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Papa in Kolumbien: „Wenn ich mir Zeit für meine Kinder nehme, tue ich mir selbst einen Gefallen“ (Teil 3)

Alveiro erzählt:

Meinen Tagesablauf versuche ich stets so einzurichten, dass ich möglichst viel Zeit mit meinen Kindern verbringe. Damit tun sich Eltern selbst einen Gefallen, denn das macht so viel Spaß! Es ist wunderbar, das Leben seiner Kinder zu teilen, sie aufwachsen zu sehen, neue Wörter, neue Verhaltensformen und Ideen, neue Sätze und Ausdrücke, Lieder, Reime zu erleben. Wenn sie dir sagen “Papa ich liebe dich”, dir um den Hals fallen und dich ganz fest drücken – was gibt es Schöneres? Wenn ich anderen Vätern einen Rat geben könnte, wäre es der: „Denk daran, dass die Familie das Wichtigste im Leben ist. Einen Job wirst du immer haben oder wieder finden, aber auf eine neue Familie kannst du dich nicht bewerben”. Ob wir es wollen oder nicht, wir sind Vorbilder für unsere Kinder. Wenn wir als Eltern keine Zeit für sie haben, werden sie uns als Erwachsene kaum besuchen kommen – sie kennen es ja nicht anders und werden ebenfalls keine Zeit haben. Zeit ist etwas, das man sich nehmen muss und gut einteilen sollte.

 

Wie gut oder schlecht Eltern Familie und Beruf vereinbaren können, hängt allerdings weniger von den einzelnen Eltern als vielmehr von der Gesellschaft ab. Sicher kann und sollte man versuchen, seine Zeit besser zu organisieren. Doch wenn die Arbeitsstätte weit entfernt liegt, hilft das ganze Organisieren nicht. Wir brauchen vielmehr ein System, in dem die Menschen zum einen weniger Arbeitsstunden ableisten müssen und zum anderen brauchen wir kürzere Wege.

 

Vor einigen Jahren besuchte ich Schweden. Die Eltern dort schienen ihre Kinder in der Nähe ihrer Arbeitsstätte zur Betreuung unterzubringen. Sie verließen morgens gemeinsam das Haus und setzten die Kinder unterwegs am Kindergarten oder in der Schule ab. Das erschien mir sehr praktisch, Schulen in der Nähe der Arbeitsstätte der Eltern zu haben. Überhaupt hat mich das schwedische Modell sehr beeindruckt, es ist so modern und durchdacht.

 

Echte Partnerschaft

Meine Frau Yudy, Psychologin in leitender Funktion, entschloss sich nebenher noch einen Master zu absolvieren, als unsere Kinder gerade vier und sechs waren. Die Fortbildung war ihr wichtig und ich habe sie dazu ermutigt, indem ich zum Beispiel die Unterlagen bei der Universität besorgte und ihr gut zuredete, den Schritt zu wagen. Sie hatte Zweifel im Vorfeld: „Was ist mit unseren Töchtern, kommen sie nicht zu kurz, ich habe so schon zu wenig Zeit für sie?“. “Es sind ja nur zwei Jahre“, beschwichtigte ich, „und ich bin ja da, um mich mehr um sie zu kümmern. Wir kriegen das schon hin!“ Sicherlich war es eine gewisse Belastung für uns als Familie, doch ich übernahm in der Zeit den Großteil der elterlichen Aufgaben, blieb mehr zu Hause und arbeitete auch möglichst viel im Homeoffice.

Es ist gut und wichtig, dem Partner Raum zur Weiterentwicklung zu geben. Das macht doch eine gute Partnerschaft aus: Gemeinsam zu wachsen und sich gegenseitig den Rücken frei zu halten. Ich weiß auch, das wir keine durchschnittliche Familie sind. Zumindest wimmelt es in Bogota nicht gerade von verheirateten Paaren mit kleinen Kindern, die neben ihrer Arbeit studieren oder Geschäftsreisen absolvieren. Es geht bei uns, weil wir uns absprechen und weil wir die Tante haben. Es gibt auch Momente, in denen sich die beiden Frauen in die Haare bekommen, aber wir dürfen uns glücklich schätzen, dass die Tante bei uns ist.

 

Ihr habt die ersten Teile von Alveiros Geschichte verpasst? Einfach hier nachlesen:

Teil 1 „Auf eine neue Familie kannst du dich nicht bewerben“

Teil 2 „Menschlichkeit ist wie ein Samen“

 

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Was ist denn bitte der Sinn des Lebens? Teil 3

Geld und Glück

Ich brauche keine Yacht - da miete ich mir lieber ein Tretboot und gehe Schwimmen

Ich brauche keine Yacht – da miete ich mir lieber ein Tretboot und gehe schwimmen

„Ich brauche keine Yacht, ich gehe lieber schwimmen“ sagt Formel-1-Rekordpilot Sebastian Vettel. Eine Aussage, der den Rekord-Rennfahrer sympathisch macht. Und eine, die ich absolut nachvollziehen kann. Doch ein paar andere Dinge gäbe es schon, die ich mir mit Geld kaufen würde. Zeit, eine Weltreise, ein besonders umweltfreundliches Auto,….

Was meint ihr, kann Geld glücklich machen? Darüber streiten auch viele Forscher. Klar ist: Grundlegende Bedürfnisse sollten erfüllt sein, damit das Glück eine gute Basis hat. Doch macht mehr Geld uns mehr glücklich? Wenn ich an Dagobert Duck denke, tut es das ganz bestimmt nicht. Es kommt also darauf an. Wie unser Leben jenseits des Bankkontos aussieht, ist wichtiger. Gesundheit beispielsweise kann auch sehr viel Geld nicht kaufen. Eine Familie, echte Freunde: Unbezahlbar.

Im aktuellen GEO Wissenheft „Was gibt dem Leben Sinn“ behauptet das Autorenteam Marlene Weiss und Claus Peter Simon, dass Geld doch glücklich macht. Es käme allerdings darauf an, wie man es einsetzt. Nämlich nicht nur für sich selbst. Untersuchungen zeigen: Wenn wir andere beschenken, fühlen wir uns gut. Ähnliches trifft für Spender zu – ob sie nun Blut spenden oder Geld. Und wenn wir unser Geld lieber für uns selbst ausgeben? Auch dafür haben die genannten Autoren Tipps parat, die ich euch nicht vorenthalten möchte:

 

  1. Kauf dir Zeit und Freiheit: zieh näher an deine Arbeitsstelle oder lass unliebsame Tätigkeiten von Dritten übernehmen.
  2. Bezahl lieber gleich statt hinterher: Die Couch, das Auto oder die Reise machen mehr Spaß, wenn wir sie sofort bezahlen.
  3. Weniger ist mehr: Gönn dir lieber hin und wieder etwas Besonderes, anstatt dir möglichst jeden Wunsch sofort zu erfüllen.
  4. Investier in dich: Teure Geräte sind schnell veraltet, Erlebnisse bleiben dir bis an dein Lebensende. Also lieber die große Reise als das neue Flatscreen-TV.

 

Ich möchte noch einen 5. Tipp hinzufügen, der die gerade genannten aus meiner Sicht zusammenfasst: Hör auf dein Herz und auf deinen gesunden Menschenverstand.

 

Wenn ihr mehr über das Thema „Sinn“ erfahren möchtet und vielleicht noch eine Urlaubslektüre braucht: Das GEO Wissen Heft Nr. 53 zum Thema „Was gibt dem Leben Sinn“ bekommt ihr im Zeitschriftenhandel (Preis in Deutschland: 9,50 Euro).

 

 

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Was ist denn bitte der Sinn des Lebens? Teil 2

Freundschaft und Alter

Freiheit, Freunde, Geld - was gibt unserem Leben Sinn?

Freiheit, Freunde, Geld – was gibt unserem Leben Sinn?

Auch wenn sie in der „Rushhour des Lebens“ oft zu kurz kommt: Freundschaft ist elementar wichtig fürs Lebensglück. Besonders eindrücklich führen mir das meine Kindern und meine Eltern vor Augen. Kleine Kinder vergessen alles um sich herum, wenn sie mit ihren Freunden spielen und toben. Gleichzeitig sind sie radikal und sprunghaft, eine scheinbare Kleinigkeit genügt und sie sagen den berühmten Satz „Du bist nicht mehr mein Freund“. Die Welt geht unter. Um oft nur wenige Minuten später wieder aufzuerstehen. Kinder sind nicht politisch korrekt, sie sind direkt und jonglieren ungeniert mit großen Gefühlen. Wenn Kinder größer werden, vertrauen sie sich vermehrt ihren Freunden an anstatt ihren Eltern. Unter Gleichaltrigen fühlen sie sich eher verstanden.

Meine Eltern sind im Ruhestand, sozusagen. An für sich ist es eher ein unruhiger Stand: Sie gehen zwar keiner bezahlten Tätigkeit von 9 to 5 mehr nach, sind jedoch äußerst aktiv. Der Schlüssel zu ihren Unternehmungen sind ihre Freunde. Manche sind noch da von früher, doch zum Teil gingen die Lebenswege zu weit auseinander. Bei dem ein oder anderen spielt die Gesundheit nicht mehr mit, manche altern früher und radikaler als andere. Die verbleibenden Freunde (wie auch die neugefundenen) sind da unendlich wertvoll. Denn die Kinder stecken ja – wie erwähnt – mitten in der Rushhour des Lebens, sind beschäftigt mit Job, Kindern und so weiter. Da sind die Eltern gern gesehene Babysitter und die Familie unternimmt auch generationenübergreifende Ausflüge, doch die Stundenpläne von Rentnern und berufstätigen Eltern liegen zu weit auseinander, als das die Kinder den Eltern echte Freunde sein könnten. Ich wünsche meinen Kindern, dass ihnen der ein oder andere Kindergartenfreund bleibt, bis sie Rentner sind. Dasselbe wünsche ich mir selbst. Und ich weiß, dass ich meine Freunde jetzt nicht vernachlässigen darf. Dass es wichtig ist, die Beziehung zu ihnen zu pflegen.

 

 

Ende des Monats erscheint der dritte Teil zum Sinn des Lebens – es geht um das Thema Geld und Glück.

 

 

 

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Was ist denn bitte der Sinn des Lebens? Teil 1

Nach langer Funkstille aufgrund von sehr viel anderweitiger Textarbeit wieder ein Lebenszeichen von mum02. Meine Gedanken zum Sinn des Lebens packe ich in eine kleine Serie und präsentiere sie euch häppchenweise.

wohin führt unser Weg?

 

Freundschaft und Zeit

Ich habe gute Freundinnen, aber ich sehe sie inzwischen nur sehr selten, zwei bis vier Mal im Jahr, obwohl wir nur 10 km voneinander entfernt wohnen. Selbst Anrufe sind rar geworden – wenn wir abends zu Hause sind und die Kinder (so vorhanden) endlich im Bett, ist uns nicht mehr nach langen Telefonaten. Eher schicken wir uns eine Kurznachricht, ein Lebenszeichen. Denn: Wir haben anscheinend alle so viel um die Ohren, dass gemeinsame Zeit zum Luxus geworden ist. Seit Jahren will ich mit drei meiner Freundinnen für ein Wochenende ins Allgäu zum Skifahren. Obwohl das Skigebiet mit dem Auto gerade mal zwei Stunden entfernt liegt, scheint es für uns unerreichbar. Immer kommt etwas anderes dazwischen: Ein krankes Kind, zahnende Zwillinge, die Ballettaufführung der Jüngsten, ein Hagelschaden, die Hochzeit der Schwester, der Faschingsball der Großen, die Geschäftsreise des Mannes, Omas Krankenhausaufenthalt, etc.. Und als wir es tatsächlich wirklich beinahe fast geschafft hätten, wurde die Freundin mit den vier kleinen Kindern Freitags selbst krank. Das war garantiert psychosomatisch – ihr Körper spürte: „da ist Zeit für mich in Sicht“ und beschloss, diese sei besser im Bett als auf der Piste zu verbringen.

 

Früher war alles besser?Dabei haben wir durchaus Zeit für uns. Zwischen Job und Kinder Hol- und Bringdienste quetschen wir die eine Yogastunde in der Woche. Joggen abends, wenn die Kinder im Bett sind, gegen unseren inneren Schweinehund um den Block. Verbringen vielleicht sogar einmal pro Jahr ein Paarwochenende mit dem Göttergatten. Doch was ist mit spontanen Verabredungen, einem Kaffeeplausch oder dem Grillfest in der Natur, das wir uns früher oft ausgemalt haben? Heute stecken wir mitten drin in den besten Jahren und sehen sie nur so an uns vorbeirauschen. Wie haben das unsere Mütter und Tanten gemacht? Die Frauen in meiner Familie waren fast alle ebenfalls berufstätig, eine Tante zum Beispiel lebte in den 1960er Jahren als alleinerziehende Mutter von vier Kindern und musste allein für den Lebensunterhalt sorgen. Kinderbetreuung, Elterngeld? Fehlanzeige. Ihre Kinder waren tagsüber bei der Oma und die Mutter ging arbeiten. Das tut sie heute noch, weil die Rente nicht reicht. Wie ihr ging es vielen, weshalb sie vermutlich weniger mit ihrem Schicksal haderten, als wir es gerne tun. Und heute? Der Staat unterstützt junge Familien, Gleichberechtigung ist selbstverständlicher geworden. Dennoch fühlen wir uns wie im Hamsterrad. Weil wir alles haben können, fällt es uns schwer, uns für das zu entscheiden, was wir wirklich brauchen. Zum Beispiel, Freundschaft ernst zu nehmen und ihr Raum zu geben, einen Platz ganz oben auf der Prioritätenliste.

 

to be continued

Und ich freue mich wie immer über eure Kommentare und Gedanken!

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Heute im mum02-Jackpot: Mama-nagement featuring Frauke Ludowig

Heute ist es soweit, der Jackpot – zwei Originalcartoons von Mittelmaßmama, signiert von Familienmanagerin und Moderatorin Frauke Ludowig – (siehe Blogbeitrag vom 11.09.13) wird verlost!

Bevor ich euch die beiden Glückslose verrate, stelle ich der Karikaturistin, Bloggerin und working mum Rebecca alias Mittelmaßmama ein paar Fragen. Deren Beantwortung wollte sie eigentlich auf einen Moment der Ruhe verschieben. Der dann nie kam.

Hoffe, dass Du jetzt gerade wie ich laut darüber lachen kannst. RUHE und das im Leben einer Mama?

Auch dazu fiel ihr gleich wieder ein Cartoon-Motiv ein. Denn Mittelmaßmama sieht das Leben nicht durch eine rosarote Brille, sondern mit viel Humor. Und deshalb mag ich sie so gern!

Rebecca, woher nimmst du die Ideen für deine Zeichnungen?

Aus dem täglichen Leben. Wie jetzt, aus meiner Mail. Da fiele mir schon ein Cartoon dazu ein. Außerdem aus dem Dialog mit Mitmüttern, der mir die Skurilität manch einer Lebenssituation erst so richtig vor Augen führt. Und gelobt ist, wenn man drüber lachen kann.

Welche Angebote wünschst du dir, um Familie und Job leichter vereinbaren zu können?

Mehr Teilzeitangebote für alle. Auch für Männer. Mir geht es langsam auf den Keks, dass alle Welt meint, dass die Lösung für Kind und Karriere in ausreichender Kinderbetreuung und Vollzeitjob liegt. Vollzeit heißt oft genug: Volle Zeit plus Überstunden. Wo bleibt denn da das Familienleben? Warum soll ich mich da für ein Kind entscheiden? Wenn ich es am Ende doch nur schlafend sehe. Nein, ich will raus mit meiner Brut, vielleicht nicht unbedingt Fußball spielen, aber Asseln und Schnecken angucken, auf einen Spielplatz oder in den Zoo gehen. Oder in muffigen Fluren auf sie warten, während sie ihre ersten Schwimmzüge lernen. WobVorschauei ich mich sehr freuen würde, wenn die Betreuungseinrichtungen und Schulen, in die sie gehen, wirklich kindgerecht ausgerichtet sind, und ich mich und die Brut nach Feierabend nicht durch dusselige Hausaufgaben prügeln muss.

Wenn ihr wüsstet... by Mittelmaßmama

Wenn ihr wüsstet… by Mittelmaßmama

"Quote" by Mittelmaßmama

„Quote“ by Mittelmaßmama

Und nun kommen wir wie versprochen zur Verlosung ihrer Cartoons. Die Glücksfee hat gerade zwei Zettel gezogen. Ich habe sie auseinandergefaltet und gelesen. Welche Namen wohl draufstanden?

And the winners are…. Den Cartoon „Quote“ gewinnt Christine! Und „Wenn ihr wüsstet…“ geht an: Silke! Herzlichen Glückwunsch!

 

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26. September 2013 · 14:37

Zu Gast im September und in Wannweil

Rezept auf Septembermorgen

An diesem nasskalten Septembermorgen starte ich den „Werbeblock“ mit einer Frau, die den Monat September ganz besonders liebt: Die Grafikerin Katja aus Reutlingen bloggt auf http://www.septembermorgen.com über schöne Dinge, Design und das Leben an sich. Und da sie diesen September mit ihrer Familie auf Reisen ist, hat sie mich eingeladen, einen Gastbeitrag zu schreiben. In „Lasst eure Kinder ruhig mal alleine backen“ stelle ich einen Kuchen vor, bei dessen Entstehung ihr euch im Hintergrund halten könnt und sollt. Gute Nerven und viel Spaß beim Ausprobieren! (Ich kann schon mal verraten: Es hat funktioniert!).

 

Lesung

Morgen bin ich wiederum zu Gast, nicht virtuell sondern ganz real: Um 19:30 lese und erzähle ich in der Bücherei in Wannweil bei Reutlingen aus meinem Buch „Zwischen Karriere und Krabbelgruppe“. Es gibt Geschichten und Bilder von Frauen aus aller Welt, von Finnland bis Chile und von Südafrika bis Kolumbien. Ich freue mich sehr auf einen spannenden Abend und viele nette Menschen!

So, das war heute der Werbeblock in eigener Sache von mum02, die seit vergangenen Donnerstag Mutter eines Schulkindes ist. Davon mehr in Kürze!

 

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Schatzsuche: Auf dem Weg zu mehr Lebensfreude

Porträt: Nachgefragt bei Angela Fürtsch

Heute möchte ich euch eine Frau vorstellen, die ich im Frühjahr kennengelernt habe. Was sie macht, finde ich sehr spannend und hilfreich, weshalb ich sie bat, mir für mum02 mehr darüber zu erzählen. Besonders interessiert hat mich, mit welchen Fragen Frauen und Mütter in ihre Praxis kommen und ob man Lebensfreude tatsächlich lernen kann.

 

Vier Fragen an Angela (Foto: privat)

Vier Fragen an Angela zum Thema Lebensfreude (Foto: privat)

 

1. Angela, stell dich doch bitte in einem Satz kurz vor.

 Ich bin Heilpraktikerin (Psychotherapie): In meiner „Praxis für Lebensfreude“ in Reutlingen berate und coache ich Frauen, die sich Veränderungen in ihrem Leben wünschen – in welchen Lebensbereichen auch immer.

2. Lebensfreude wünschen wir uns alle möglichst viel – du betreibst sogar eine Praxis für Lebensfreude. Das klingt toll! Was genau verbirgt sich hinter deinem Konzept?

 Hinter meinem Konzept verbergen sich meine persönlichen und beruflichen Erfahrungen:

Als Studentin hatte ich schwierige Konflikte mit meinen Eltern und habe längere Zeit eine Beratung in Anspruch genommen. Ich fand die Beratung ganz toll, weil es unheimlich befreiend war, mit einer neutralen Beraterin über persönliche Dinge zu sprechen und neue Lösungsmöglichkeiten zu erkennen. Irgendwann wollte ich das dann selbst lernen und habe eine 5-jährige körperorientierte Psychotherapie-Ausbildung in der Schweiz absolviert.

Daraus ist mein Konzept entstanden:

In meiner Praxis für Lebensfreude biete ich Frauen einen Raum an, in dem sie zur Ruhe kommen können.

Einen Raum, in dem sie sich wohl fühlen, entspannen und mit sich selbst in Kontakt kommen.
Einen Ort, an dem sie durchatmen können und spüren, wie es ihnen wirklich geht.
Einen Ort, an dem sie Schritte der Veränderung tun können.

Ich weiß, dass Frauen eine Frau brauchen, der sie sich anvertrauen, mit der sie lachen und weinen können.

Mit deren Hilfe sie herausfinden und ausdrücken können, was sie wirklich bewegt.
Was sie freut, was ihnen Schmerzen bereitet, was sie wütend macht.
Was sie sich wünschen, erträumen und ersehnen.
Eine Frau, die ihr Lachen und ihre Tränen, ihre Wut und ihre Lebensfreude willkommen heißt.

Es ist mir eine Freude und Ehre, diese Frau für meine Klientinnen sein zu dürfen.

 

3. Bestimmt coachst du auch berufstätige Mamas. Mit welchen Fragestellungen kommen sie zu dir, wie hilfst du ihnen weiter – kannst du darüber ein wenig verraten?

 

Klar coache ich auch berufstätige Mamas.

Typische Fragestellungen sind zum Beispiel:

– Ich brauche dringend mal wieder Zeit für mich – wie kann ich mir Freiräume schaffen?

– Ich bin immer für alles zuständig, bekomme aber nie Anerkennung – wie kann ich das ändern?

– Mein Partner und ich sind nur noch Eltern – wie werden wir wieder ein Paar?

– Ich will wieder in´s Berufsleben einsteigen, aber ich traue mich nicht. Was kann ich tun?

 Wie helfe ich den Frauen weiter?

Jede Frau hat in ihrem Leben Phasen der Unzufriedenheit, der Erschöpfung, der Unruhe, der Lust auf Veränderung, der Umbrüche.

Dann tut es ihr gut, den Rücken gestärkt zu bekommen beim Entdecken der Ursachen und der individuellen Veränderungsmöglichkeiten. Auf dem Hintergrund meiner Ausbildungen und meiner langjährigen Berufserfahrung unterstützte ich meine Klientinnen mit psychologischer Beratung, Coaching und Psychotherapie dabei, zu entdecken, wie sie ihre persönlichen Ressourcen optimal nutzen können. Denn es geht immer auch darum, nicht in der Entdeckung der Möglichkeiten zu verharren, sondern die Schritte zu einer positiven Veränderung auch zu tun.

Vier Augen sehen mehr als zwei:

In diesen Veränderungssituationen ist natürlich auch von Vorteil, dass ich als unabhängige Beraterin Frauen neutral und unbelastet begleiten kann. Nicht meine Wünsche und Bedürfnisse, sondern die Fragen und Themen meiner Klientinnen stehen im Mittelpunkt meiner Arbeit.

 

4. Kann man mehr Lebensfreude lernen?

 

Lebensfreude ist jedem Menschen angeboren. Aber manchmal ist die Lebensfreude (in Teilen) verschüttet durch unangenehme oder auch traumatische Erfahrungen, Zwänge, Pflichten, eine Lebensweise, die nicht mit dem wirklichen Wesen der Person übereinstimmt. Jede von uns kann lernen, herauszufinden, was wirklich zu ihr passt. Welche Art von Menschen, Beziehungen, Tätigkeiten, Wünsche, etc.

Ich habe verschieden Methoden zur Verfügung, mit denen Menschen wieder in Kontakt mit ihrer Lebensfreude kommen können: Gespräch, Körperübungen, Entspannungsübungen, Imaginationsübungen. Ich schaue immer genau, welche Methoden zu welcher Frau in welchem Moment passen. Die Klientin hilft mir mit ihren Rückmeldungen dabei.

Wenn sich eine Frau entscheidet, bei mir eine Beratung zu machen, sage ich immer: „Wir machen uns jetzt gemeinsam auf die Schatzsuche: Wir werden Ihre individuellen Schätze finden und ausbuddeln!“

Vielen Dank für das Gespräch!

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern eine Spätsommerwoche voller Lebensfreude.

Peggy

P.S. Wenn ihr mehr erfahren wollt, besucht doch Angelas Website:

 

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Fieber-Jojo, jonglierende Eltern und ein selbst gemachter Vulkanausbruch.

Anstatt an Text-Aufträgen zu feilen, verbrachte ich heute dank krankem Sohn einen sonnigen Nachmittag mit dem Bau eines Vulkans.

sicherheitshalber stellen wir den fertigen Vulkan auf die Wiese

Vor dem Ausbruch: Unser erster Vulkan

Seit seinem Geburtstag am Wochenende ist unser jüngster Spross kränklich, ein richtiges Fieber-Jojo plagt ihn, seit Tagen saust es auf und ab. Als kleine rote Flecken dazu kamen, sind wir dann doch lieber zum Kinderarzt. Scharlach ist es zum Glück nicht, er hat sich wohl einen Virus eingefangen. Und soll diese Woche lieber zu Hause bleiben. Genau das hören berufstätige Eltern wie wir natürlich nicht gerne, vor allem am Wochenanfang, bringt es doch die ganze Planung durcheinander…

Aber nachdem wir diesen sechs Monate dauernden Winter – abgesehen von Schnupfen und Husten – gesund überstanden haben, will ich mich nicht beschweren. Und der Mann und ich wechseln uns ja ab mit der Kinderbetreuung, jeder arbeitet also etwas weniger diese Woche und jongliert die Termine so gut es geht.

Heute Nachmittag war ich mit den Kindern (der Große wollte auch nicht in den Kindergarten, wenn Mama doch zu Hause ist – muss er ja auch nicht) daheim. Dem Kleinen ging es prächtig (schwächelt eher gegen Abend), die Sonne schien und wir hatten endlich Zeit, einen Vulkanausbruch zu basteln. Die Idee haben wir übrigens aus diesem Buch*: Weiterlesen

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Planning to fail? Bitte mehr Verbindlichkeit.

Failing to plan is planning to fail“ ist so ein schlauer Spruch, der mir immer wieder mal begegnet. Den ich auch fleißig praktiziere. Gerade für berufstätige Eltern ist Planen ja sozusagen ein Muss. Wer holt mein Kind vom Kindergarten, wenn ich um 17 Uhr beim Kundentermin bin? Wie schaffe ich es zu diesem abendlichen Netzwerktreffen, wenn der Partner gleichzeitig Chorprobe hat und ich eigentlich nicht schon wieder 25 Euro für eine Babysitterin investieren will?elefantparade

Da bei mir heute um 16 Uhr ein Kundentermin im Kalender steht, habe ich gestern mit einer Freundin, deren Kinder in denselben Kindergarten gehen wie meine, vereinbart, dass sie heute meine Kinder abholt und mit zu sich nimmt, bis entweder mein Mann oder ich von der Arbeit zurück sind. Dafür nehme ich morgen nach Kindergartenschluss ihre Kinder für zwei Stunden mit zu uns, denn sie sollte länger im Büro bleiben.

Ich weiß nicht, ob es eine hohe Kunst ist, dieses „match-making“, dieses gegenseitige Geben und Nehmen. Jedenfalls ist diese Kunst im Ergebnis oft unbefriedigend. Zum Beispiel wenn, wie bei mir eben passiert, der heutige Termin vom Geschäftspartner kurzfristig abgesagt wird, gerade eben, heute morgen. Ob wir ihn um genau eine Woche verschieben können? „Ja klar, kein Problem“, höre ich mich sagen. Der Blick in den Kalender offenbart mir: Nächsten Mittwoch sind die Kinder beim Kindergeburtstag eingeladen. Also brauche ich jemanden, der sie dort wieder abholt. Nun gut, ich werde brav wieder organisieren und telefonieren in der Hoffnung, das alle die Termine dann auch einhalten und niemand überraschend krank wird. Das schöne Arrangement für heute war jedenfalls für die Katz, die Kinder meiner Freundin hole ich morgen dennoch ab, versprochen ist versprochen.

Ich bin wirklich kein Mensch, der das Leben gern verkompliziert. Aber für alle anderen Meetingteilnehmer hängt kein „Rattenschwanz“ an ihrem Terminkalender, sie sind entweder kinderlos oder haben eine Partnerin, die zu Hause ist. Deshalb ist die Planerei bei mir eben etwas aufwendiger und ich bin sehr dankbar, wenn ich mich auf Vereinbarungen verlassen kann. Wie war das noch eben, planning leads to failure?

P.S. so, nachdem ich mir das jetzt von der Seele geschrieben habe, mache ich mich motiviert an die Arbeit…

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Buchverlosung auf Septembermorgen.com

mum02 geht fremd….. mit „Septembermorgen“. Auf diesem schönen Blog seht ihr hier  http://www.septembermorgen.com/x-fragen-an-mum02-buchvorstellung-zwischen-karriere-und-krabbelgruppe-verlosung/ Bilder von mir und meinem Zuhause und lest meine Antworten zu Katjas Fragen, frei nach dem Motto »Wie machen das eigentlich die anderen (Mamas)?«. Wer bis zum 3.3.13 einen Kommentar dazu auf Septembermorgen hinterlässt, hat die Chance ein Exemplar von „Zwischen Karriere und Krabbelgruppe“ zu gewinnen. Viel Spaß dabei und habt noch ein schönes Winterwochenende!

 

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