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Fieber-Jojo, jonglierende Eltern und ein selbst gemachter Vulkanausbruch.

Anstatt an Text-Aufträgen zu feilen, verbrachte ich heute dank krankem Sohn einen sonnigen Nachmittag mit dem Bau eines Vulkans.

sicherheitshalber stellen wir den fertigen Vulkan auf die Wiese

Vor dem Ausbruch: Unser erster Vulkan

Seit seinem Geburtstag am Wochenende ist unser jüngster Spross kränklich, ein richtiges Fieber-Jojo plagt ihn, seit Tagen saust es auf und ab. Als kleine rote Flecken dazu kamen, sind wir dann doch lieber zum Kinderarzt. Scharlach ist es zum Glück nicht, er hat sich wohl einen Virus eingefangen. Und soll diese Woche lieber zu Hause bleiben. Genau das hören berufstätige Eltern wie wir natürlich nicht gerne, vor allem am Wochenanfang, bringt es doch die ganze Planung durcheinander…

Aber nachdem wir diesen sechs Monate dauernden Winter – abgesehen von Schnupfen und Husten – gesund überstanden haben, will ich mich nicht beschweren. Und der Mann und ich wechseln uns ja ab mit der Kinderbetreuung, jeder arbeitet also etwas weniger diese Woche und jongliert die Termine so gut es geht.

Heute Nachmittag war ich mit den Kindern (der Große wollte auch nicht in den Kindergarten, wenn Mama doch zu Hause ist – muss er ja auch nicht) daheim. Dem Kleinen ging es prächtig (schwächelt eher gegen Abend), die Sonne schien und wir hatten endlich Zeit, einen Vulkanausbruch zu basteln. Die Idee haben wir übrigens aus diesem Buch*: Weiterlesen

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Eingeordnet unter Leben mit Kindern, Lustig

Jobwechsel bitte nur zum Schuljahresanfang

Meine Freundin wechselt gerade im Raum Stuttgart den Job und muss deshalb mit ihrer kleinen Familie umziehen. Dabei machte sie die Erfahrung, dass alles verhandelbar ist – Job, Wohnung, etc. – mit AUSNAHME der Kinderbetreuung. Sie hat sich die Finger wund telefoniert, um für ihren Sohn ab Januar 2013 einen Ganztages-Kindergartenplatz zu bekommen. Die sind aber alle vergeben, erst im September 2013 würden wieder Plätze frei. Ihr neuer Arbeitgeber hat für knapp 3000 Mitarbeiter vor Ort nur drei Kindergartenplätze reserviert – die sind für die nächsten drei Jahre bereits besetzt. Daher haben sie und ihr Partner sich nun zähneknirschend für eine Wohnung in Leonberg, einer Stadt außerhalb Stuttgarts, entschieden, in die sie eigentlich nie ziehen wollten. Doch nur dort bekommen sie im laufenden Kindergartenjahr einen Ganztagesplatz für ihren bis dahin dreijährigen Sohn.

Kindergartenplatz verzweifelt gesucht

Selbst eine Tagesmutter war vor Ort nicht zu finden. Da der Kleine bereits seit zwei Jahren in die KITA geht, sehr aktiv ist und gern mit vielen anderen Kindern spielt, wäre das nur notfalls eine Option gewesen; schließlich ist er mit drei Jahren ja auch alt genug für den Kindergarten. Brauchen werden sie eine Tagesmutter dennoch stundenweise, denn selbst die Öffnungszeiten des Ganztageskindergarten reichen nicht immer aus, um ihre wöchentliche Arbeitszeit von jeweils mehr als 40 Stunden plus Fahrzeit abzudecken. Merke: Jobwechsel bitte nur zum September eines Jahres in Angriff nehmen, denn die Kinderbetreuung ist nun mal nicht so flexibel wie der Arbeits- oder Wohnungsmarkt.

Nachtrag: Warum bekommen gerade hochqualifizierte Paare eigentlich oft nur ein Kind? Vielleicht, weil der Organisationsaufwand ab dem zweiten Kind oft zu komplexe Dimensionen annimmt.

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Eingeordnet unter Familienfreundlich?!, Frau und Job

Hilfe, meine Familie hat Ferien

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Der Kindergarten meiner Söhne schließt im Sommer für dreieinhalb Wochen seine Türen. Mein Mann hat übers Jahr fleißig Überstunden gesammelt, um die gesamten Sommerferien frei zu haben. Das ist herrlich, an für sich. Denn so kann ich theoretisch arbeiten und wenn ich Feierabend mache (was bei dem momentan herrlichen Sommerwetter jeden Tag eine sehr subjektive Entscheidung darstellt, die oft weit vor dem Abend fällt) Zeit mit meiner Familie verbringen.

Tatsächlich stehe ich morgens früh auf, um die kühlen Morgenstunden effektiv zu nutzen. Doch mein Büro befindet sich zu Hause, damit findet die Flucht in die Arbeit ein jähes Ende. Denn mein ältester Sohn, der gut gelaunte Frühaufsteher, ist mindestens genauso bald wach wie ich, wir frühstücken gemeinsam und er erzählt mir Geschichten. Irgendwann taucht sein kleiner Bruder auf, mit zerzausten Haaren und mürrischer Mine. Auch er verlangt nach Frühstück und meiner Gesellschaft. Ketzerisch schlage ich vor, ob sie nicht Papa wecken wollen, denn ich müsste nun wirklich mal an meinen Schreibtisch. „Wir schauen dir bei der Arbeit zu!“ heißt es dann. Innerlich verdrehe ich die Augen, denn ich weiß, was das heißt. Sie ziehen meine Bücher aus dem Schrank und fragen mich permanent äußerst wichtige Dinge, schrauben an Drucker und Faxgerät herum und versuchen in einem unbeobachteten Moment, ihre Gemälde mit meinen selbstklebenden Briefmarken zu verschönern.

Zum Glück steht bald mein Mann auf und versucht, die beiden aus meinem Arbeitszimmer zu lotsen. Der Erfolg ist selten von Dauer, alle paar Minuten entwischt einer und steht wieder bei mir am Schreibtisch. Weil er mir etwas wichtiges sagen muss. Fragen, ob ich vielleicht später auch ins Freibad kommen könnte. Oder mir einen Kuss geben will. Da fällt es oft schwer, sauer zu sein, aber nach mehrmaligen Störungen schaffe ich es dann doch. Für vernünftige Erklärungen scheinen die beiden noch nicht empfänglich. Mich selbst einschließen mag ich nicht wirklich. Kürzlich habe ich ein Schild gebastelt mit zwei Seiten. Hängt die freundliche Sonne an der Tür (was selten der Fall ist), dürfen sie eintreten. Grinst ihnen die Piratenflagge entgegen, ist das Betreten strengstens verboten. Ich fand die Idee ganz toll, doch der Erfolg ist bislang mäßig. Dabei könnte ich theoretisch morgens zügig arbeiten und ab und zu die Nachmittage mit meiner Familie im Freibad verbringen. Praktisch, wie gesagt, keine Chance. Nächsten Sommer miete ich mir definitiv irgendwo ein Büro an. Oder ich mache auch Ferien und lass die Arbeit Arbeit sein.

P.S. Während ich diese Zeilen verfasst habe, wurde ich acht Mal unterbrochen. Trotz Piratenflagge! Ich schreibe übrigens schnell, wie es sich für arbeitende Mamas gehört.

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Mütter sind mutig und andere Umfrageergebnisse

Pünktlich zum Muttertag macht BRIGITTE mit einer Forsa-Umfrage von sich reden, oder genauer für den neuesten Ableger „Brigitte Mom“. Demnach sind Mütter mutige Improvisationskünstlerinnen und besonders belastbar (Bingo, habe erst kürzlich ein Puppenhaus aus Schuhkartons gebaut und es steht noch). Nach Brigitte Balance für Sportliche und Brigitte Woman (für „Ältere“, was natürlich mit vierzig noch keine sein will) gibt es nun eine Brigitte für Mütter. Interessant fand ich an der Umfrage vor allem, wie kritisch heutige Mütter von der Generation über 50 Jahren teilweise beäugt werden. In dieser Altersgruppe halten 39 Prozent Mütter für „nervig“ und 38 Prozent finden, Mütter würden sich heutzutage „zu wichtig nehmen“. Tja, ihr Golden Ager hättet ja früher schon eine Zeitschrift speziell für Mütter auf den Markt bringen und Bücher über Mamas  schreiben können. Da es bald sowieso mehr ältere Mitmenschen gibt und weniger Mütter nachkommen, verbünden wir uns zum Teil schon über Grenzen hinweg. Ich halte diesen Post darum auch kurz und setze mich gleich wieder an das Kapitel über eine „working mum“ in Israel, damit mein Manuskript pünktlich fertig wird. Heute Nachmittag kann ich nicht schreiben – bin nämlich eingeladen. Im Kindergarten meiner Söhne steigt eine große Muttertagssause, für die Kinder eine ganz große Sache, seit Tagen üben sie heimlich eine kleine Vorführung ein. Ich freu mich drauf, gemeinsam mit den anderen Mamas mal wieder so richtig doll im Mittelpunkt zu stehen. 😉

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Gesamtelternbeiratssitzung oder wie echte Probleme in Schupfnudeln mit Sauerkraut untergehen

Weil ich nicht laut genug „Nein“ sagen kann oder mich eben gerne auch mal für andere einsetze (oder komplett bekloppt bin, wie eine Freundin von mir so treffend meinte) wurde ich Ende Oktober zum Elternbeirat gewählt, im Kindergarten meiner Söhne. Worauf ich mich eingelassen hatte dämmerte mir erschreckend schnell, als ich die Organisation des Weihnachtsmarktstandes inklusive Bastelabend in Angriff nahm. Da ich zum Glück supertolle „Kollegen“ im Elternbeirat habe, klappte das aber ganz gut.

Überraschend war für mich die Einladung zur „Gesamtelternbeiratssitzung“. Da treffen sich Elternvertreter aller örtlichen Kindergärten bis zu vier (!) Mal im Jahr. Worum es dabei im Einzelnen geht, kann ich noch nicht abschließend sagen, aber den ersten Abend dieser Art habe ich bereits erleben dürfen. Dazu wurde eine Vertreterin aus dem Rathaus eingeladen, an die sich die Elternvertreter mit ihren Problemen aus den einzelnen Kindergärten wenden konnten.  „Das Essen geht wirklich gar nicht. Am Dienstag gab es Fischstäbchen mit Kartoffelbrei und Zucchini – das kann man doch Kleinkindern nicht vorsetzen“. „Schupfnudeln mit Sauerkraut, also nein, da haben wir Eltern beim Rathaus angerufen und uns geweigert, dieses Essen zu bezahlen!“. „Wir fordern das Berliner Modell zur Eingewöhnung unserer Kinder!“. „Schauen Sie sich mal diese Klopapierrolle an, original aus unserem Kindergarten, also das geht doch nicht, das kann man den Kindern doch nicht zumuten!“.

Als meine Kollegin und ich an die Reihe dieser „Fragerunde“ kamen, waren wir sprachlos. Wir hatten wie es schien keine Probleme, die es lohnte in der großen Runde vorzutragen. Und wenn wir welche hätten, würden wir diese bestimmt direkt – völlig unorthodoxe Methode? –  mit den Erzieherinnen besprechen.  Ganz bestimmt waren wir als Elternvertreter eine Fehlbesetzung. Denn wir lebten bislang in dem Glauben, Eltern liessen ihre Kinder in der Einrichtung Mittagessen, weil sie in dieser Zeit arbeiten. Und da ich dieser irrigen Annahme aufsaß, habe ich mir nie frei genommen um das Essen im Kindergarten zu kontrollieren. Ich gebe es zu: Ich habe schlichtweg keine Ahnung, wie qualitativ hochwertig und kindgerecht das Essen ist, welches meine Kinder dort zu sich nehmen. Es scheint ihnen jedoch meistens zu schmecken, ärgerlicherweise essen sie dort in der Gruppe sogar besser als zu Hause.

Die nette Frau aus dem Rathauses lächelte jedenfalls erleichtert und die Vertreterinnen des nächsten Kindergartens freuten sich, das sie gleich an die Reihe kamen. Ihr Kindergarten sei baufällig, der Neubau beschlossene Sache, aber wann der denn nun käme? Ohne Frage, dieses Problem gehört gehört. Schade nur, dass es vor lauter Schupfnudeln und fettigen Fischstäbchen in rauhem Klopapier beinahe unterging.

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Eingeordnet unter Leben mit Kindern, Lustig