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Kreativ: Verwandle die Welt um dich herum

Nur du allein hast die Macht, den Ort, an dem du lebst, zu einem wunderschönen Ort zu machen.

(frei nach „Die Kunst, ein kreatives Leben zu führen“, F. Bednarz)

„Was heißt kreativ für dich?“ habe ich im letzten Blogbeitrag gefragt. Zwei Antworten teile ich hier mit euch. Von beeindruckenden Frauen, die ich schon lange kenne; die eine live und in Farbe, die andere aufgrund der weiten Entfernung aus vielen wunderbaren E-Mails.

Jule von den Patentanten ist Designerin und hat ein unglaubliches Händchen für schöne Dinge. Rebecca, besser bekannt als selbsternannte Mittelmaßmama, hält ihre Weltsicht in treffenden Karikaturen fest. Vielen Dank euch beiden für eure spontanen Antworten!

„Was heißt kreativ für dich?“

Rebecca:

2 Cartoon für Peggy.22.2015

Jule: Kreativität für mich ist dieses Gefühl, wenn mein Tun aus dem Bauch heraus passiert.

Wenn ich dieses fließende Gefühl in mir spüre aus dem eine fast unaufhaltsame Handlung folgt.

Spontanität gehört dazu & es geht einfach, egal um was es geht.

Ein schöpferischer Vorgang, der nicht festgelegt ist auf einen bestimmten Bereich.

Es kann sich um Kleidung drehen, um Räume, um die Gestaltung eines Events, gleich ob im Kleinen oder im Großen.

Kreativität ist, wenn unterschiedliche Puzzlestücke sich zu einem großen Ganzen fügen & ein harmonisches Bild ergeben.

Wenn meine Kreativität in der Welt, mit den Menschen zu einer runden Sache wird, macht mich das sehr zufrieden & glücklich.

Kreativität ist bereichernd, das zeigen diese beiden ganz persönlichen Blickwinkel. Vielen herzliche Dank euch! Ich freue mich über weitere Stimmen und Kommentare und wünsche allen, die diese Zeilen lesen, glückliche Stunden und Tage. Nutzt eure Macht und macht den Ort, an dem ihr seid, zu einem wunderbaren Freiraum.

 

 

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Lesung: Zurück an einen glücklichen Ort meiner Kindheit

Am Donnerstag, 30.10.2014 um 19:30 lese und erzähle ich aus meinem Buch „Zwischen Karriere und Krabbelgruppe“ auf Schloss Falkenberg im hessischen Wabern.

Mit Schloss Falkenberg in Wabern verbindet mich eine lange Geschichte: Als Grundschulkind fuhr ich mit Freunden im Reisebus zum ersten Mal auf eine Freizeit hin. Das Schloss liegt im gleichnamigen Dorf im Norden Hessens und war für mich als Kind und Jugendliche ein kleines Paradies. Gab es dort doch Pferde, weitläufige Wiesen, Reitunterricht, einen Badeteich und jede Menge Spaß und Unternehmungen mit Gleichaltrigen. Abends grillten wir Stockbrote am Feuer im Schlosshof und ich spielte mir an der Gitarre die Finger wund – Lagerfeuerromantik und Freiheit pur. Mehrfach verbrachte ich zehn Tage meiner Sommerferien dort.

Schloss Falkenberg

Schloss Falkenberg

Zum Reiten kamen auch Kinder aus dem Dorf aufs Schloss und so fand ich in Tanja eine Freundin, durch die ich heute noch mit Falkenberg in Verbindung stehe, denn sie wohnt vor Ort. Ich reiste an zu ihrer Hochzeit, besuchte sie und ihren Mann auf der Durchreise nach Kopenhagen und traf die ganze Familie ab und zu bei Urlauben in Bayern (was deutlich näher an meiner baden-württembergischen Heimat liegt als das doch recht weit entfernte Falkenberg). Mit der Lesung am Donnerstag kehre ich nun zurück an einen sehr glücklichen Ort meiner Kindheit. Meine Kinder und mein Mann werden mit dabei sein, gemeinsam schnuppern wir ein paar Tage Ferienluft in Falkenberg. Darauf freue ich mich und bin sehr gespannt, was der Abend und die Tage bringen mögen. An dieser Stelle ein allerherzliches Dankeschön an meine Freundin Tanja für die Idee und Organisation der Lesung!

 

Hoffnung für Dich e.V.

Eigentümer des Gemäuers, in dem früher Grafen und Ritter ein- und ausgingen, ist damals wie heute „Hoffnung für Dich e.V.“. Der Verein veranstaltet nach wie vor Freizeiten für Kinder und Jugendliche. Zudem betreut er im Schloss bzw. im Mutter-Kind-Haus seelisch behinderte Mütter mit ihren Kindern sowie drogenabhängige Männer und bietet Beratung für hilfesuchende Menschen.

FalkenbergLagerfeuer

 

 

 

Bildquelle: http://www.hoffnung-fuer-dich.de

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Septembermorgen-Shop für Mama und Kind mit Gewinnspiel

 „Ich wollte nicht nur am Computer designen, sondern darüber hinaus Dinge mit meinen Händen erschaffen. Wie zum Beispiel handbedruckte Notizbücher und Karten.“ Katja ist freiberufliche Mediendesignerin, bloggt auf Septembermorgen (und wohnt Luftlinie gerade mal acht Kilometer weit von mir). Seit kurzem ist ihr Shop  online, Luftlinie stets nur einen Click entfernt in den Weiten des Internets. Dort stelle ich euch Katja und ihren Shop vor:

Druck von septembermorgen

Druck von septembermorgen

 

Weiblich, jugendlich geblieben, zweifache Jungsmama und Freiberuflerin – Katja und ich haben auf Anhieb manches gemeinsam. Allerdings: während ich eher mit Worten male, kann sie das bildhaft und gestalterisch in allen Facetten. Ab sofort zu sehen und zu haben in ihrem neuen Shop (Link). Und auf mum02 zu gewinnen!

9 Monate waren zu kurz für einen Shop

Wie viele kreative Menschen wollte Katja „eigentlich schon längst eigene Produkte entwickeln“. 2010 hat sie sich bei dawanda angemeldet, 2013 ganz offiziell auch beim Gewerbeamt. Und 2014 war es soweit: Die ersten Produkte bevölkern ihren eigenen Shop, das „Baby“ ist geboren. Herzlichen Glückwunsch!

septembermorgen_ketten_praesentationsbilder_geometrische_holzperle_01

 

Woher kommen die Ideen?

Als Mediendesignerin entwirft Katja Logos, Webseiten, Corporate Designs. Privat ist sie Mama von zwei kleinen Jungs. Aus dieser Mischung entstehen die grafisch klaren, überwiegend kindlichen (und wie ich finde: sehr charmanten) Motive auf Karten, Drucken, Tellern oder Aufklebern. Für Mama gibt es farbenfrohe aber niemals überladene Ketten. Und: „Einige Produkte leben schon in meinem Kopf und warten auf ihre Umsetzung“ verrät Katja.

 

Gewinnspiel: Diese Preise warten

Eure Chancen stehen gut: Hinterlasst einfach bei diesem Artikel einen Kommentar bis zum 31.05.2014, welches Produkt euch im Septembermorgen-Shop am besten gefällt. Der Gewinner / die Gewinnerin darf sich über gleich vier Preise freuen: einen DIN A4-Print nach Wahl, zwei Lieblings-Postkarten aus den Kategorien „Postkarten“ und „Baby“, einen Button oder ein Aufkleber-Set nach Wahl. Das Los entscheidet, wer gewinnt!

 

Viel Glück und viel Spaß beim Stöbern…

 

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Schatzsuche: Auf dem Weg zu mehr Lebensfreude

Porträt: Nachgefragt bei Angela Fürtsch

Heute möchte ich euch eine Frau vorstellen, die ich im Frühjahr kennengelernt habe. Was sie macht, finde ich sehr spannend und hilfreich, weshalb ich sie bat, mir für mum02 mehr darüber zu erzählen. Besonders interessiert hat mich, mit welchen Fragen Frauen und Mütter in ihre Praxis kommen und ob man Lebensfreude tatsächlich lernen kann.

 

Vier Fragen an Angela (Foto: privat)

Vier Fragen an Angela zum Thema Lebensfreude (Foto: privat)

 

1. Angela, stell dich doch bitte in einem Satz kurz vor.

 Ich bin Heilpraktikerin (Psychotherapie): In meiner „Praxis für Lebensfreude“ in Reutlingen berate und coache ich Frauen, die sich Veränderungen in ihrem Leben wünschen – in welchen Lebensbereichen auch immer.

2. Lebensfreude wünschen wir uns alle möglichst viel – du betreibst sogar eine Praxis für Lebensfreude. Das klingt toll! Was genau verbirgt sich hinter deinem Konzept?

 Hinter meinem Konzept verbergen sich meine persönlichen und beruflichen Erfahrungen:

Als Studentin hatte ich schwierige Konflikte mit meinen Eltern und habe längere Zeit eine Beratung in Anspruch genommen. Ich fand die Beratung ganz toll, weil es unheimlich befreiend war, mit einer neutralen Beraterin über persönliche Dinge zu sprechen und neue Lösungsmöglichkeiten zu erkennen. Irgendwann wollte ich das dann selbst lernen und habe eine 5-jährige körperorientierte Psychotherapie-Ausbildung in der Schweiz absolviert.

Daraus ist mein Konzept entstanden:

In meiner Praxis für Lebensfreude biete ich Frauen einen Raum an, in dem sie zur Ruhe kommen können.

Einen Raum, in dem sie sich wohl fühlen, entspannen und mit sich selbst in Kontakt kommen.
Einen Ort, an dem sie durchatmen können und spüren, wie es ihnen wirklich geht.
Einen Ort, an dem sie Schritte der Veränderung tun können.

Ich weiß, dass Frauen eine Frau brauchen, der sie sich anvertrauen, mit der sie lachen und weinen können.

Mit deren Hilfe sie herausfinden und ausdrücken können, was sie wirklich bewegt.
Was sie freut, was ihnen Schmerzen bereitet, was sie wütend macht.
Was sie sich wünschen, erträumen und ersehnen.
Eine Frau, die ihr Lachen und ihre Tränen, ihre Wut und ihre Lebensfreude willkommen heißt.

Es ist mir eine Freude und Ehre, diese Frau für meine Klientinnen sein zu dürfen.

 

3. Bestimmt coachst du auch berufstätige Mamas. Mit welchen Fragestellungen kommen sie zu dir, wie hilfst du ihnen weiter – kannst du darüber ein wenig verraten?

 

Klar coache ich auch berufstätige Mamas.

Typische Fragestellungen sind zum Beispiel:

– Ich brauche dringend mal wieder Zeit für mich – wie kann ich mir Freiräume schaffen?

– Ich bin immer für alles zuständig, bekomme aber nie Anerkennung – wie kann ich das ändern?

– Mein Partner und ich sind nur noch Eltern – wie werden wir wieder ein Paar?

– Ich will wieder in´s Berufsleben einsteigen, aber ich traue mich nicht. Was kann ich tun?

 Wie helfe ich den Frauen weiter?

Jede Frau hat in ihrem Leben Phasen der Unzufriedenheit, der Erschöpfung, der Unruhe, der Lust auf Veränderung, der Umbrüche.

Dann tut es ihr gut, den Rücken gestärkt zu bekommen beim Entdecken der Ursachen und der individuellen Veränderungsmöglichkeiten. Auf dem Hintergrund meiner Ausbildungen und meiner langjährigen Berufserfahrung unterstützte ich meine Klientinnen mit psychologischer Beratung, Coaching und Psychotherapie dabei, zu entdecken, wie sie ihre persönlichen Ressourcen optimal nutzen können. Denn es geht immer auch darum, nicht in der Entdeckung der Möglichkeiten zu verharren, sondern die Schritte zu einer positiven Veränderung auch zu tun.

Vier Augen sehen mehr als zwei:

In diesen Veränderungssituationen ist natürlich auch von Vorteil, dass ich als unabhängige Beraterin Frauen neutral und unbelastet begleiten kann. Nicht meine Wünsche und Bedürfnisse, sondern die Fragen und Themen meiner Klientinnen stehen im Mittelpunkt meiner Arbeit.

 

4. Kann man mehr Lebensfreude lernen?

 

Lebensfreude ist jedem Menschen angeboren. Aber manchmal ist die Lebensfreude (in Teilen) verschüttet durch unangenehme oder auch traumatische Erfahrungen, Zwänge, Pflichten, eine Lebensweise, die nicht mit dem wirklichen Wesen der Person übereinstimmt. Jede von uns kann lernen, herauszufinden, was wirklich zu ihr passt. Welche Art von Menschen, Beziehungen, Tätigkeiten, Wünsche, etc.

Ich habe verschieden Methoden zur Verfügung, mit denen Menschen wieder in Kontakt mit ihrer Lebensfreude kommen können: Gespräch, Körperübungen, Entspannungsübungen, Imaginationsübungen. Ich schaue immer genau, welche Methoden zu welcher Frau in welchem Moment passen. Die Klientin hilft mir mit ihren Rückmeldungen dabei.

Wenn sich eine Frau entscheidet, bei mir eine Beratung zu machen, sage ich immer: „Wir machen uns jetzt gemeinsam auf die Schatzsuche: Wir werden Ihre individuellen Schätze finden und ausbuddeln!“

Vielen Dank für das Gespräch!

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern eine Spätsommerwoche voller Lebensfreude.

Peggy

P.S. Wenn ihr mehr erfahren wollt, besucht doch Angelas Website:

 

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Urlaubseindrücke: Mit Kindern unterwegs in Finnland

Nachdem wir gerade zwei Wochen auf Familienurlaub in Finnland waren, will ich heute ein paar meiner Eindrücke mit euch teilen. Wer mein Buch „Zwischen Karriere und Krabbelgruppe“ gelesen hat, ist bereits im ersten Kapitel meiner finnischen Freundin Petra und ihrer Familie begegnet. Sie haben wir diesen Sommer wieder besucht und ihre großartige Gastfreundschaft genossen! Mutterschaftspakete, Kindertagesstätten von 7 bis 17 Uhr und im Bedarfsfall sogar 24 h am Tag – Finnland hat einiges zu bieten für beruftstätige Eltern und ihre Kinder. Im Urlaub musste ich allerdings feststellen, dass die Kinderfreundlichkeit im Alltag auch in Finnland ihre Grenzen kennt.

Überall zu finden: Lakritze liegen die Finnen, ob süß oder salzig!

Überall zu finden: Lakritze lieben die Finnen, ob süß oder salzig!

Im Restaurant gab es nicht immer Kindergerichte, und wenn doch, war dies am Preis nicht zu spüren. Für einen Kinderteller Nudeln mit Tomatensoße bezahlten wir in einem wirklich einfachen Lokal 11,90 Euro. Überhaupt, die Preise: Ein Stück Kuchen kostet 6 bis 8 Euro, ein Hefeteilchen 3 bis 4 Euro, eine Pizza Margarita circa 15 Euro. Obwohl es unser Budget gesprengt hat, waren wir ab und zu essen. In keinem der Lokale schenkte man den Kindern besondere Aufmerksamkeit*, es gab zum Beispiel nie Malstifte oder gar einen Lolli zum Nachtisch. Letzteres mag daran liegen, dass finnische Kinder im Allgemeinen nur samstags Süßigkeiten essen sollen. Auch habe ich es unterwegs so gut wie nie erlebt, dass die Kinder angelächelt wurden – das hängt sicher mit der meist sehr zurückhaltenden Art der Finnen zusammen. Apropos ausgehen und Restaurants: In Finnland bestellt man grundsätzlich am Tresen und bezahlt auch sofort. Man bekommt dafür ein Nummernschild, das man auf seinen Tisch stellt, bis die Bestellung eintrifft. Bis wir das Konzept kapiert hatten, saßen wir zwei Mal in einer Gartenwirtschaft und dachten „Wieso beachtet uns denn niemand?“. Dann ging uns ein Licht auf…

Lesen konnten wir ja nichts, aber auf Nachfrage waren die Menschen hilfsbereit und sprachen meist auch sehr gut Englisch. Ein bißchen finnisch haben wir unterwegs auch gelernt – das ist schon toll, wenn man zu Gast in einer finnischen Familie sein darf.

Mämmi, eine finnische Dessert-Spezialität: Ein süßer Brei aus Malz und Zucker, mit Vanillesoße ganz lecker

Mämmi, eine finnische Dessert-Spezialität: Ein süßer Brei aus Malz und Zucker, mit Vanillesoße ganz lecker

*Nachtrag: an unserem letzten Abend in Helsinki landeten wir in der Obhut äußerst lustiger und freundlicher Kellner, die auch mit den Kindern viele Späße machten und ihre angestaubten Deutschkenntnisse auspackten!

Im Mumin-Theater!

Im Mumin-Theater!

Freizeit

Es gibt gerade im Sommer jede Menge Attraktionen für Kinder, Freizeitparks wie das „Muminland“ in Naantali (überhaupt, die netten Mumins bevölkern das ganze Land). Allerdings haben die Parks ihren Preis – pro Person zahlten wir für einen Tag im Muminland 25 Euro, in einem Park für etwas größere Kinder zahlen alle über 120 cm Körpergröße sogar 37 Euro Eintritt. Und die Attraktionen im Park sind zum Großteil nicht inklusive, sondern kosten extra. Die Mumins haben wir dennoch absolut ins Herz geschlossen und lesen derzeit das Buch „Geschichten aus dem Mumintal“. Und in Lahti fanden wir dank unserer Freunde einen wunderbaren Park mit Ritterburg, Spielplätzen und Verkehrsübungsplatz inklusive Fahrzeugen für die Kleinen – Eintritt frei (dafür fahren gerade kinderreiche Familien wohl extra aus Helsinki die 100 km nach Lahti).

Schule

Lustig fanden die Finnen, dass wir Deutschen soviel Geld für einen Schulranzen ausgeben! In Finnland kauft man den Kindern einen Rucksack im unteren zweistelligen Euro-Bereich. Dementsprechend wenig Aufhebens machen die Finnen auch um den Schulranzen. Petras Sohn wird am 12. August eingeschult und als wir Ende Juli zu Besuch kamen, hatten sie noch keinen Ranzen für ihn. Ich war ganz beeindruckt ob ihrer Coolness dieses wichtigen Themas gegenüber 🙂 (in Deutschland werden die zukünftigen Erstklässler ja ungefähr ab Ostern gefragt: „Hast du schon einen Schulranzen?“). Die Einschulung selbst ist kein Fest in Finnland, die Kinder gehen am ersten Montag nach den Sommerferien einfach allein in die Schule.

Übrigens habe ich später in Helsinki dann doch einige Lego-Rucksäcke entdeckt, die optisch in Richtung Schulranzen gingen und für stolze 79 Euro zu haben waren. Für Scout-Kunden aus Deutschland natürlich immer noch ein Schnäppchen! Was die Kinderbetreuung für Schulkinder angeht, gibt es auch in Finnland wohl Engpässe. Petra erzählte mir, einige Kinder bekämen keinen Platz und wären – wenn die Eltern beide berufstätig sind – schon ab der ersten Klasse am Nachmittag allein zu Hause. Denn der Unterricht endet in den ersten Klassen häufig um 11 oder 12 Uhr.

Unsere Kinder haben die Zeit mit ihren finnischen Freunden sehr genossen

Unsere Kinder haben die Zeit mit ihren finnischen Freunden sehr genossen

 

Die Finnen sind ja ein sehr naturverbundenes Volk, daher möchte ich euch meine Vogelstimmen-Erlebnisse nicht vorenthalten. An ungemütlichen Orten wie riesigen Tiefgaragen (das Zentrum Helsinkis ist quasi unterhöhlt) oder Flughafentoiletten beschallen sie die Besucher mit sanftem Vogelgezwitscher aus finnischen Wäldern. Nette Idee, oder?

P.S. Sehr angenehmer Nebeneffekt der fremden finnischen Sprache: Am Strand riefen nur meine Kinder „Mama“, alle anderen schrien „Äiti“.

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Schwanger in New York: Penner, Prostituierte und ein Neugeborenes

Kinderkriegen in New York vs. Deutschland: Sarah erzählt

Kinderkriegen in New York vs. Deutschland: Sarah erzählt bei mum02 darüber

 

Eine deutsche Freundin von mir hat ihr erstes Kind bekommen – nicht in Deutschland, sondern mitten im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, in New York City, Lower Manhattan. Was sie darüber erzählt, zeigt mir mal wieder, dass wir hierzulande sehr gut versorgt sind. Auch als ganz normale Kassenpatientin. Denn unbegrenzte Möglichkeiten können manchmal grenzenlos unheimlich sein. Oder wie Sarah sagt „New York ist nichts für Weicheier“. 

Die Geburt

Sarah*: „Insgesamt dauerten Wehen und Geburt 35 Stunden, ohne Pause. Zuerst waren wir lang daheim. Als die Wehen immer heftiger wurden, marschierten mein Mann und ich zu Fuß ins vier Minuten entfernte Krankenhaus. Dort bekam ich eine PDA, die sie für drei Stunden haben wirken lassen. Das war herrlich. Aber da ich dann keine richtigen Wehen mehr hatte, haben sie sie wieder abgestellt und die „push phase“ ging dann unbetäubt über fast vier Stunden, so dass ich am Schluss echt gedanklich mit dem Leben abgeschlossen hatte. Ich habe noch nie so was Anstrengendes hinter mich gebracht. Leider hab ich auch viel Blut verloren, so dass ich danach ziemlich blass und wackelig war. Und da sie mich und unser Baby nach 24 Stunden schon heimgeschickt haben, „wurschtelten“ mein Mann und ich uns fortan so durch.“

Nightmare im Emergency Room: Penner, Verbrecher, Prostituierte und ein Neugeborenes

Sarah: „Ich habe einen fiesen Dammschnitt bekommen, der mir sehr zu schaffen machte. Einen Tag nach der Entlassung aus dem Krankenhaus ist er zum ersten Mal wieder aufgeplatzt. Zu Fuß eilten wir – ich im Schlafanzug – in den Emergency room (das Krankenhaus liegt nur vier Gehminuten entfernt). Es war erneut eine Grenzerfahrung. Wir sind um 22 Uhr dort eingelaufen und kamen erst morgens um 2 Uhr wieder raus! Warum? Weil sich die Abteilungen des Krankenhauses nicht absprechen und man uns „vergessen“ hatte. Die vier Stunden werden mir nicht nur aufgrund meiner irren Schmerzen, sondern vor allem aufgrund der Gesellschaft dort, immer im Gedächtnis bleiben. Wir teilten die dreckigen Räumlichkeiten mit einem betrunkener Penner, den sie zur Ausnüchterung auf einer Pritsche festgebunden hatten und der dauernd schrie, weil ihm das nicht passte. Auf der anderen Seite lag ein Verbrecher in Handschellen, bewacht von zwei Polizisten mit Knarre im Anschlag, der zusammengeflickt wurde. Dazu kamen zwei verprügelte Prostituierte, die sich gegenseitig die ganze Zeit angeschrien haben. Dazwischen mein Mann, unser zwei Tage altes Baby und ich mit meinen Schmerzen. Wahrscheinlich hätte auch ich viel lauter schreien sollen. Endlich wurde ich dann genäht. Das tat scheusslich weh und mir war hinterher einfach nur schlecht. New York ist bestimmt kein Platz fuer Weicheier… “

Krankenkasse und finanzielle Unterstützung? Mager…

Sarah: „Wir bekommen, anders als in Deutschland, keinerlei staatliche Unterstützung. Lediglich eine minimale Steuererleichterung. Diese wird aber mehr als aufgefressen, weil nun die Krankenversicherung für eine Familie und nicht mehr für ein verheiratetes Paar berechnet wird…  Die Krankenkassenleistungen sind auch eher bescheiden, ein Selbstbehalt selbstverständlich. Beispielsweise für:

  • Geburt & Emergeny Room: $ 1000 Selbstbeteiligung
  • Akupunktur / Chiropraktiker: $ 800, komplett selbst bezahlt, wird nicht unterstützt
  • Private Hebamme für Geburtsbegleitung: $ 2000 plus Zusatzdienstleistungen nach der Geburt
  • Medikamente nach der Geburt: $ 100, alles Selbstzahler“

Hebammenbetreuung und Mutterschutz – ein Luxus

Sarah: „Eine Hebammenbetreuung gibt es nicht. Allerdings kenne ich eine deutsche Hebamme hier, die schon zu uns nach Hause kam und Hilfestellung gegeben hat. Das kostet dann aber 80$ pro Stunde. Es ist schon herrlich, was Deutschland diesbezüglich alles bietet. Aus meiner momentan Sicht das reinste Schlaraffenland. Trotzdem bekommen die Amis Kinder wie die Verrückten. Und die Deutschen heulen dagegen oft, wie schlecht alles ist. Schade. Ich habe durch die Zeit in New York wirklich eine hohe Wertschätzung entwickelt für vieles in der alten Heimat. Es ist nicht alles super, aber vieles wirklich sehr gut. Der deutsche Mutterschutz zum Beispiel. Eine gesetzliche Regelung gibt es hier in den USA nicht wirklich, man arbeitet bis zur Geburt und anschließend durfte ich gerade mal einen Monat zu Hause bleiben.“

* Den Vornamen haben wir geändert.

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Erziehungsgeheimnisse aus Paris: Buchrezension ;-)

 Nachdem mich internationale Geschichten magisch anziehen, musste ich mir dieses Buch einfach bestellen (es war nicht gleich lieferbar, so groß war wohl die Nachfrage):

„Warum französische Kinder keine Nervensägen sind – Erziehungsgeheimnisse aus Paris“ von der US-Amerikanerin Pamela Druckerman. Ich habe es dann tatsächlich an einem Wochenende verschlungen (praktischerweise verbrachte ich besagtes Wochenende im April über weite Strecken in einem Abteil der Deutschen Bahn, ganz ungestört). Dennoch hat es mit der Rezension eine Weile gedauert, aber so konnte sich das Gelesene ein wenig setzen. Obwohl, bei meinem ausgeprägten Kurzzeitgedächtnis konnte es sich womöglich eher verflüchtigen. Also mal sehen, was ich noch weiß – auch ein Gradmesser für die Qualität der Inhalte. Fangen wir mal mit dem Einband an:

Bild: http://www.randomhouse.de/Buch/Warum-franzoesische-Kinder-keine-Nervensaegen-sind/Pamela-Druckerman/e403722.rhd

Optik: Wachstischtuch-Charme meets urban style. Dazu Hardcover. Gefällt mir, vermutlich auch weil mich die Grafik an den besten der drei Erziehungsratgeber erinnert, die ich jemals gelesen habe*.

Unterhaltungswert: Definitiv hoch! Amüsant, kurzweilig, gut geschrieben. Witzig ist beispielsweise der Kontrast zwischen dem US-Background der Autorin und wie sie – derartig „geimpft“ eintaucht in die Welt der Pariser Eltern. Die gleicht in ihren Augen anfänglich einem Geheimbund à la Freimaurer, bis sie sich Schritt für Schritt und Kind für Kind einen Platz darin erobert.

Inhalt: hier greife ich mal drei Aspekte heraus, sonst wird dieser Post diese Woche nicht mehr fertig.

Sex

In einem Erziehungsratgeber? Mais pourquoi pas? Weiterlesen

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Planning to fail? Bitte mehr Verbindlichkeit.

Failing to plan is planning to fail“ ist so ein schlauer Spruch, der mir immer wieder mal begegnet. Den ich auch fleißig praktiziere. Gerade für berufstätige Eltern ist Planen ja sozusagen ein Muss. Wer holt mein Kind vom Kindergarten, wenn ich um 17 Uhr beim Kundentermin bin? Wie schaffe ich es zu diesem abendlichen Netzwerktreffen, wenn der Partner gleichzeitig Chorprobe hat und ich eigentlich nicht schon wieder 25 Euro für eine Babysitterin investieren will?elefantparade

Da bei mir heute um 16 Uhr ein Kundentermin im Kalender steht, habe ich gestern mit einer Freundin, deren Kinder in denselben Kindergarten gehen wie meine, vereinbart, dass sie heute meine Kinder abholt und mit zu sich nimmt, bis entweder mein Mann oder ich von der Arbeit zurück sind. Dafür nehme ich morgen nach Kindergartenschluss ihre Kinder für zwei Stunden mit zu uns, denn sie sollte länger im Büro bleiben.

Ich weiß nicht, ob es eine hohe Kunst ist, dieses „match-making“, dieses gegenseitige Geben und Nehmen. Jedenfalls ist diese Kunst im Ergebnis oft unbefriedigend. Zum Beispiel wenn, wie bei mir eben passiert, der heutige Termin vom Geschäftspartner kurzfristig abgesagt wird, gerade eben, heute morgen. Ob wir ihn um genau eine Woche verschieben können? „Ja klar, kein Problem“, höre ich mich sagen. Der Blick in den Kalender offenbart mir: Nächsten Mittwoch sind die Kinder beim Kindergeburtstag eingeladen. Also brauche ich jemanden, der sie dort wieder abholt. Nun gut, ich werde brav wieder organisieren und telefonieren in der Hoffnung, das alle die Termine dann auch einhalten und niemand überraschend krank wird. Das schöne Arrangement für heute war jedenfalls für die Katz, die Kinder meiner Freundin hole ich morgen dennoch ab, versprochen ist versprochen.

Ich bin wirklich kein Mensch, der das Leben gern verkompliziert. Aber für alle anderen Meetingteilnehmer hängt kein „Rattenschwanz“ an ihrem Terminkalender, sie sind entweder kinderlos oder haben eine Partnerin, die zu Hause ist. Deshalb ist die Planerei bei mir eben etwas aufwendiger und ich bin sehr dankbar, wenn ich mich auf Vereinbarungen verlassen kann. Wie war das noch eben, planning leads to failure?

P.S. so, nachdem ich mir das jetzt von der Seele geschrieben habe, mache ich mich motiviert an die Arbeit…

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Mit der neuen Reisetasche direkt ins Fernsehen

Stellt euch vor, ihr kauft euch eine Tasche und das Fernsehen berichtet darüber? Diese witzige Geschichte ist mir passiert, dank Carmen Bleile. Sie wohnt in Reutlingen und hat sich im Herbst 2011 selbständig gemacht mit einem Atelier für Taschen – besonderen Taschen. Als sie mitbekam, dass ich einen kleinen Karton mit „allerliebsten Babykleidern“ meiner Söhne im Keller lagere, schlug sie mir vor, daraus eine Reisetasche für meine Familie zu machen. Die Geschichte gefiel auch dem SWR, der darüber einen Fernsehbeitrag für die Landesschau drehte.    

Das SWR-Fernsehteam dreht die Fertigstellung der „Lili-Baby“ im Atelier von Carmen Bleile, 26.2.2013

Das SWR-Fernsehteam dreht die Fertigstellung der „Lili-Baby“ in Carmens Atelier, 26.2.2013

Vor drei Wochen wurde die „Klamottenübergabe“ an Carmen gedreht, zwischendurch der Entstehungsprozess an der Nähmaschine und gestern war das Fernsehteam wieder bei mir zu Hause, als Carmen mir die fertige Tasche präsentiert hat. Begeistert haben mich neben der tollen Verarbeitung vor allem die vielen witzigen Details, Geheimfächer und Klettverschlüsse. Diese Tasche wird oft mit uns verreisen und ist ein sehr tragbares Erinnerungsstück.

Lili-Baby (23)web

Ich simuliere die erste Reise mit der Lili-Baby im Gepäck, 26.2.13.

Ich simuliere die erste Reise mit der Lili-Baby im Gepäck, 26.2.13.

Der Sendetermin ist Freitag,  1.3.2013 in der SWR Landesschau ab 18:45. Die Sendung ist im Anschluss online abrufbar, hier der Link: http://swrmediathek.de/player.htm?show=0d0e70b0-829e-11e2-8c22-0026b975f2e6 .

Carmen ziert das Plakat der Gründermesse Neckar-Alb.

Carmen ziert das Plakat der Gründermesse Neckar-Alb.

Die „Lili-Baby“ Reisetasche für uns entsteht.

Die „Lili-Baby“ Reisetasche. Der Tauf-Pullunder vorne drauf ist jetzt eine Außentasche.

Am kommenden Freitag (1.3.2013) stellen Carmen und ich übrigens unabhängig voneinander auf der ersten „Gründermesse Neckar-Alb“ aus. Dafür leihe ich ihr auch unsere Lili-Baby nochmal. „Danach geben wir sie nicht mehr her!“, sagen meine Söhne.

Carmens Label: taschen taolili

Hier noch der Werbeblock 😉 –  aber das müsst ihr einfach wissen! Aus liebgewonnenen textilen Erinnerungsstücken schneidert Carmen Bleile Taschen und Accessoires mit raffinierten Hingucker-Elementen.  „Der Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt: Der Rock wird zur Reisetasche, das Hochzeitskleid zum Urlaubsbegleiter. So glänzt das Erinnerungsstück wieder als „recycelter Begleiter“, sagt Carmen. Alle Produkte sind handgefertigt und „made in Germany“ (by Carmen natürlich). Nachhaltiger geht nicht. Wenn ihr auch so eine oder eine ganz andere Tasche haben wollt: Carmen freut sich über Anfragen (hand@taschen-taolili.de).

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BGH beamt die Republik aus den 1950ern in die Welt der Gleichberechtigung.

Bildquelle: aboutpixel.de / Duell © Konstantin Gastmann

Bildquelle: aboutpixel.de / Duell © Konstantin Gastmann

Ein aktuelles Urteil des Bundesgerichtshofs will Deutschland auf einen Schlag in die moderne Welt der Gleichberechtigung katapultieren. Aber funktioniert Weltanschaungs-Wandel per Dekret?

Der BGH urteilte Anfang August, dass geschiedene Alleinerziehende keinen Anspruch auf Unterhalt vom Ex-Partner haben, wenn das Kind drei Jahre alt ist. In der Urteilsbegründung geht der Gesetzgeber generell davon aus, „dass die Betreuung in Ganztagesschulen oder Tagesstätten gleichwertig zur Betreuung durch die Eltern ist.“ Das hängt sicherlich ganz vom Elternhaus ab, doch darauf will ich nicht hinaus. Die neue Rechtsprechung mag logisch sein, aber nicht unbedingt gerecht. Zumindest nicht in der (süd-?) deutschen Wirklichkeit, in der frischgebackene Väter häufig Sätze sagen wie „Meine Frau und ich haben beschlossen, dass sie zu Hause bei den Kindern bleibt“. Das sollten sich Hausfrauen (genau so wie Hausmänner) in spe ab sofort lieber gut überlegen, denn sie könnten eines Tages ganz schön dumm da stehen. Wer seine Karriere zu Gunsten der Familie an den Nagel hängt, muss im Scheidungsfall nicht nur seine Ehe begraben sondern gleich sein ganzes Familienmodell an den Nagel hängen, und sich fix überlegen wie sie/er zu Geld kommen und gleichzeitig für das Scheidungskind oder die Scheidungskinder da sein kann.

Gut, wenn man sich darüber wohl keine Gedanken zu machen braucht. Gestern traf ich eine Freundin  zum gemütlichen Frühstücksplausch in der Innenstadt. Nach zwei Stunden verabschiedete ich mich, auf meinem Schreibtisch wartete jede Menge Arbeit. Meine Hausfrau-und-Mutter-Freundin wollte noch shoppen gehen. Zum Abschied sagte sie  lächelnd zu mir:  „Tja, eine muss ja Geld verdienen. Ich gebe immer nur welches aus.“

Ich wünsche ihr, dass sie nie mit dem BGH in Konflikt kommt.

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