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Schulkindmama: Wer bringt eure Kids zum Schwimmunterricht?

Seit knapp einer Woche bin ich Mutter eines Schulkindes. Ganz schön aufregend, obwohl ich ja gar nicht zur Schule gehe, sondern der „Große“.

Gestern hatten die Erstklässler ihre erste Schwimmstunde. An der Klassenzimmertür hängt eine verwaiste Liste, gesucht werden Eltern, die die Kinder zum gut 500 m entfernt liegenden Schwimmbad und zurück eskortieren. Bis gestern hatte sich niemand eingetragen, null, niente.

Zugegeben ist Mittwochmorgen kein idealer Termin, aber meine Güte. Wir leben in einer Kleinstadt, ihr könnt mir nicht erzählen, dass hier alle Eltern und womöglich Gr0ßeltern berufstätig sind. Also habe ich das Büro für eineinhalb Stunden geschlossen und bin los zur Schule. Gemeinsam mit einer wutschnaubenden Mitmama und meiner eigenen Mutter (die ich sicherheitshalber engagiert hatte, da ich ja dachte ich wäre sonst alleine mit 25 Kindern unterwegs).

Diese Mitmama hat sich aus demselben Grund einen halben Tag Urlaub (!) genommen und war stinksauer: „Das kann ja wohl nicht sein, die sollen sich mal eintragen, es geht schließlich um ihre Kinder, denen werde ich beim Elternabend was erzählen“. Ich werde davon berichten….

Zwischenzeitlich die Frage: Kennt ihr das Problem und habt ihr eine Idee, wie wir die Begleitung besser gelöst bekommen? Es gibt ja tatsächlich Gegenden, in denen Eltern flächendeckend berufstätig sind, wie klappt das dort?

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Wenn Kinder Radio hören

Der 5-jährige Sohn hat die Radiofunktion an seinem CD-Player entdeckt. Seither läuft im Kinderzimmer deutscher Schlager rauf und runter. Denn er hat auch gleich den besten Sender gefunden: „Mensch Mama, toll, da kommen fast nur deutsche Lieder!“ Ich lächle mild und erwäge, SWR4 mitzuteilen, dass sie ihre Zielgruppendefinition kicken können. Die schreiben dazu nämlich „Mehr als 90 % der SWR4-Hörer sind 50 Jahre und älter.  SWR4 Baden-Württemberg erreicht seine Kernzielgruppe sehr treffsicher.“*

Altmodisch? Von wegen!

Altmodisch? Von wegen!

Da fällt mir ein: Meine Cousine hörte in dem Alter ja nur Volksmusik und bekniete ihre Eltern, samstagabends den Musikantenstadl sehen zu dürfen. Davon will sie heute, zwanzig Jahre später, natürlich nichts mehr wissen.

Jedenfalls an dieser Stelle ein Appell an die Radiosender mit Zielgruppen unter 50: Spielt doch mehr deutsche Titel. Bestimmt würden sich nicht nur meine Kinder darüber freuen.

 

 

*http://www.swrmediaservices.de/radio-werbung/swr4-baden-wuerttemberg/zielgruppe/

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Buchtipp: „52 wunderbare Wochenenden“ von Sabine Bohlmann

Verlag Schwarzkopf & Schwarzkopf, 1.7.2013

Verlag Schwarzkopf & Schwarzkopf, 1.7.2013

 

Die Erwartungen an das nächste Wochenende sind oft überzogen: Wir wollen tausend Dinge erleben, erledigen und dabei auch noch entspannen und, und – und schon ist wieder Sonntagabend. Heute stelle ich euch ein eben erschienenes Buch vor, mit dem das anders werden könnte. „In zwei Tagen um die Welt, Zirkuszeit, Bei Hofe, Im Weltall, Repariertage, Wir retten die Welt oder Das total unperfekte Wochenende“ lauten einige der 52 darin enthaltenen locker-leichten Gebrauchsanleitungen für gelungene Wochenenden.

Auf Sabine Bohlmanns neues Werk habe ich mich schon gefreut, obwohl ich Erziehungsratgeber ja meide (Ausnahmen sind hier gelistet). Ihre Bücher sind eben alles andere als das, erhobene Zeigefinger wird man auch in „52 wunderbare Wochenenden“ keine finden. Zwischen den Buchdeckeln steckt stattdessen ein kreatives Ideenfeuerwerk. Und darauf kann man sich schon freuen, stimmts?

Konkret geht es um Freizeittipps für Familien mit Kindern (ohne Kinder machen viele der Ideen bestimmt auch jede Menge Spaß), für die man nicht weit fahren und oft keinen Cent ausgeben muss. Kaum hatte ich das Buch in den Händen, habe ich eifrig quergelesen: Märchentage, oh ja, und warum nicht mal einen Tag Indianer lang spielen, Cowboy oder Zauberer? Beim Lesen kamen mir selbst ständig neue Einfälle, und darin liegt meiner Ansicht nach auch ein Geheimnis dieses Buches: Es bietet nicht nur Tausende von Ideen, die man sich wie aus einem Baukasten herausgreifen kann. Es regt darüber hinaus die eigene Kreativität an und macht Lust darauf, die Kinder und sich selbst zu verblüffen. Einfach irgendwo aufschlagen, inspirieren lassen, loslegen.

Fazit: Ein Buch, dass das Kind in uns zum Vorschein bringt – zum selber schmökern und verschenken ideal.

P.S. Wir haben das Buch gleich als Anregung für den ersten Märchentag unserer Familie genommen – dazu bald mehr im nächsten Blogbeitrag….

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Treibgut auf der Frankfurter Buchmesse

Buchmesse Frankfurt – ein Mekka der Fans von gedruckten, gepressten oder digitalisierten Worten. Und ich mittendrin – juhu! Mit einem Besuch der Frankfurter Buchmesse habe ich seit Jahren „geliebäugelt“, jetzt war ich ganz einfach dort. Im Nachhinein fragt man/frau sich ja manchmal, warum sie etwas nicht schon lange getan hat. Oder geht das nur mir so? Ich bin wohl endlich hingefahren, weil mein erstes eigenes Buch bald erscheinen soll und ich mir den „Bücherzirkus“ aus der Nähe betrachten wollte. Obwohl ich Menschenaufläufe sonst lieber meide, war es wunderbar. Wie ein Schwamm habe ich Bilder, Worte und Eindrücke in mich aufgesogen.

Blätter: Das Büchermeer sieht für jeden anders aus

Angesichts von mehr als 7000 Ausstellern, Tausenden von Veranstaltungen und einer enorm hohen Promi-Dichte fragen mich Freunde: Wie hast du deinen Tag dort geplant, um nichts zu verpassen? Sorry Leute, ich habe nicht geplant. Gleich einem Stück Treibgut auf dem Büchermeer habe ich mich durch die Hallen und das Freigelände schaukeln lassen. Um immer wieder genau am richtigen Ort zu landen: In Neuseeland (fast), bei einer Lesung, einer Verschenkaktion oder einem spannenden Vortrag. Kleines Beispiel: Das Interview mit anschließender „Frerk“-Lesung von Finn-Ole Heinrich erlebte ich life aus der ersten Reihe, weil ich im richtigen Moment am richtigen Ort war. Von ihm hatte ich vorab in der Presse gelesen, ich wollte gerne mehr über „Frerk, du Zwerg“ und den Autor erfahren. Am Vorabend meines Messebesuchs hatte nun gerade dieses Buch den Deutschen Jugendliteraturpreis 2012 in der Rubrik Kinderbuch gewonnen (was ich noch nicht wusste, denn ich war gänzlich offline bei einer Party und fuhr am nächsten Morgen in aller Frühe nach Frankfurt). Eine irrsinnige Mutmachgeschichte mit kunterbunten Wortschöpfungen. Auf dem Heimweg freute ich mich schon darauf, das Buch bald mit meinen Kindern zu lesen. Kinderbücher habe ich aber immer schon gerne gekauft, auch als ich längst kein Kind mehr war, und noch lange keine Mutter. Vielleicht bin ich doch ganz tief drinnen ein bisschen Kind geblieben.

Fortsetzung folgt…

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Von der Notaufnahme zum Briefing zur Kundenpräsentation

So lassen sich die vergangenen 24 Stunden im Zeitraffer skizzieren.

Gestern, am Sonntagnachmittag, fuhren wir zum Kaffeeklatsch bei Verwandten. Dort angekommen stolperte mein „Großer“ (5 Jahre alt) direkt vor der Haustür und knallte mit voller Wucht aufs Kinn (er hatte dummerweise die Arme hinterm Rücken verschränkt, eine Angewohnheit die er sich wohl von seinem Großvater abgeschaut hat). Die klaffende Wunde blutete stark. Wie ein Krankenwagen-Pilot raste mein Mann ins Hospital, ich hielt auf dem Rücksitz das zitternde Kind fest. Die Wunde musste genäht werden, ansonsten schien er unverletzt – doch weil er nicht aufhörte über Ohrenschmerzen zu klagen, fuhren wir noch zum Kinderarzt. Aber auch dort zum Glück Entwarnung. Zum Abendessen gab es Griesbrei, da der Kleine nichts kauen konnte, und um 21 Uhr fiel die ganze Familie erschöpft ins Bett. Das war auch gut so, denn heute morgen um 6 ging es für mich weiter zum Briefingtermin bei einem Neukunden – dank des Montagmorgen-Verkehrschaos brauchte ich satte zwei Stunden für 80 km, so hockte ich im Stau während meine Gedanken um mein Kind kreisten. Produktmanagement, Vertrieb, Einkauf, Qualitätssicherung – sechs Menschen saßen mir ab 9  gegenüber, um über eine neue Produkt-Range zu sprechen. Drei durchdiskutierte Stunden später klemmte ich mich wieder hinters Steuer, doch anstatt nach Hause zog ich weiter zu einem Präsentationstermin, diesmal südlich von Stuttgart. Gewohnt zu funktionieren stand ich auch diesen Termin durch. Zwischendurch rief  ich natürlich zu Hause an, wo meine Mutter bei meinem Sohn war und mir versicherte, es ginge ihm sehr gut und ich bräuchte mir keine Gedanken zu machen. Das weiß ich, und doch will mein Mutterinstinkt an seiner Seite sein. Jetzt ist es wieder Abend, mein Kind schläft, es geht ihm gut, mein Kopf dröhnt. An manchen Tagen ist es hart, eine working mum zu sein. Gute Nacht 😉

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Andere Länder, andere Lehren

Im Ausland ist keineswegs alles rosig.  CIMG2915pixelioSpannend ist es auf alle Fälle, wenn man sich da mal umhört. Und das ein oder andere würde ich gern in meine Umgebung hineinverpflanzen. Ob es sich nun um ein Weltbild oder eine Einrichtung handelt. Hier zwei Beispiele, die ich nicht unbedingt so übernehmen würde, aber die zum nachdenken anregen:

Kürzlich sprach ich auf einer Hochzeit mit Freddo aus Frankreich. Seine Frau und ich waren gleichzeitig schwanger mit unserem ersten Kind, ihre Tochter  ist zwei Wochen jünger als mein Sohn. Er erzählt es geht ihr gut und zeigt mir Fotos von einem hübschen Mädchen mit blonden Locken. Seit sie drei ist geht sie in die „Ecole“, ich denke es handelt sich um eine Vorschule. Von 8 Uhr morgens bis 18:30 abends toujours durch. Ich bin erstaunt. Ja, müde sei sie danach abends, obwohl sie dort natürlich schlafen kann. Aber in Frankreich ist das völlig normal. Als ich ihm von unserem Alltag mit Jonglage-Akten der stundenweisen Kinderbetreuung, vor allem durch die Großeltern und Eltern, erzähle, ist er wiederum total erstaunt. Wie so ziemlich alle meine Freunde, die auch im Ausland wohnen.

Jette aus England erzählte mir, wie sie morgens ihre beiden Kinder in London zur Schule bringt. Die sind vier und fünf Jahre alt. Und tragen Schuluniform: Die Tochter im Röckchen, der Junge in der Bermuda mit Kniestrümpfen und Krawatte. Mit fünf Jahren lernt ihr Sohn mit einem Computer umzugehen, er schreibt Diktate und hat Science-Unterricht, also eine Einführung in wissenschaftliche Themen. (Ich nehme jetzt einfach mal an, das es sich um eine Einführung handelt. Wobei mein Sohn ein Kinderbuch hat, in dem Einsteins Relativitätstheorie so anschaulich erklärt wird, dass ich sie jetzt auch verstehe – vielleicht ist der Science-Unterricht auch so geschickt gemacht). Um 15 Uhr 30 holt sie die beiden wieder ab. Die sind dann ganz schön k.o., doch nach dem Spielen stehen Hausaufgaben auf dem Plan. Dann Essen, Abliegen. Nicht ohne. Würde ich aber bei einem Elternabend in Deutschland ganz anders darstellen. Mein Mann war gestern dort, und kam ziemlich genervt nach Hause. Die einen verlangen mehr Vorschule, aber nach unterschiedlichen Programmen. Andere protestieren „Unsere armen Kinder, die dürfen gar nicht mehr Kind sein“. Da kommen mir die Tränen. Vor Ärger. Wenn hier ein fünf oder sechsjähriges Kind seinen Namen schreiben soll, wird das Ende der Kindheit proklamiert. Statt die Neugier und den Wissensdurst der Kinder spielerisch zu fördern und sie früher einzuschulen, führt Deutschland Geniestreiche wie „G8“ ein. Ab Klasse fünf naht also definitiv das Ende der Kindheit?

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