer bei uns um 17 Uhr noch im Büro sitzt, wird schon mal vom Chef gefragt, ob zu Hause alles in Ordnung ist“. Ist ein Kind krank, bleiben Vater und Mutter abwechselnd zu Hause – ohne schlechtes Gewissen, denn die Familie hat Prioriät. Aus Deutschland kenne ich eher die Sprüche à la „Hast du heute einen halben Tag Urlaub?“ oder „Ich hätte nachmittags auch gerne frei“, wenn man das Büro schon gegen 16 Uhr  verlässt. Das skandinavische Konzept lässt sich sicher nicht komplett auf andere Länder übertragen, doch die zugrundeliegende Mentalität würde ich mir wünschen.

Es gibt hierzulande immer mehr Väter, die Zeit mit ihren Kindern einfordern und dafür beruflich kürzer treten (wollen). Zudem legen viele junge Absolventen und Absolventinnen schon beim Berufseinstieg mehr Wert auf Freizeit und eine gute Balance. Arbeit könnte dadurch einen neuen Stellenwert bekommen – indem wir arbeiten um zu leben anstatt zu leben um zu arbeiten. In Norwegen zum Beispiel gilt es als Faux-pas, ein Meeting nach 16 Uhr anzuberaumen – der Feierabend gehört der Familie oder Hobbys und wird eingehalten. Beim Smalltalk in Deutschland und in den USA fragen wir zuerst „Was machen Sie beruflich?“. Ein Norweger wird eher wissen wollen „Was hast du am Wochenende erlebt?“. Es wäre schön, wenn wir uns davon etwas abschauen könnten. Denn Kinderbetreuung von früh bis spät, damit zukünftig Mütter und Väter 37,5 h oder mehr pro Woche arbeiten können, das kann nicht die Lösung sein – auch wenn es angesichts des demographischen Wandels einleuchtend klingen mag.

 

 

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Glückssträhne: mum02-Rückschau 2013

Manches habe ich mir vorgenommen für das kommende Jahr, doch darüber schreiben werde ich erst, wenn es soweit ist. Daher gibt es am Ende des Jahres eine Rückschau auf die beliebtesten Blogposts. Wie eine Perlenschnur zog sich – wie mir soeben auffiel – das Thema Glück durch viele Posts. Auch der leidige Perfektionismus war häufig präsent. Ist ein weniger perfektes Leben glücklicher als ein möglichst perfektes? Vom Glück jedenfalls kriegen wir selten zu viel, es ist unbezahlbar, lässt sich wunderbar teilen, schert sich nicht um Stereotypen und macht – im Gegensatz zum Weihnachtsbraten – nicht dick.

Wenn ihr wüsstet... by Mittelmaßmama

Wenn ihr wüsstet… by Mittelmaßmama

Glück ist, unperfekt zu sein und sich trotzdem zu mögen.

Klingt wie ein Kalenderspruch? Fiel mir eben so ein. Vielleicht könnte ich also 2014 auch Kalendersprüche texten. Im Ernst: Bereits Anfang des Jahres ging es in mum02 um den leidigen Perfektionismus, zu dem Kinder so gar nicht passen. Tatsächlich macht uns das Streben nach Perfektion eher unzufriedener. „Das neueste iPhone, der extragroße Flachbildschirm, die Designercouch und der fünf-Sterne-Cluburlaub haben uns nämlich gar nicht  glücklich gemacht. Aber nach den Maßstäben unserer Konsumgesellschaft wenigstens annähernd perfekt. Kinder dagegen sind ein archaisches Feuerwerk an Ungewissheiten. (…) Übrigens, laut Eckart von Hirschhausen lachen Kinder 400 mal am Tag, Erwachsene 12 mal und Tote gar nicht. Das ist doch eine klare Tendenz.  Da lebe ich viel lieber lustig anstatt perfekt.“

Was ist das eigentlich, berufstätig sein?

„Ich glaube keiner Statistik, die ich nicht selbst gefälscht habe“, da gebe ich dem alten Churchill absolut recht. Im Februar 2013 zitierte Spiegel Online eine Studie, nach der Mütter in Deutschland zunehmend berufstätig seien. Diese These musste ich einfach mit Beispielen aus meinem Bekanntenkreis unterminieren, darunter 10% Jobs, Minijobs und dergleichen. „Zwei Drittel aller Mütter arbeiten? Sorry, Statistisches Bundesamt, ich finde diese Zahlen wenig beeindruckend. Wie viele Mütter haben einen Job, von dem sie leben könnten? Der ihnen eine Rente sichert?“ Zum Glück bastelt sich jede ihr eigenes Leben, fernab jeder Statistik. Ich meine, wer will schon genau dem Mittelmaß entsprechen? Doch bei aller Toleranz: Der Spruch „Ich muss nicht arbeiten, mein Mann verdient genug“, verursacht mir inzwischen seelischen Ausschlag. Abgesehen davon, dass rund die Hälfte aller Ehen geschieden werden. Will ich mich als gut ausgebildete Frau mit einer Lebenserwartung von über 80 Jahren derartig abhängig machen von etwas so unberechenbaren wie dem Beziehungsglück?

Das ist ja der Gipfel

Kristina Schröders Familiengipfel im März 2013 brachte mich dazu, ihr einen offenen Brief zu schreiben. Die Antwort einer Mitarbeiterin war nett und lapidar. Nun bin ich ja gespannt, was Andrea Nahles aus dem Ressort macht.

„Exclusiv“ und „Prominent!“

heißen ihre Sendungen, Promis kennt sie einige. Darum ging es aber nur ganz am Rande bei meinem Gespräch mit Moderatorin Frauke Ludowig. Vielmehr um offene Einblicke in das Arbeits- und Familienleben einer gut organisierten Mama, die ein ziemliches Arbeitstier ist. Zitat Frauke Ludowig: „Als Frau in einer Führungsposition kann ich zum einen viel mitgestalten und zum anderen auch vorleben. Beispielsweise, dass ich wiedergekommen bin nach der Geburt meiner Kinder, dass ich gerne wiedergekommen bin. Dass ich meine Kinder nicht vernachlässige, obwohl ich meinen Beruf nicht nur zu 100 Prozent sondern manchmal auch drüber mache. Wenn jemand nur Teilzeit arbeiten will, sollte sie oder er trotzdem Karriere machen können. Ich habe selbst gerade eine exzellente Frau in meinem Team befördert (….).“ “Ich habe von meinen Kindern eine Menge gelernt. Zum Beispiel bin ich viel lässiger geworden. Früher war ich eher perfektionistisch, fast schon ein Workaholic. Heute sehe ich vieles gelassener.“

„Penner, Prostituierte und

ein Neugeborenes“ hieß ein Blogpost über meine Freundin in Manhattan. Schonungslose Einblicke in das Land der unbegrenzten Unmöglichkeiten inklusive. Vielleicht ein Einzelfall, auf jeden Fall aber ein spannender: „Schwanger in New York City“

Sauna, Sonne und Samstagssüßigkeiten

Wie in Schweden bekommen auch finnische Kinder in der Regel nur samstags Süßigkeiten. Im Urlaub hielten sich meine Söhne zwar daran, doch anschließend war diese skandinavische Eigenheit schnell vergessen. Von Freundschaften mit Mumins, vom Blaubeersammeln, Saunieren und vom finnischen Schulsystem erzählt dieser Blogpost aus dem August 2013.

Das Glück hat kein Preisschild

2013 habe ich vermehrt Bücher besprochen, die gut auf mum02 passen. Eines davon war „Kindheiten“ von Michaela Schonhöft. Ausgangspunkt des Buchs ist die Frage nach dem Glück. Sie zieht sich wie ein Leitmotiv durch die Kapitel und gipfelt in der Betrachtung, wie eine kinderfreundliche Gesellschaft aussehen könnte. Hier kann gerade Deutschland noch einiges lernen: Dass Kinder nämlich nicht nur eine Bezugsperson brauchen, sondern die Erziehung besser auf viele Schultern verteilt wird. Dass Glück nicht gleichbedeutend ist mit Leistung und Erfolg.“

Als ich kürzlich in Berlin zu Gast war, habe ich die Autorin persönlich kennengelernt – wie schön, die geistige Schöpferin hinter den Zeilen im wahren Leben zu treffen. Überhaupt haben viele Begegnungen, real und virtuell, dieses Jahr für mich bereichert. Bei Lesungen aus meinem Buch, bei  Gesprächen mit vielen Menschen – darunter diverse Bloggerinnen – habe ich wieder einmal festgestellt: Jeder Mensch hat eine faszinierende Geschichte zu erzählen. Man muss nur die richtigen Fragen stellen und aufmerksam zuhören. Darum werde ich mich auch 2014 bemühen.

Ich wünsche allen, die diese Zeilen lesen, ein gutes Neues Jahr, angefüllt mit glücklichen Augenblicken.

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Buchvorstellung „Wunder muss man selber machen“ von Sina Trinkwalder

 Sina Trinkwalder aus Augsburg zog Ende 2009 einen Schlussstrich unter ihr Dasein in der Werbebranche, um etwas Sinnvolles zu schaffen: Eine Näherei, in der Arbeitslose die Chance bekommen,  ökologische Bekleidung in Deutschland herzustellen. 2010 wurde Manomama geboren, ein soziales Textilunternehmen in privater Hand. Über das Abenteuer Manomama hat sie 2013 ein Buch vorgelegt. Es heißt „ Wunder muss man selber machen – Wie ich die Wirtschaft auf den Kopf stelle“.cover_SinaT

Angesichts meiner Vergangenheit musste ich dieses Buch unbedingt lesen. Ich entstamme einem schwäbischen Textilunternehmen, das nach manchen Hochs, vielen Tiefs und folglich schrumpfenden Mitarbeiter- sowie Verkaufszahlen 2008 während der Wirtschaftskrise schließlich dicht machte. Damals habe ich fieberhaft überlegt, wie wir uns durch eine Neuorientierung am Markt halten könnten. Leider gab es dieses Buch zu der Zeit noch nicht. Es hätte mir auf jeden Fall Stoff zum Nachdenken geliefert.

Bereits viele Jahre bevor wir unseren Bekleidungsbetrieb schlossen, wurde ich immer mal wieder erstaunt gefragt: „Was, euch gibt es immer noch? Die meisten Textiler haben doch längst dichtgemacht in Deutschland – billige Konkurrenz aus Asien und so“. Diesem Vorurteil wollte Trinkwalder sich nicht beugen. Mit halsbrecherischem Mut zum Risiko investierte sie in Näh- und Zuschneidemaschinen und holt arbeitslose Näherinnen von der Straße.

 

Wer bitte gründet im 21. Jahrhundert eine Textilfabrik in Augsburg?

Das Buch nimmt die Leser in 20 Kapiteln mit von der spontanen Idee über die zahlreichen Hürden bis hin zur Etablierung von Manomama mit festen Auftraggebern. Wenn ich heute bei DM einkaufe, schaue ich die bunten Stofftaschen dort an und denke mir:„Euch kenn ich doch, ihr werdet in Augsburg genäht“. Bei Manomama nämlich.

Wie ein roter Faden zieht sich Sinas Bauchgefühl durch das Buch. Wie sie Entscheidungen trifft, dürfte klassischen Unternehmensberatern einen Herzinfarkt bescheren. Dabei erweist sich ihr sozialer und betriebswirtschaftlicher Spürsinn als enorm treffsicher.

Die erzählerischen Rückblicke im Buch wechseln sich ab mit thematischen Ausflügen. In Sinas Betrachtungen wird abgerechnet mit Globalisierung, Politik, Wirtschaft und Staat. Auch scheinheilige Promis und sogar die Bio- und Ökobewegung bekommen ihr Fett weg. In „Teilhabe statt Umverteilung“ zum Beispiel bringt sie ihre Auftragskalkulation auf den Punkt: „Nennen Sie mir den Preis, der für Sie ausreichend und für mich fair ist.“

Hochleistungsrosinenpicken“ handelt von der geistigen und körperlichen Ausbeutung von Mitarbeitern, die in vielen Unternehmen zu ökonomischem Verbrauchsgut degradiert worden seien. „In unserem Land ist für jeden Menschen etwas zu tun“ setzt Trinkwalder dem entgegen. Sie glaubt nicht nur an die Bedeutung eines selbstverdienten Lebensunterhalts, sie will vor allem Menschen auf der Verliererseite des Lebens den Zugang dazu ermöglichen. Indem sie selbst Arbeitsplätze schafft.

Für ihr Engagement erhielt Sina Trinwalder bereits zahlreiche Preise und war Gast in diversen Talkshows. Sie ist verheiratet mit einem Mann, der zwischen den Zeilen sehr sympathisch rüber kommt, sich viel um den gemeinsamen Sohn kümmert und ihr den Rücken freihält für ihre Mission vom fairen Unternehmertum.

Selbstverdientes Auskommen = Selbstvertrauen und Wertschätzung

Manomama stellt möglichst solche Menschen ein, die auf dem regulären Arbeitsmarkt keine Chance (mehr) haben. „Warum machst du dir es doppelt schwer?“ wird Sina dazu im Buch von einem Lieferanten gefragt. Denn einen Textilbetrieb in Deutschland zum Laufen zu bekommen ist schon mit motiviertem Fachpersonal eine Kunst. Ihre Antwort: „Weil es um Gerechtigkeit geht. Schau, wir leben in einer Leistungsgesellschaft. Das ist an sich nicht schlecht, sehen wir einmal von den perversen Auswüchen ab. Wenn wir uns kennenlernen, fragen wir einander nicht, wie es uns geht, sondern erzählen uns, welcher Arbeit wir nachgehen. Wir definieren uns über Arbeit. Haben wir nichts Berufliches zu erzählen, sind wir nicht interessant. Wir gehören nicht dazu. Schlimmer noch: Als Arbeitsloser bist du nicht nur am Rande unserer Gesellschaft, die Arbeitenden verachten dich. Weil du ihnen auf der Tasche liegst. Staatsgeld verprasst. Du wirst krank, depressiv, und der Strudel zieht dich immer tiefer hinunter. (….) Ich habe viel Energie in die Wiege gelegt bekommen. Wieso sollte ich nicht meine Kratt für jene Menschen aufwenden, die sie brauchen? Wenn die Stärkeren viel mehr auf die Schwächeren in unserer Gesellschaft achten würden, wäre uns allen geholfen.“ (Aus: „Wunder muss man selber machen“ von Sina Trinkwalder, Seite 248)

Risiko? Her damit.

Beeindruckt hat mich die Art und Weise, wie sich Trinkwalder das komplette Know-how von industrieller Nähtechnik bis Zuschnitt selbst beibringt. Wie sie sich ohne Sicherheitsnetz auf eine fremde Branche und neue Menschen einlässt, auf die Gefahr hin, dabei kräftig auf die Schnauze zu knallen. Und das tut sie. Aber wie meine Mutter immer sagte: Hinfallen ist keine Schande, du musst eben immer wieder aufstehen. Und das tut Trinkwalder natürlich auch, ihr Kampfgeist springt einen beim Lesen an wie ein wildgewordenes Känguru. Im Klappentext wird sie denn auch charakterisiert als „Schrecken der Arbeitgeberverbände“. Das klingt plakativ, aber sie ist kein Schrecken. Vielmehr ein Vorbild, das gerechte Löhne bezahlt und in Deutschland am freien Markt faire Bekleidung produziert. Fazit: Sehr lesenswert.

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Eingeordnet unter Frau und Job, Politik, Wiedereinstieg Teilzeit und Motivation

Umfrage unter berufstätigen Müttern

Die Studentin Janina Hochgürtel hat mich gebeten, den Link zu ihrer Online-Befragung „ Familiäre Bewältigungsressourcen von Zweiverdienerfamilien im Work-Family Conflict“ zu teilen.
Die Studie ist Teil ihrer Masterarbeit im Lehrgebiet Gesundheitspsychologie. Wer Lust hat, mitzumachen, findet die Umfrage hier:

http://ww3.unipark.de/uc/Team_Hochguertel/9e54/

Bild von Janina (privat)

Bild von Janina (privat)

Janina, erzähl ein wenig über dich und dein Projekt?

„Ich bin 26 Jahre alt und absolviere zur Zeit den Master in Psychologie an der Fernuniversität in Hagen.
Kinder habe ich leider noch nicht. Jedoch möchte ich gerne in Zukunft Kinder haben und dennoch berufstätig bleiben. Und so habe ich mich in meiner Masterarbeit gefragt,
welche Ressourcen Mütter aktivieren können, um die Familie und den Beruf miteinander zu vereinbaren. Dabei kann es die Persönlichkeit sein, das Selbstwertgefühl,
die Bewältigungsstrategien der Mütter oder auch das soziale Umfeld, die familiären Strategien oder die soziale Unterstützung sein – und das möchte ich in meiner Untersuchung gerne herausfinden. Ich selbst möchte gerne Familientherapeutin werden und Müttern bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie helfen.“

Was ist das Ziel deiner Arbeit?

„Ziel dieser Studie ist es, wichtige individuelle, familiäre und externe Ressourcen zu untersuchen, um Frauen durch deren Aktivierung bei der Bewältigung des Work-Family Conflicts zu unterstützen. Oft sind es die Frauen, die diesen Konflikt verstärkt wahrnehmen.  Deshalb ist für diese Untersuchung besonders die Perspektive der Mütter von Interesse. Die Befragung richtet sich ausschließlich an berufstätige Frauen (sowohl in Vollzeit als auch in Teilzeit), die mindestens ein Kind unter  18 Jahre haben und deren Partner/in ebenfalls berufstätig ist. Da ein Studium vom Arbeitsaufwand mit einer Berufstätigkeit gleichzusetzen ist, sind natürlich auch alle Studentinnen mit Kindern herzlich eingeladen an der Befragung teilzunehmen.“

 


			

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Eingeordnet unter Frau und Job

Konzern statt Stadtbücherei: Vortrag in Berlin

Vergangenen Freitag war ich eingeladen, einen Vortrag über mein Buch zu halten. Nicht wie bislang als Lesung in einer Bücherei oder einem lauschigen Café, sondern unter dem Dach eines großen deutschen Konzerns, mitten in Berlin.

Nachdem ich beim Werkschutz meinen Ausweis vorgelegt hatte, passierte ich die Schranke in eine scheinbare Männerdomäne. Der Frauenanteil im Unternehmen liegt bei circa 15 Prozent, in der obersten Führungsebene noch darunter. Auch deshalb haben die weiblichen Angestellten vor einem Jahr ein Frauennetzwerk gegründet. An dessen erstem Geburtstag durfte ich vor dieser Runde sprechen – über Mütter zwischen Kindern und Karriere weltweit, und was wir von Ihnen lernen können. Das Publikum bestand aus ganz unterschiedlichen Frauen: Schweißerinnen, Managerinnen, Mechanikerinnen, Schwangere, Mütter und Nicht-Mütter. Sogar eine junge Frau im Mutterschutz war für diesen Termin in die Firma gekommen. Sie hat gleich ein Exemplar von „Zwischen Karriere und Krabbelgruppe“ mitgenommen – vielleicht um sich mit den Geschichten ein wenig auf den Wiedereinstieg vorzubereiten?

Peggy Wandel, Foto: Stefanie Heider

Peggy Wandel, Foto: Stefanie Heider

Thema Vereinbarkeit im Betrieb thematisieren

Während ich erzählte und der Beamer Bilder der interviewten Frauen an die Wand warf, wurde mir immer klarer, dass ich genau am richtigen Ort war. Mitten im Unternehmen unter Frauen, die sich mit der Thema Vereinbarkeit oft Tag für Tag auseinandersetzen. Wieso war ich nicht schon früher auf die Idee gekommen, mit dem Thema in Betriebe zu gehen? Irgendwie hatte ich gedacht, Lesungen gehörten in Büchereien oder Buchhandlungen (in einer Klinik habe ich auch schon Station gemacht, aber das ist kein klassisches Unternehmen). An dieser Stelle ein großes Dankeschön an die Frauenrunde, die mir vergangenen Freitag zuhörte und mit mir aufgeschlossen in einer Stunde „um die Welt reiste“. Um anschließend spannendes aus ihrem Leben mitzuteilen.

 Blitzlichter aus Frauenleben

Die eine erzählte von ihrem Mann, der zwei Anläufe nahm, um in Elternzeit zu gehen. Er arbeitet in einem kleinen Maschinenbaubetrieb in Berlin. Als er vor der Geburt des ersten Kindes anmerkte, er wolle gerne zwei Vätermonate nehmen, bekam er vom Chef zu hören: „Das kannst du machen, aber ob dein Job anschließend noch da ist, kann ich dir nicht versprechen.“ Also ließ er es bleiben. Beim zweiten Kind wagte er erneut einen Versuch – diesmal stimmte der Chef zu. In der Zwischenzeit war dieser nämlich selbst Vater geworden und hatte dabei wohl gemerkt, wie wichtig es ist, Zeit mit dem eigenen Nachwuchs zu verbringen.

Eine andere Frau, gelernte Metallbearbeiterin (an die genaue Berufsbezeichnung kann ich mich nicht erinnern), musste bei der Gesellenprüfung (damals noch in einem anderen Betrieb) erst einmal erklären, was Metall ist. Ähnliche Schikanen erlebte sie in den gut zwanzig Jahre seither immer wieder. Erst diese Woche habe sie ihrem Chef unmißverständlich signalisiert, dass sie endlich befördert werden will.

Eine Führungskraft ermutigte die Frauen, gerade in technischen Berufen selbstbewußt aufzutreten. Ein Werksleiter habe ihr zum Beispiel gesagt, er wünsche sich mehr Schweißerinnen. In China sei das sowieso ein typischer Frauenberuf.

Eine weitere Frau aus der Kommunikationsabteilung hatte zuvor acht Jahre in den USA gearbeitet. Ihr Mann ist ebenfalls in führender Funktion in einem großen Unternehmen und hat nun viel mit Skandinavien zu tun. Für ihn sei der Kontrast zwischen den USA und seinen skandinavischen Mitarbeitern besonders groß. In Schweden oder Norwegen geht die Familie ganz klar vor. Dort holt man die Kinder um 16 Uhr pünktlich von der Kita ab, auch wenn das Meeting noch nicht zu Ende ist. Und wenn ein Kind krank wird, bleiben Papa und Mama in der Regel abwechselnd zu Hause – ohne das bei uns scheinbar vorprogrammierte schlechte Gewissen.

Eine andere Frau und Führungskraft (gibt es dafür eine weibliche Bezeichnung?) ist alleinerziehende Mutter von drei Kindern und damit sehr glücklich. Dazu trägt ein Au- pair ganz maßgeblich bei: „Sie übernimmt quasi den „Hausfrauenpart“ bei uns und ich verdiene das Geld für die Familie.“ Auch das ist eine gute Lösung, wenn genug Platz in der Wohnung vorhanden ist. Mir wurde mal wieder bewußt: Du brauchst nicht weit zu reisen, um spannende Lebensgeschichten zu hören – jeder Mensch hat eine gute Geschichte zu erzählen, wenn man ihm oder ihr nur lange genug zuhört.

Bis zum nächsten Mal!

mum02

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Die Frauenarbeitsvermeidungsrepublik

„Ich bin eben der Alleinverdiener bei uns“, erzählte  vor ein paar Tagen die männliche Hälfte einer befreundeten Familie, und wirkte dabei alles andere als glücklich. Eine in Deutschland alltägliche Situation: Vater, Mutter, zwei Töchter im Alter von 10 und 14 Jahren; Papa arbeitet im Konzern, davon werden sämtliche Ausgaben bestritten: Die monatliche Miete für das Haus, Nebenkosten, Essen, Kleidung, Urlaub, etc. Um ihn herum fallen Burnout-Kranke wie die Dominosteinchen. Er selber hält sich tapfer, aber der Druck im Konzern macht ihm zu Schaffen und er würde liebend gern in eine kleinere Firma wechseln. Doch das Gehalt sollte stimmen, denn: Er ist eben der Alleinverdiener. Seine Frau ist Akademikerin, hat aber seit der Geburt der Kinder den Hausfrauenpart übernommen und trägt monetär nichts zum Einkommen bei.  Er tat mir leid und wäre ich seine Frau, hätte ich beschlossen, dass es so nicht weiter gehen kann – ich würde mir einen Job suchen. Doch sie sass daneben und nickte nur. Die Töchter der beiden sind gute Schülerinnen im Gymnasium. Werden sie nach dem Studium und <5 Berufsjahren auch bei ihren Kindern zu Hause bleiben? Das wird ihnen schließlich vorgelebt.

aboutpixel.de / Schattenboxen © Michael Stachurski

aboutpixel.de / Schattenboxen © Michael Stachurski

Eine Bekannte aus dem Turnverein war 8 Jahre Vollzeitmama und sagte gern Sätze wie „Ich muss ja nicht arbeiten, mein Mann verdient genug„. Nun hat sie doch wieder einen Job angefangen, in ihrem Bereich als Akademikerin arbeitet sie für 400 oder 450 Euro zwei Tage die Woche, macht acht Tage im Monat. Das ist Ausbeuterei auf freiwilliger Basis und bringt keinen Cent für die Rente.
Ich habe die Tage einen aufrüttelnden FAZ-Artikel auf Facebook gepostet, der Frauen zum Sparen gegen die Altersarmut aufruft. Warum verdrängen wir dieses Thema so gern oder verweisen auf den gutverdienenden Ehemann (statistisch hält leider höchstens die Hälfte der Ehen lang genug)? Vermutlich „liegt es daran, dass die Zahlen, die wir jahrelang auf unseren Rentenbescheiden lesen, so klein sind, dass man sie gut übersehen kann.“ (FAZ-Link)

Am Wochenende sprach ich auf der „Schön&Gut Messe“ in Münsingen mit einer mittelständischen Textilunternehmerin, sie stellt Strickmode aus Biobaumwolle her und sucht händeringend nach qualifizierten Arbeitskräften. „Bei uns im Dorf gibt es genug Frauen zwischen 35 und 45, deren Kinder groß genug sind und die beruflich wieder durchstarten könnten – bei mir auch gerne in Teilzeit. Aber stattdessen verdingen sich gelernte Industriekauffrauen lieber auf 450-Euro Basis als Putzkraft oder beim Discounter an der Kasse.“ Sie selbst würde gern in ein paar Jahren in Rente gehen, doch dafür muss sie erst noch einiges an privater Altersvorsorge ansparen – das werden auch manche der Frauen noch merken, die auf Sozialversicherungsabgaben pfeifen.  Wer schon einmal auf Lohnsteuerklasse 5 gearbeitet hat, weiß auch, warum viele lieber nur einen Minijob annehmen – es bleibt oft kaum etwas übrig vom Teilzeitgehalt. Daher gehört unser unsägliches Steuergesetz (übrigens das komplizierteste weltweit) reformiert. Eine Abschaffung des Ehegattensplittings und eine gerechtere Besteuuerung könnte für mehr Anerkennung von  Teilzeitarbeit sorgen. Dazu findet sich ein sehr interessanter Leitartikel auf der Seite des VBM (Verband berufstätiger Mütter):

Ehegattensplitting, kostenlose Ehefrauen-Familien-Mitversicherung & Co – weg mit den diskriminierenden

aboutpixel.de / Schattenboxen © Michael Stachurski

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Regelungen im Steuer- und Sozialrecht

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Ein kreativer Sturm fegt durch Baden-Württemberg

Kerstin Sturm Bild: Prinzessin Häberle

Kerstin Sturm
Bild: Prinzessin Häberle

Marketing-Profi Kerstin Sturm zog es vor Jahren nach Stuttgart. Der Start als berufstätige Mutter in der Schwabenmetropole war alles andere als einfach. „Hut ab!“, dachte ich bei mir. Aber lest selbst. Inzwischen coacht Frau Sturm Frauen – mit ihrer „Akademie für bessere Werbung“, die den schönen schwäbischen Namen „Prinzessin Häberle“ trägt. Kennengelernt habe ich sie vor kurzem in Tübingen bei einem ihrer Seminare. Ich fand Kersin klasse und wollte sie unbedingt in meinem Blog vorstellen.

Frage: Kerstin, bei unserem ersten Treffen erwähntest Du Deinen Umzug von Berlin nach Stuttgart. Das Kinderbetreuungsangebot im vermeintlich wohlhabenden Stuttgart war für Dich als Berlinerin eher überraschend. Kannst Du Deine damalige Situation kurz schildern?

Ich war Werbetexterin, 34 Jahre alt und mein Sohn 5. Schon einen Kindergartenplatz zu ergattern war schwierig. Letztlich fand ich einen, allerdings musste ich meinen Sohn schon am frühen Nachmittag wieder abholen. Werbeagenturen bieten kaum Halbtagsstellen, weil ständig Stress ist. Außerdem hätte ich uns mit einer Halbtagsstelle gar nicht finanzieren können.

Frage: Wie hast Du als berufstätige Mama diesen Spagat hinbekommen?

Ich bin morgens um halb drei aufgestanden und habe schon vier Stunden gearbeitet bevor ich meinen Sohn weckte und in den Kindergarten, später in die Schule brachte. Dann konnte ich noch vier – fünf Stunden in den Agenturen arbeiten. Das war eine schlimme Zeit, sechs Jahre ging das so – je älter mein Kind wurde, desto leichter wurde es. Wenn es auch hart blieb. Damals hatte ich das Gefühl ein schwaches Hascherl zu sein und ständig hatte ich ein schlechtes Gewissen, wenn ich gestresst war, oder arbeiten ging oder nicht arbeiten ging. Es gab immer gleich mehrere Gründe, warum sich mein Gewissen schwarz färbte.

Frage: Heute betreibst Du mit einer Partnerin die Akademie „Prinzessin Häberle“ und scheinst dem Firmennamen nach im Schwabenland angekommen zu sein. Was ist die Mission von Prinzessin Häberle?

„Emotionales Krafttraining“ könnte man es nennen. Wenn ich damals z.B. gewusst hätte was ich heute weiß, wäre ich ganz anders mit der Problematik von damals umgegangen. Ich hätte meine Situation öffentlich gemacht. Ich habe Geschichten auf der Hortplatzsuche erlebt, die fantastisch für die Presse sind. Außerdem hätte ich besser mit meinen Arbeitgebern verhandelt als früher. Ich war froh überhaupt Projekte zu bekommen und das ist immer eine schlecht bezahlte Position.

Das ist unsere Mission: dass Frauen spüren, wie stark sie sind und wie stark sie ihr eigenes Leben lenken. Wir begleiten und stärken Frauen auf dem Weg ihre Komfortzone zu verlassen. Doris Bohlen trainiert als Coach das Selbstwertgefühl und Vertrauen, Verkauf und die Verhandlungsführung. Ich verbessere das Marketing und die Eigenwerbung. Was uns dabei antreibt und so ansteckend wirkt ist unsere Leidenschaft. Eigentlich wollen wir ja nicht viel: nur die Gesellschaft verändern. Und da fangen wir bei uns an.

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Eingeordnet unter Frau und Job, Uncategorized, Wiedereinstieg Teilzeit und Motivation

Heute im mum02-Jackpot: Mama-nagement featuring Frauke Ludowig

Heute ist es soweit, der Jackpot – zwei Originalcartoons von Mittelmaßmama, signiert von Familienmanagerin und Moderatorin Frauke Ludowig – (siehe Blogbeitrag vom 11.09.13) wird verlost!

Bevor ich euch die beiden Glückslose verrate, stelle ich der Karikaturistin, Bloggerin und working mum Rebecca alias Mittelmaßmama ein paar Fragen. Deren Beantwortung wollte sie eigentlich auf einen Moment der Ruhe verschieben. Der dann nie kam.

Hoffe, dass Du jetzt gerade wie ich laut darüber lachen kannst. RUHE und das im Leben einer Mama?

Auch dazu fiel ihr gleich wieder ein Cartoon-Motiv ein. Denn Mittelmaßmama sieht das Leben nicht durch eine rosarote Brille, sondern mit viel Humor. Und deshalb mag ich sie so gern!

Rebecca, woher nimmst du die Ideen für deine Zeichnungen?

Aus dem täglichen Leben. Wie jetzt, aus meiner Mail. Da fiele mir schon ein Cartoon dazu ein. Außerdem aus dem Dialog mit Mitmüttern, der mir die Skurilität manch einer Lebenssituation erst so richtig vor Augen führt. Und gelobt ist, wenn man drüber lachen kann.

Welche Angebote wünschst du dir, um Familie und Job leichter vereinbaren zu können?

Mehr Teilzeitangebote für alle. Auch für Männer. Mir geht es langsam auf den Keks, dass alle Welt meint, dass die Lösung für Kind und Karriere in ausreichender Kinderbetreuung und Vollzeitjob liegt. Vollzeit heißt oft genug: Volle Zeit plus Überstunden. Wo bleibt denn da das Familienleben? Warum soll ich mich da für ein Kind entscheiden? Wenn ich es am Ende doch nur schlafend sehe. Nein, ich will raus mit meiner Brut, vielleicht nicht unbedingt Fußball spielen, aber Asseln und Schnecken angucken, auf einen Spielplatz oder in den Zoo gehen. Oder in muffigen Fluren auf sie warten, während sie ihre ersten Schwimmzüge lernen. WobVorschauei ich mich sehr freuen würde, wenn die Betreuungseinrichtungen und Schulen, in die sie gehen, wirklich kindgerecht ausgerichtet sind, und ich mich und die Brut nach Feierabend nicht durch dusselige Hausaufgaben prügeln muss.

Wenn ihr wüsstet... by Mittelmaßmama

Wenn ihr wüsstet… by Mittelmaßmama

"Quote" by Mittelmaßmama

„Quote“ by Mittelmaßmama

Und nun kommen wir wie versprochen zur Verlosung ihrer Cartoons. Die Glücksfee hat gerade zwei Zettel gezogen. Ich habe sie auseinandergefaltet und gelesen. Welche Namen wohl draufstanden?

And the winners are…. Den Cartoon „Quote“ gewinnt Christine! Und „Wenn ihr wüsstet…“ geht an: Silke! Herzlichen Glückwunsch!

 

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26. September 2013 · 14:37

Mamas im Management: Gewinnspiel

Manchmal habe ich den Eindruck, wir Frauen in Deutschland neigen dazu, uns ein besonders schlechtes Gewissen einzureden. Egal, ob wir arbeiten oder nicht. Das ist nicht gut und hilft niemandem

Das erklärte mit die Moderatorin Frauke Ludowig in einem sehr offenen Interview im Mai 2013. Es ging um die kleinen Tricks einer berufstätigen Mutter und um Frauen in anderen Ländern, die oft weniger perfektionistisch durchs Leben zu gehen scheinen.

Frauke Ludowig signierte die Bilder Bild: Danone

Frauke Ludowig signierte die Bilder
Bild: Danone

"Quote" by Mittelmaßmama

„Quote“ by Mittelmaßmama

Anlässlich dieses Interviews lernte ich eine andere Bloggerin näher kennen: Rebecca Harms alias Mittelmaßmama. Mit buntem Stift und klarem Blick für die kleinen und großen Probleme im Leben einer „Working mum“ entstehen ihre treffenden Karikaturen. Viele davon findet ihr auf ihrem lesens- und vor allem natürlich sehenswerten Blog.

Wenn ihr wüsstet... by Mittelmaßmama

Wenn ihr wüsstet… by Mittelmaßmama

Aus dieser Begegnung entstand schließlich die Idee zu einer Verlosung: Diese beiden Original-Zeichnungen von Mittelmaßmama, exklusiv signiert von Frauke Ludowig, könnt ihr gewinnen. Ein schöner und einmaliger Wandschmuck für Büro, Wohnzimmer oder wo Kindertagesstätte – immer ein Hingucker, denke ich. Hinterlasst einfach einen Kommentar hier im Blog oder auf meiner Facebook-Seite, zum Beispiel mit euren Tipps oder Strategien gegen das schlechte Gewissen, welches Mamas (und Papas???) gerne mal beschleicht bei ihrem Versuch, Familie, Job, Haushalt und nicht zuletzt die eigenen Wünsche und Träume unter einen Hut zu bekommen.

Am 26.09. verlose ich die DinA4-großen Zeichnungen von Mittelmaßmama an zwei KommentarschreiberInnen.

P.S. Herzlichen Dank, Mittelmaßmama!

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Schatzsuche: Auf dem Weg zu mehr Lebensfreude

Porträt: Nachgefragt bei Angela Fürtsch

Heute möchte ich euch eine Frau vorstellen, die ich im Frühjahr kennengelernt habe. Was sie macht, finde ich sehr spannend und hilfreich, weshalb ich sie bat, mir für mum02 mehr darüber zu erzählen. Besonders interessiert hat mich, mit welchen Fragen Frauen und Mütter in ihre Praxis kommen und ob man Lebensfreude tatsächlich lernen kann.

 

Vier Fragen an Angela (Foto: privat)

Vier Fragen an Angela zum Thema Lebensfreude (Foto: privat)

 

1. Angela, stell dich doch bitte in einem Satz kurz vor.

 Ich bin Heilpraktikerin (Psychotherapie): In meiner „Praxis für Lebensfreude“ in Reutlingen berate und coache ich Frauen, die sich Veränderungen in ihrem Leben wünschen – in welchen Lebensbereichen auch immer.

2. Lebensfreude wünschen wir uns alle möglichst viel – du betreibst sogar eine Praxis für Lebensfreude. Das klingt toll! Was genau verbirgt sich hinter deinem Konzept?

 Hinter meinem Konzept verbergen sich meine persönlichen und beruflichen Erfahrungen:

Als Studentin hatte ich schwierige Konflikte mit meinen Eltern und habe längere Zeit eine Beratung in Anspruch genommen. Ich fand die Beratung ganz toll, weil es unheimlich befreiend war, mit einer neutralen Beraterin über persönliche Dinge zu sprechen und neue Lösungsmöglichkeiten zu erkennen. Irgendwann wollte ich das dann selbst lernen und habe eine 5-jährige körperorientierte Psychotherapie-Ausbildung in der Schweiz absolviert.

Daraus ist mein Konzept entstanden:

In meiner Praxis für Lebensfreude biete ich Frauen einen Raum an, in dem sie zur Ruhe kommen können.

Einen Raum, in dem sie sich wohl fühlen, entspannen und mit sich selbst in Kontakt kommen.
Einen Ort, an dem sie durchatmen können und spüren, wie es ihnen wirklich geht.
Einen Ort, an dem sie Schritte der Veränderung tun können.

Ich weiß, dass Frauen eine Frau brauchen, der sie sich anvertrauen, mit der sie lachen und weinen können.

Mit deren Hilfe sie herausfinden und ausdrücken können, was sie wirklich bewegt.
Was sie freut, was ihnen Schmerzen bereitet, was sie wütend macht.
Was sie sich wünschen, erträumen und ersehnen.
Eine Frau, die ihr Lachen und ihre Tränen, ihre Wut und ihre Lebensfreude willkommen heißt.

Es ist mir eine Freude und Ehre, diese Frau für meine Klientinnen sein zu dürfen.

 

3. Bestimmt coachst du auch berufstätige Mamas. Mit welchen Fragestellungen kommen sie zu dir, wie hilfst du ihnen weiter – kannst du darüber ein wenig verraten?

 

Klar coache ich auch berufstätige Mamas.

Typische Fragestellungen sind zum Beispiel:

– Ich brauche dringend mal wieder Zeit für mich – wie kann ich mir Freiräume schaffen?

– Ich bin immer für alles zuständig, bekomme aber nie Anerkennung – wie kann ich das ändern?

– Mein Partner und ich sind nur noch Eltern – wie werden wir wieder ein Paar?

– Ich will wieder in´s Berufsleben einsteigen, aber ich traue mich nicht. Was kann ich tun?

 Wie helfe ich den Frauen weiter?

Jede Frau hat in ihrem Leben Phasen der Unzufriedenheit, der Erschöpfung, der Unruhe, der Lust auf Veränderung, der Umbrüche.

Dann tut es ihr gut, den Rücken gestärkt zu bekommen beim Entdecken der Ursachen und der individuellen Veränderungsmöglichkeiten. Auf dem Hintergrund meiner Ausbildungen und meiner langjährigen Berufserfahrung unterstützte ich meine Klientinnen mit psychologischer Beratung, Coaching und Psychotherapie dabei, zu entdecken, wie sie ihre persönlichen Ressourcen optimal nutzen können. Denn es geht immer auch darum, nicht in der Entdeckung der Möglichkeiten zu verharren, sondern die Schritte zu einer positiven Veränderung auch zu tun.

Vier Augen sehen mehr als zwei:

In diesen Veränderungssituationen ist natürlich auch von Vorteil, dass ich als unabhängige Beraterin Frauen neutral und unbelastet begleiten kann. Nicht meine Wünsche und Bedürfnisse, sondern die Fragen und Themen meiner Klientinnen stehen im Mittelpunkt meiner Arbeit.

 

4. Kann man mehr Lebensfreude lernen?

 

Lebensfreude ist jedem Menschen angeboren. Aber manchmal ist die Lebensfreude (in Teilen) verschüttet durch unangenehme oder auch traumatische Erfahrungen, Zwänge, Pflichten, eine Lebensweise, die nicht mit dem wirklichen Wesen der Person übereinstimmt. Jede von uns kann lernen, herauszufinden, was wirklich zu ihr passt. Welche Art von Menschen, Beziehungen, Tätigkeiten, Wünsche, etc.

Ich habe verschieden Methoden zur Verfügung, mit denen Menschen wieder in Kontakt mit ihrer Lebensfreude kommen können: Gespräch, Körperübungen, Entspannungsübungen, Imaginationsübungen. Ich schaue immer genau, welche Methoden zu welcher Frau in welchem Moment passen. Die Klientin hilft mir mit ihren Rückmeldungen dabei.

Wenn sich eine Frau entscheidet, bei mir eine Beratung zu machen, sage ich immer: „Wir machen uns jetzt gemeinsam auf die Schatzsuche: Wir werden Ihre individuellen Schätze finden und ausbuddeln!“

Vielen Dank für das Gespräch!

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern eine Spätsommerwoche voller Lebensfreude.

Peggy

P.S. Wenn ihr mehr erfahren wollt, besucht doch Angelas Website:

 

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