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Frauke Ludowig: „Ich bin die Familienmanagerin“.

Zum Muttertag gibt es heute ein Interview mit der TV-Moderatorin Frauke Ludowig, deren pragmatische Ansichten ich gerne mit euch teilen will. Da ich es – krankheitsbedingt – nicht nach Köln geschafft habe, sprachen wir am Telefon über ihr Leben zwischen Familie und Job, über Gelassenheit und Perfektionismus. Nebenbei sind interessante Tipps für berufstätige Eltern heraus zu lesen. Here we go…

Seit Jahrzehnten entlockt sie den großen und kleinen Stars dieser Welt Geheimnisse, berichtet live von königlichen Hochzeiten und unterrichtet das Fernsehvolk von RTL „exclusiv“ von VIP-Veranstaltungen. Doch was viele nicht wissen:

Am Telefon sprach mum02 mit Frauke Ludowig über Karriere und Kinder. Bild: Danone

Am Telefon sprach mum02 mit Frauke Ludowig über Karriere und Kinder. Bild: Danone

Die 49-jährige Frauke Ludowig ist verheiratet und hat zwei Kinder im Alter von neun und sieben Jahren. Als Führungskraft ist die Redaktionsleiterin ein echtes Arbeitstier und schafft – wie viele berufstätige Mütter – den Spagat zwischen Familie und Karriere.

mum02: Sie leben und arbeiten in Köln?

Frauke Ludowig:

„Ich arbeite bei RTL in Köln und ich bin unter der Woche jeden Tag in der Redaktion, von morgens um 10 bis abends um 7 ungefähr. Neben meiner eigenen Sendung „Exclusiv“ bin ich auch für die Redaktion der Sendung „Prominent!“ bei VOX verantwortlich. Viele kennen mich eben vor der Kamera, aber tatsächlich findet mein Job zum Großteil dahinter statt – als Führungskraft habe ich einen Bürojob mit viel Personalverantwortung.“

Sie sind verheiratet und haben zwei Töchter im Alter von sieben und neun Jahren. Wie ist die Rollenteilung zwischen Ihnen als berufstätige Eltern?

„Wir sind nicht nur beide berufstätig sondern arbeiten beide auch relativ viel. Mein Mann ist Geschäftsführer einer Werbeagentur und hat damit sehr unkalkulierbare Tage. Ich kann ihm da aber entgegenkommen – daher kann er abends im Grunde nach Hause kommen, wann er will. Wenn er es bis sieben schafft, ist das toll, ansonsten aber auch nicht tragisch.

Ich als Frau muss dagegen schon sehr viel kontrollierter sein, stimme also meine Termine mit denen der Familie ab. Das kenne ich aus meinem Freundes- und Familienkreis nicht anders. Da sind es immer die Frauen, die sich um das Familienmanagement daheim kümmern.

Ich habe mir ein Netzwerk aufgebaut aus Kinderfrau, Ersatz-Kinderfrau und Freundinnen, die zur Not noch einspringen. Da können sich die meisten Männer wirklich glücklich schätzen, dass ihre Frauen das übernehmen und am Laufen halten.

Mein Mann und ich sind Arbeitstiere. Unsere Töchter wachsen damit auf, genauso wie ich früher selbst mit beruflich engagierten Eltern aufgewachsen bin. Daher habe ich das Modell selbst nie in Frage gestellt. Wenn meine Kinder mal nachfragen, warum wir denn soviel arbeiten, versuche ich ihnen klarzumachen, dass ich zwar tagsüber nicht zu Hause bin, sie dadurch aber durchaus auch Vorteile haben. Zum einen sind sie gut versorgt und wir fahren dafür beispielsweise auch einmal mehr in den Urlaub, wo wir dann viel Zeit füreinander haben.

Was die konkrete Rollenverteilung angeht, haben mein Mann und ich die Hausarbeit ganz gut aufgeteilt. Jeder hat so seine Domänen – ich mache eher die Wäsche, er werkelt am Haus. Und die alltäglichen Bring- und Holdienste der Kinder übernimmt die Kinderfrau bei uns.“

Frauke Ludowig. Bild: Danone

Frauke Ludowig. Bild: Danone

Ein gutes Netzwerk ist ja enorm wichtig für arbeitende Eltern. Haben Sie Tipps, wie man sich solch ein gutes Netzwerk schaffen kann, selbst wenn keine Großeltern in der Nähe wohnen und das Geld eher knapp ist?

„Ja, ein gutes Netzwerk ist mit Kindern quasi überlebenswichtig, nicht nur wenn man arbeitet. Meine Eltern sind total rege und hilfsbereit, wohnen allerdings nicht in der Nähe und können daher nicht wirklich spontan einspringen. Weiterlesen

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9 Kommentare

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Mutmach-Geschichten (im TV)

Hier noch ein nachträgliches Geschenk zum Muttertag: Fünf Mutmach-Geschichten für Mütter (und Väter, wobei die nur in einer Reportage im Vordergrund stehen). Gesendet  am 13. Mai 2012 im ZDF, aber dank Internet jederzeit abrufbar unter diesem Link:

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1639190/sonntags-vom-13-Mai-2012?flash=off

 

Die „100 Sekunden-Leben“ Idee, einen Tag lang mit nur einem Kind zu verbringen (für alle, die mehrere haben) gefällt mir schon lange, habe sie in letzter Zeit aber sehr vernachlässigt. Wie bei allen Einfällen (von denen ich täglich viele habe) sage ich mir:  Wenn das Manuskript erst abgegeben ist… dementsprechend habe ich ab Mitte Juli viel vor 😉

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Mütter sind mutig und andere Umfrageergebnisse

Pünktlich zum Muttertag macht BRIGITTE mit einer Forsa-Umfrage von sich reden, oder genauer für den neuesten Ableger „Brigitte Mom“. Demnach sind Mütter mutige Improvisationskünstlerinnen und besonders belastbar (Bingo, habe erst kürzlich ein Puppenhaus aus Schuhkartons gebaut und es steht noch). Nach Brigitte Balance für Sportliche und Brigitte Woman (für „Ältere“, was natürlich mit vierzig noch keine sein will) gibt es nun eine Brigitte für Mütter. Interessant fand ich an der Umfrage vor allem, wie kritisch heutige Mütter von der Generation über 50 Jahren teilweise beäugt werden. In dieser Altersgruppe halten 39 Prozent Mütter für „nervig“ und 38 Prozent finden, Mütter würden sich heutzutage „zu wichtig nehmen“. Tja, ihr Golden Ager hättet ja früher schon eine Zeitschrift speziell für Mütter auf den Markt bringen und Bücher über Mamas  schreiben können. Da es bald sowieso mehr ältere Mitmenschen gibt und weniger Mütter nachkommen, verbünden wir uns zum Teil schon über Grenzen hinweg. Ich halte diesen Post darum auch kurz und setze mich gleich wieder an das Kapitel über eine „working mum“ in Israel, damit mein Manuskript pünktlich fertig wird. Heute Nachmittag kann ich nicht schreiben – bin nämlich eingeladen. Im Kindergarten meiner Söhne steigt eine große Muttertagssause, für die Kinder eine ganz große Sache, seit Tagen üben sie heimlich eine kleine Vorführung ein. Ich freu mich drauf, gemeinsam mit den anderen Mamas mal wieder so richtig doll im Mittelpunkt zu stehen. 😉

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