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Was ist denn bitte der Sinn des Lebens? Teil 3

Geld und Glück

Ich brauche keine Yacht - da miete ich mir lieber ein Tretboot und gehe Schwimmen

Ich brauche keine Yacht – da miete ich mir lieber ein Tretboot und gehe schwimmen

„Ich brauche keine Yacht, ich gehe lieber schwimmen“ sagt Formel-1-Rekordpilot Sebastian Vettel. Eine Aussage, der den Rekord-Rennfahrer sympathisch macht. Und eine, die ich absolut nachvollziehen kann. Doch ein paar andere Dinge gäbe es schon, die ich mir mit Geld kaufen würde. Zeit, eine Weltreise, ein besonders umweltfreundliches Auto,….

Was meint ihr, kann Geld glücklich machen? Darüber streiten auch viele Forscher. Klar ist: Grundlegende Bedürfnisse sollten erfüllt sein, damit das Glück eine gute Basis hat. Doch macht mehr Geld uns mehr glücklich? Wenn ich an Dagobert Duck denke, tut es das ganz bestimmt nicht. Es kommt also darauf an. Wie unser Leben jenseits des Bankkontos aussieht, ist wichtiger. Gesundheit beispielsweise kann auch sehr viel Geld nicht kaufen. Eine Familie, echte Freunde: Unbezahlbar.

Im aktuellen GEO Wissenheft „Was gibt dem Leben Sinn“ behauptet das Autorenteam Marlene Weiss und Claus Peter Simon, dass Geld doch glücklich macht. Es käme allerdings darauf an, wie man es einsetzt. Nämlich nicht nur für sich selbst. Untersuchungen zeigen: Wenn wir andere beschenken, fühlen wir uns gut. Ähnliches trifft für Spender zu – ob sie nun Blut spenden oder Geld. Und wenn wir unser Geld lieber für uns selbst ausgeben? Auch dafür haben die genannten Autoren Tipps parat, die ich euch nicht vorenthalten möchte:

 

  1. Kauf dir Zeit und Freiheit: zieh näher an deine Arbeitsstelle oder lass unliebsame Tätigkeiten von Dritten übernehmen.
  2. Bezahl lieber gleich statt hinterher: Die Couch, das Auto oder die Reise machen mehr Spaß, wenn wir sie sofort bezahlen.
  3. Weniger ist mehr: Gönn dir lieber hin und wieder etwas Besonderes, anstatt dir möglichst jeden Wunsch sofort zu erfüllen.
  4. Investier in dich: Teure Geräte sind schnell veraltet, Erlebnisse bleiben dir bis an dein Lebensende. Also lieber die große Reise als das neue Flatscreen-TV.

 

Ich möchte noch einen 5. Tipp hinzufügen, der die gerade genannten aus meiner Sicht zusammenfasst: Hör auf dein Herz und auf deinen gesunden Menschenverstand.

 

Wenn ihr mehr über das Thema „Sinn“ erfahren möchtet und vielleicht noch eine Urlaubslektüre braucht: Das GEO Wissen Heft Nr. 53 zum Thema „Was gibt dem Leben Sinn“ bekommt ihr im Zeitschriftenhandel (Preis in Deutschland: 9,50 Euro).

 

 

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Was ist denn bitte der Sinn des Lebens? Teil 2

Freundschaft und Alter

Freiheit, Freunde, Geld - was gibt unserem Leben Sinn?

Freiheit, Freunde, Geld – was gibt unserem Leben Sinn?

Auch wenn sie in der „Rushhour des Lebens“ oft zu kurz kommt: Freundschaft ist elementar wichtig fürs Lebensglück. Besonders eindrücklich führen mir das meine Kindern und meine Eltern vor Augen. Kleine Kinder vergessen alles um sich herum, wenn sie mit ihren Freunden spielen und toben. Gleichzeitig sind sie radikal und sprunghaft, eine scheinbare Kleinigkeit genügt und sie sagen den berühmten Satz „Du bist nicht mehr mein Freund“. Die Welt geht unter. Um oft nur wenige Minuten später wieder aufzuerstehen. Kinder sind nicht politisch korrekt, sie sind direkt und jonglieren ungeniert mit großen Gefühlen. Wenn Kinder größer werden, vertrauen sie sich vermehrt ihren Freunden an anstatt ihren Eltern. Unter Gleichaltrigen fühlen sie sich eher verstanden.

Meine Eltern sind im Ruhestand, sozusagen. An für sich ist es eher ein unruhiger Stand: Sie gehen zwar keiner bezahlten Tätigkeit von 9 to 5 mehr nach, sind jedoch äußerst aktiv. Der Schlüssel zu ihren Unternehmungen sind ihre Freunde. Manche sind noch da von früher, doch zum Teil gingen die Lebenswege zu weit auseinander. Bei dem ein oder anderen spielt die Gesundheit nicht mehr mit, manche altern früher und radikaler als andere. Die verbleibenden Freunde (wie auch die neugefundenen) sind da unendlich wertvoll. Denn die Kinder stecken ja – wie erwähnt – mitten in der Rushhour des Lebens, sind beschäftigt mit Job, Kindern und so weiter. Da sind die Eltern gern gesehene Babysitter und die Familie unternimmt auch generationenübergreifende Ausflüge, doch die Stundenpläne von Rentnern und berufstätigen Eltern liegen zu weit auseinander, als das die Kinder den Eltern echte Freunde sein könnten. Ich wünsche meinen Kindern, dass ihnen der ein oder andere Kindergartenfreund bleibt, bis sie Rentner sind. Dasselbe wünsche ich mir selbst. Und ich weiß, dass ich meine Freunde jetzt nicht vernachlässigen darf. Dass es wichtig ist, die Beziehung zu ihnen zu pflegen.

 

 

Ende des Monats erscheint der dritte Teil zum Sinn des Lebens – es geht um das Thema Geld und Glück.

 

 

 

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Working mum in Africa – ein Zugbekanntschaft

Eine Frau in Afrika kann tun, was sie will. Meiner Meinung nach kommt es nicht auf die gesellschaftlichen Vorgaben an, sondern allein darauf, was eine Frau und Mutter erreichen möchte,“ so Isi. Die 32-jährige Afrikanerin lebt mit Mann und zwei Kleinkindern an der Elfenbeinküste und arbeitet an ihrem Doktor in Geologie. Haushalt und Kinderbetreuung übernimmt eine Nanny, die sie mit 35 Euro im Monat anscheinend durchschnittlich bezahlt. Sie sagt: „Manchmal verstehe ich euch Deutsche nicht. Ich kenne so viele Afrikaner, die alles dafür tun würden, um einen deutschen Pass zu haben. Aber ihr wisst nicht zu schätzen, was ihr habt.“

Bild: pixelio, Thorben Wengert "Nachrichten"

Bild: pixelio, Thorben Wengert „Nachrichten“

Wer ab und zu ICE fährt, kennt die Wagenstandsanzeiger am Bahnsteig. Auf meiner letzten Fahrt mit der Deutschen Bahn hatten sie die Wagen des ICE in der umgekehrten Reihenfolge angehängt, ein Wagen fehlte ganz. Chaos am Bahnsteig und im rollenden Zug war inklusive. Mittendrin traf ich Isi, eine an der Elfenbeinküste lebende Nigerianerin, die just eine Reihe hinter mir einen Platz im Wagen Nummer zwei reserviert hatte. Ich nahm sie mit ihren riesigen gelben Lidl-Tragetaschen ins Schlepptau und wir fanden schließlich im völlig überfüllten Zug (es war Freitagabend) unsere Plätze. Unser Gespräch über Vorurteile und Vereinbarkeit von Familie und Beruf hat mich nachdenklich gemacht.

Isi: „Meiner Meinung nach kann eine gebildete Frau in Afrika alles erreichen, sie braucht sich keinen gesellschaftlichen Konventionen beugen. Nimm mich zum Beispiel. Vor zwei Jahren habe ich mit meinen Kindern (2,5 und 1 Jahr alt) hier in Deutschland studiert und bin gut zurrecht gekommen mit finanzieller Unterstützung meines Mannes. Vier Monate lebte er hier bei uns und nahm mir alles ab: Er kaufte ein, putzte, wickelte die Kinder, kümmerte sich um sie. Zurück in Afrika verzieht er sich wieder hinter seine Zeitung. Als ich ihn darauf ansprach, meinte er: „wir haben hier ja Personal, warum soll ich da die Kinder wickeln“. Und er hat ja recht, ich selbst gebe auch den Großteil der Arbeit an unsere Nanny ab. Sie kostet uns keine 50 Dollar im Monat, wohnt unter unserem Dach und kümmert sich um Haushalt und Kinder.

Hier wurde ich stutzig. Einerseits freue ich mich mit Isi für ihre idealen Ausgangsbedingungen. Andererseits ist mir die Vorstellung unerträglich, die „soziale Schere“ würde sich auch bei uns so weit öffnen, dass Normalbürger Hausangestellte aus der „Portokasse“ bezahlen können.

Isi: Momentan arbeite ich an meinem Doktortitel in Afrika. Hier in Deutschland bin ich lediglich für ein zweiwöchiges Seminar, solange passen Verwandte in Afrika auf meine Kinder auf. Meine Lage zu Hause an der Elfenbeinküste ist heute recht entspannt, vor allem dank einer günstigen Haushalftshilfe. Ich habe auch Freundinnen in Madagaskar und Burundi, berufstätige Mütter mit Nannys, die sich um Wäsche, Haushalt, Essen und Kinder kümmern. Dadurch können sie auf der Karriereleiter nach oben steigen, nur ihr eigener Horizont ist die Grenze.

Auf der anderen Seite kenne ich Frauen wie meine Schwägerin. Sie hat eine kleine Tochter und will weder studieren noch arbeiten, lieber möchte sie ihr Kind aufziehen. Das ist natürlich ihre Entscheidung, aber die Gesellschaft erwartet das nicht von ihr, um sie eine gute Mutter zu nennen.

Isi, du hast zwei Jahre als studierende Mutter in Deutschland gelebt, wie hast du unser Land erlebt?

In Deutschland ist die gesellschaftliche Meinung sehr wichtig, sie gibt vor, wie ihr zu Leben habt. Deshalb bekommen immer weniger Paare hier Kinder, weil sie sie als Bürde, als Hindernis betrachten.

Kürzlich sprach ich in Frankfurt mit einem deutschen Mädchen, sie war durch die Abiturprüfung gefallen und wollte nun ein Jahr als Au-pair nach Australien. Ich sagte zu ihr: Du lebst hier in Deutschland, dir stehen soviele Möglichkeiten offen, und da willst du als Au-pair den Haushalt machen und Kinderpopos wischen? Manchmal verstehe ich euch Deutsche nicht. Ich kenne so viele Afrikaner, die alles dafür tun würden, um einen deutschen Pass zu haben. Aber ihr wisst nicht zu schätzen, was ihr habt.

Ich habe hin und her überlegt, ob ich über dieses Gespräch bloggen soll, denn ich wollte NICHT den Eindruck erwecken, wir bräuchten in Deutschland auch Nannys, die für 50 Euro im Monat arbeiten, und die Frage der Vereinbarkeit wäre geritzt. Die Diskussion ist bei uns vor allem emotional und ideologisch aufgeladen, auch wenn wir viel über (Eltern-/Betreuungs-)Geld diskutieren. Dafür entschieden habe ich mich, weil ich seit einiger Zeit Berichte über die wirtschaftliche Entwicklung vieler Regionen Afrikas verfolge. Kürzlich schrieb der SPIEGEL in einer Afrika-Serie „Warum Afrika viel besser ist als sein Ruf“. Auch Isi erzählte, sie begegne bei uns oft stereotypen Afrikabildern, dabei wäre ihre Heimat modern und gut entwickelt, sie entspräche so gar nicht dem Bild von Buschhütten und hungernden Kindern. So wenig wie Oslo und Neapel einander gleichen, so wenig können wir Afrika durch eine einheitliche Brille sehen. Daher teile ich dieses kleine Streiflicht auf meine Zufallsbekanntschaft mit euch.

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Schatzsuche: Auf dem Weg zu mehr Lebensfreude

Porträt: Nachgefragt bei Angela Fürtsch

Heute möchte ich euch eine Frau vorstellen, die ich im Frühjahr kennengelernt habe. Was sie macht, finde ich sehr spannend und hilfreich, weshalb ich sie bat, mir für mum02 mehr darüber zu erzählen. Besonders interessiert hat mich, mit welchen Fragen Frauen und Mütter in ihre Praxis kommen und ob man Lebensfreude tatsächlich lernen kann.

 

Vier Fragen an Angela (Foto: privat)

Vier Fragen an Angela zum Thema Lebensfreude (Foto: privat)

 

1. Angela, stell dich doch bitte in einem Satz kurz vor.

 Ich bin Heilpraktikerin (Psychotherapie): In meiner „Praxis für Lebensfreude“ in Reutlingen berate und coache ich Frauen, die sich Veränderungen in ihrem Leben wünschen – in welchen Lebensbereichen auch immer.

2. Lebensfreude wünschen wir uns alle möglichst viel – du betreibst sogar eine Praxis für Lebensfreude. Das klingt toll! Was genau verbirgt sich hinter deinem Konzept?

 Hinter meinem Konzept verbergen sich meine persönlichen und beruflichen Erfahrungen:

Als Studentin hatte ich schwierige Konflikte mit meinen Eltern und habe längere Zeit eine Beratung in Anspruch genommen. Ich fand die Beratung ganz toll, weil es unheimlich befreiend war, mit einer neutralen Beraterin über persönliche Dinge zu sprechen und neue Lösungsmöglichkeiten zu erkennen. Irgendwann wollte ich das dann selbst lernen und habe eine 5-jährige körperorientierte Psychotherapie-Ausbildung in der Schweiz absolviert.

Daraus ist mein Konzept entstanden:

In meiner Praxis für Lebensfreude biete ich Frauen einen Raum an, in dem sie zur Ruhe kommen können.

Einen Raum, in dem sie sich wohl fühlen, entspannen und mit sich selbst in Kontakt kommen.
Einen Ort, an dem sie durchatmen können und spüren, wie es ihnen wirklich geht.
Einen Ort, an dem sie Schritte der Veränderung tun können.

Ich weiß, dass Frauen eine Frau brauchen, der sie sich anvertrauen, mit der sie lachen und weinen können.

Mit deren Hilfe sie herausfinden und ausdrücken können, was sie wirklich bewegt.
Was sie freut, was ihnen Schmerzen bereitet, was sie wütend macht.
Was sie sich wünschen, erträumen und ersehnen.
Eine Frau, die ihr Lachen und ihre Tränen, ihre Wut und ihre Lebensfreude willkommen heißt.

Es ist mir eine Freude und Ehre, diese Frau für meine Klientinnen sein zu dürfen.

 

3. Bestimmt coachst du auch berufstätige Mamas. Mit welchen Fragestellungen kommen sie zu dir, wie hilfst du ihnen weiter – kannst du darüber ein wenig verraten?

 

Klar coache ich auch berufstätige Mamas.

Typische Fragestellungen sind zum Beispiel:

– Ich brauche dringend mal wieder Zeit für mich – wie kann ich mir Freiräume schaffen?

– Ich bin immer für alles zuständig, bekomme aber nie Anerkennung – wie kann ich das ändern?

– Mein Partner und ich sind nur noch Eltern – wie werden wir wieder ein Paar?

– Ich will wieder in´s Berufsleben einsteigen, aber ich traue mich nicht. Was kann ich tun?

 Wie helfe ich den Frauen weiter?

Jede Frau hat in ihrem Leben Phasen der Unzufriedenheit, der Erschöpfung, der Unruhe, der Lust auf Veränderung, der Umbrüche.

Dann tut es ihr gut, den Rücken gestärkt zu bekommen beim Entdecken der Ursachen und der individuellen Veränderungsmöglichkeiten. Auf dem Hintergrund meiner Ausbildungen und meiner langjährigen Berufserfahrung unterstützte ich meine Klientinnen mit psychologischer Beratung, Coaching und Psychotherapie dabei, zu entdecken, wie sie ihre persönlichen Ressourcen optimal nutzen können. Denn es geht immer auch darum, nicht in der Entdeckung der Möglichkeiten zu verharren, sondern die Schritte zu einer positiven Veränderung auch zu tun.

Vier Augen sehen mehr als zwei:

In diesen Veränderungssituationen ist natürlich auch von Vorteil, dass ich als unabhängige Beraterin Frauen neutral und unbelastet begleiten kann. Nicht meine Wünsche und Bedürfnisse, sondern die Fragen und Themen meiner Klientinnen stehen im Mittelpunkt meiner Arbeit.

 

4. Kann man mehr Lebensfreude lernen?

 

Lebensfreude ist jedem Menschen angeboren. Aber manchmal ist die Lebensfreude (in Teilen) verschüttet durch unangenehme oder auch traumatische Erfahrungen, Zwänge, Pflichten, eine Lebensweise, die nicht mit dem wirklichen Wesen der Person übereinstimmt. Jede von uns kann lernen, herauszufinden, was wirklich zu ihr passt. Welche Art von Menschen, Beziehungen, Tätigkeiten, Wünsche, etc.

Ich habe verschieden Methoden zur Verfügung, mit denen Menschen wieder in Kontakt mit ihrer Lebensfreude kommen können: Gespräch, Körperübungen, Entspannungsübungen, Imaginationsübungen. Ich schaue immer genau, welche Methoden zu welcher Frau in welchem Moment passen. Die Klientin hilft mir mit ihren Rückmeldungen dabei.

Wenn sich eine Frau entscheidet, bei mir eine Beratung zu machen, sage ich immer: „Wir machen uns jetzt gemeinsam auf die Schatzsuche: Wir werden Ihre individuellen Schätze finden und ausbuddeln!“

Vielen Dank für das Gespräch!

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern eine Spätsommerwoche voller Lebensfreude.

Peggy

P.S. Wenn ihr mehr erfahren wollt, besucht doch Angelas Website:

 

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Erziehungsgeheimnisse aus Paris: Buchrezension ;-)

 Nachdem mich internationale Geschichten magisch anziehen, musste ich mir dieses Buch einfach bestellen (es war nicht gleich lieferbar, so groß war wohl die Nachfrage):

„Warum französische Kinder keine Nervensägen sind – Erziehungsgeheimnisse aus Paris“ von der US-Amerikanerin Pamela Druckerman. Ich habe es dann tatsächlich an einem Wochenende verschlungen (praktischerweise verbrachte ich besagtes Wochenende im April über weite Strecken in einem Abteil der Deutschen Bahn, ganz ungestört). Dennoch hat es mit der Rezension eine Weile gedauert, aber so konnte sich das Gelesene ein wenig setzen. Obwohl, bei meinem ausgeprägten Kurzzeitgedächtnis konnte es sich womöglich eher verflüchtigen. Also mal sehen, was ich noch weiß – auch ein Gradmesser für die Qualität der Inhalte. Fangen wir mal mit dem Einband an:

Bild: http://www.randomhouse.de/Buch/Warum-franzoesische-Kinder-keine-Nervensaegen-sind/Pamela-Druckerman/e403722.rhd

Optik: Wachstischtuch-Charme meets urban style. Dazu Hardcover. Gefällt mir, vermutlich auch weil mich die Grafik an den besten der drei Erziehungsratgeber erinnert, die ich jemals gelesen habe*.

Unterhaltungswert: Definitiv hoch! Amüsant, kurzweilig, gut geschrieben. Witzig ist beispielsweise der Kontrast zwischen dem US-Background der Autorin und wie sie – derartig „geimpft“ eintaucht in die Welt der Pariser Eltern. Die gleicht in ihren Augen anfänglich einem Geheimbund à la Freimaurer, bis sie sich Schritt für Schritt und Kind für Kind einen Platz darin erobert.

Inhalt: hier greife ich mal drei Aspekte heraus, sonst wird dieser Post diese Woche nicht mehr fertig.

Sex

In einem Erziehungsratgeber? Mais pourquoi pas? Weiterlesen

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Frauke Ludowig: „Ich bin die Familienmanagerin“.

Zum Muttertag gibt es heute ein Interview mit der TV-Moderatorin Frauke Ludowig, deren pragmatische Ansichten ich gerne mit euch teilen will. Da ich es – krankheitsbedingt – nicht nach Köln geschafft habe, sprachen wir am Telefon über ihr Leben zwischen Familie und Job, über Gelassenheit und Perfektionismus. Nebenbei sind interessante Tipps für berufstätige Eltern heraus zu lesen. Here we go…

Seit Jahrzehnten entlockt sie den großen und kleinen Stars dieser Welt Geheimnisse, berichtet live von königlichen Hochzeiten und unterrichtet das Fernsehvolk von RTL „exclusiv“ von VIP-Veranstaltungen. Doch was viele nicht wissen:

Am Telefon sprach mum02 mit Frauke Ludowig über Karriere und Kinder. Bild: Danone

Am Telefon sprach mum02 mit Frauke Ludowig über Karriere und Kinder. Bild: Danone

Die 49-jährige Frauke Ludowig ist verheiratet und hat zwei Kinder im Alter von neun und sieben Jahren. Als Führungskraft ist die Redaktionsleiterin ein echtes Arbeitstier und schafft – wie viele berufstätige Mütter – den Spagat zwischen Familie und Karriere.

mum02: Sie leben und arbeiten in Köln?

Frauke Ludowig:

„Ich arbeite bei RTL in Köln und ich bin unter der Woche jeden Tag in der Redaktion, von morgens um 10 bis abends um 7 ungefähr. Neben meiner eigenen Sendung „Exclusiv“ bin ich auch für die Redaktion der Sendung „Prominent!“ bei VOX verantwortlich. Viele kennen mich eben vor der Kamera, aber tatsächlich findet mein Job zum Großteil dahinter statt – als Führungskraft habe ich einen Bürojob mit viel Personalverantwortung.“

Sie sind verheiratet und haben zwei Töchter im Alter von sieben und neun Jahren. Wie ist die Rollenteilung zwischen Ihnen als berufstätige Eltern?

„Wir sind nicht nur beide berufstätig sondern arbeiten beide auch relativ viel. Mein Mann ist Geschäftsführer einer Werbeagentur und hat damit sehr unkalkulierbare Tage. Ich kann ihm da aber entgegenkommen – daher kann er abends im Grunde nach Hause kommen, wann er will. Wenn er es bis sieben schafft, ist das toll, ansonsten aber auch nicht tragisch.

Ich als Frau muss dagegen schon sehr viel kontrollierter sein, stimme also meine Termine mit denen der Familie ab. Das kenne ich aus meinem Freundes- und Familienkreis nicht anders. Da sind es immer die Frauen, die sich um das Familienmanagement daheim kümmern.

Ich habe mir ein Netzwerk aufgebaut aus Kinderfrau, Ersatz-Kinderfrau und Freundinnen, die zur Not noch einspringen. Da können sich die meisten Männer wirklich glücklich schätzen, dass ihre Frauen das übernehmen und am Laufen halten.

Mein Mann und ich sind Arbeitstiere. Unsere Töchter wachsen damit auf, genauso wie ich früher selbst mit beruflich engagierten Eltern aufgewachsen bin. Daher habe ich das Modell selbst nie in Frage gestellt. Wenn meine Kinder mal nachfragen, warum wir denn soviel arbeiten, versuche ich ihnen klarzumachen, dass ich zwar tagsüber nicht zu Hause bin, sie dadurch aber durchaus auch Vorteile haben. Zum einen sind sie gut versorgt und wir fahren dafür beispielsweise auch einmal mehr in den Urlaub, wo wir dann viel Zeit füreinander haben.

Was die konkrete Rollenverteilung angeht, haben mein Mann und ich die Hausarbeit ganz gut aufgeteilt. Jeder hat so seine Domänen – ich mache eher die Wäsche, er werkelt am Haus. Und die alltäglichen Bring- und Holdienste der Kinder übernimmt die Kinderfrau bei uns.“

Frauke Ludowig. Bild: Danone

Frauke Ludowig. Bild: Danone

Ein gutes Netzwerk ist ja enorm wichtig für arbeitende Eltern. Haben Sie Tipps, wie man sich solch ein gutes Netzwerk schaffen kann, selbst wenn keine Großeltern in der Nähe wohnen und das Geld eher knapp ist?

„Ja, ein gutes Netzwerk ist mit Kindern quasi überlebenswichtig, nicht nur wenn man arbeitet. Meine Eltern sind total rege und hilfsbereit, wohnen allerdings nicht in der Nähe und können daher nicht wirklich spontan einspringen. Weiterlesen

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Notfallarbeitsplatz mit Laufstall? Aus einem deutschen Großunternehmen..

Sprach kürzlich mit einem Papa von drei Kindern über seinen Alltag in einem großen deutschen Medienkonzern. Der Personalrat hat dort nun einen Büroarbeitsplatz mit PC und Laufstall eingerichtet und ist mächtig stolz darauf. Sicherlich ist dies auch eine gute Einrichtung, allerdings wird sie – gemessen an der Größe des Unternehmens – vermutlich nur für absolute Notfälle dienen können. So gut ich die Idee dahinter finde, in diesem Umfang umgesetzt erinnert sie mich an den sprichwörtlichen „Tropfen auf den heißen Stein“. Ich selbst habe nach der Geburt meines Sohnes einen Laufstall bei mir im Büro stehen gehabt und den Kleinen anfangs täglich mit zur Arbeit genommen (es war kurz vor der Einführung der Elternzeit, ich ging acht Wochen nach der Geburt zurück in den Job). Um dennoch den eigenen Job erledigen zu können, sind Eltern, die ihr Baby mit zur Arbeit bringen, allerdings auf ein gutes Netzwerk angewiesen – verständnisvolle Chefs und hilfsbereite Kollegen. In meinem Fall arbeitete ich mit meinen Eltern im selben Betrieb, und wir konnten uns mit der Betreuung abwechseln. Als mein Sohn acht Monate alt war und immer aktiver wurde, fand ich eine sehr gute Tagesmutter für ihn, die selbst kleine Kinder hatte und bei der er sich gleich wohl fühlte. Für uns war das damals eine gute Lösung, ich bin froh, dass ich ihn nicht schon mit acht Wochen „hergeben“ musste.

Doch ich schweife ab, zurück zu dem Gespräch mit dem dreifachen Papa, der sich mehr Verständnis für Arbeitnehmer mit Kindern wünscht. Vermutlich rührt das fehlende Einfühlungsvermögen seiner Chefs daher, dass sie selbst keine Kinder haben. Tatsächlich seien sowohl die Chefs als auch deren direkte Assistenten und Sekretärinnen zu circa 90 % kinderlos. Sie haben also keinerlei Probleme mit der Kinderbetreuung. Die vorherrschenden Modelle seien „DINKys“ (double income no kids), Singles sowie ab und zu noch die klassische Familie, bei der die Ehefrau komplett beim Kind daheim bleibt. Mit diesen Kollegen konkurrieren nun Mütter und Väter, die nebenher noch den täglichen Betreuungsspagat schaffen müssen. Ein Einzelfall? Leider nicht. Es ist sehr schwierig, der häufig kinderlosen Führungsriege die Problematik zu verdeutlichen. Gleichzeitig aber höchste Zeit für deutsche Unternehmen, umzudenken*. Eine Elternquote könnte da nicht schaden (ups, jetzt habe ich laut gedacht)…

* Bei Nadel-Hersteller Groz-Beckert im schwäbischen Albstadt entsteht derzeit ein Sozialzentrum mit vorbildlicher Kinderbetreuung und Schule, mehr als 18 Millionen investiert der Betrieb dafür. Wer mehr darüber lesen will, klickt hier:

http://www.gea.de/nachrichten/wirtschaft/18+5+millionen+euro+fuer+ein+sozialzentrum.2436368.htm

 

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WELT am Sonntag: „Meine Söhne haben mir beruflich sogar geholfen“

Die junge deutsche Wirtschaftswissenschaftlerin Ulrike Malmendier hat drei Kinder und lehrt heute in Berkeley. Warum sie trotz Kindern doch nicht zurück nach Deutschland gezogen ist und wieso die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in den USA oftmals besser funktioniert, erzählt sie in diesem spannenden Interview (WELT am Sonntag, 27.1.2013):

http://www.welt.de/print/wams/wirtschaft/article113157197/Meine-Soehne-haben-mir-beruflich-sogar-geholfen.html

Ein kleiner Auszug:

„Wie können wir auch in Deutschland vorankommen?

Teils braucht es da einfach einen Generationenwechsel. Und wir Mütter brauchen auch konkrete Hilfe. Als Wirtschaftswissenschaftlerin brauche ich ja kein Labor. Ein Laptop reicht mir, um volle Pulle so arbeiten zu können, als wäre ich im Büro. Deshalb war es für mich recht einfach, einen Tag nach der Geburt voll wieder dabei zu sein. Aber das ging natürlich dennoch nur, weil mein Arbeitgeber mich unterstützt hat.“

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Sind kinderfreie Hotels ein Zukunftsmarkt?

Gleich nebenan in Stuttgart öffnet heute die Touristik-Messe CMT ihre Tore, da macht sich auch mum02 Gedanken zum Thema Urlaub. Während nachhaltige Ferien in aller Munde sind, setze ich hier mal einen anderen Schwerpunkt (vom Wort „nachhaltig“ bekomme ich als Texterin sowieso so langsam Ausschlag). „Ruhige Ferien statt Kinderlärm am Pool“ lautet der Artikel, den mir ein Bekannter diese Woche per Mail zugespielt hat. Darin ist zu lesen: „Die Lösung für ruhebedürftige Feriengäste: kinderfreie Hotels. Wellness-Bereiche mit Whirlpool, Dinner-Menüs bei Kerzenschein und für Gäste nutzbare Golfplätze schaffen den richtigen Rahmen, in dem sich Erwachsene in den Ferien entspannen und den Alltag draußen lassen können – Kindergeschrei kann dabei mitunter stören“ (Quelle: http://www.news.de/reisen-und-leben/855341810/hotels-fuer-erwachsene-ruhe-und-frieden-am-hotelpool/1/)

Habe gleich neugierig „kinderfreie Hotels“ gegoogelt und gerade mal 50.000 Treffer bekommen. Uff, bislang wohl eher eine Randerscheinung. Zum Vergleich: Die Suche nach „Familienhotels“ bringt mehr als 6 Millionen Treffer. (Übrigens war ich, obwohl seit 6,5 Jahren Mama, noch in keinem Familienhotel. Bin da ein wenig altmodisch und verbringe den Urlaub gern gemeinsam mit Partner und Kindern. (Okay, gegen zwei Stunden Kinderanimation pro Tag hätte ich auch nichts einzuwenden, aber Pauschalurlaub ist einfach nicht unser Fall)).

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Was mich ein wenig beruhigt: Deutschland scheint seinen Ruf als nicht besonders kinderfreundliches Land bislang nicht durch „adults only“ Hotels weiter zu verschlechtern. So ist im selben Artikel zu lesen:

In der Bundesrepublik ist dieser Trend noch nicht richtig angekommen, gibt der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) zu bedenken. Während sich kinderfreie Hotels in Südeuropa wachsender Beliebtheit erfreuen, gibt es keine Angaben, wie viele «adult-only»-Hotels es in Deutschland aktuell gibt.

Aufschlussreich dann der „ZEIT“-Artikel „Wer bucht kindfreie Hotels?“ (http://www.zeit.de/2012/36/Hotels-ohne-Kinder/seite-2) –

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mum02 zu Gast bei Spiegel Online

Für den Spiegel Online habe ich Auszüge aus meinem Buch „Zwischen Karriere und Krabbelgruppe“ zusammengestellt,  heute ist der Artikel erschienen. Eine schöne Antwort auf die gestrige Studie („Warum die Deutschen so wenig Kinder bekommen, mangelnde Vereinbarkeit und Anerkennung, etc.“), denn der Blick ins Ausland macht Mut!

Erfahrt mehr über das Leben meiner working mums-Freundinnen Petra aus Finnland, Snezka aus Slowenien und Simi aus Indien im Spiegel Artikel:

Peggy WandelFoto: Stefanie Heider

Peggy Wandel
Foto: Stefanie Heider

 

http://www.spiegel.de/karriere/ausland/berufstaetige-muetter-frauen-aus-anderen-laendern-ueber-ihre-erfahrungen-a-873314.html

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