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Papa in Kolumbien: YMCA als Sprungbrett (Teil 9)

Dank seiner aufgeschlossenen Art und guter Englischkenntnisse steigt Alveiro beim YMCA ein und auf:

Boyscout Camps und neue Freunde

Mein erster Auftrag führte mich während den Sommerferien nach Pennsylvania in ein Boyscout Camp, eine Art Pfadfinderlager. Kurz darauf hängte ich den Verkäuferjob an den Nagel und wurde Vollzeitlehrer. Während der Sommerferien nahm ich wieder einen Job als Campguide an, für drei Monate im Upstate New York. Wieder traf ich einen Menschen, der mich einen Schritt weiterbrachte: Er bot mir die Teilnahme an einem Traineeprogramm für „Recreation“ (Freizeitgestaltung) an. Die 18-monatige Ausbildung fand im US-Bundesstaat Conneticut statt. Während dieses Aufenthalts tauchte ich ein in die Kultur des Landes und lernte wirklich gut Englisch zu sprechen.

 

Programmdirektor und Lehrer

Im Jahr darauf bot mir die YMCA Kolumbien an, das International Camp Counselor (ICCP)-Programm auf ehrenamtlicher Basis zu leiten.[1] Nebenher arbeitete ich weiterhin als Englischlehrer. Sieben Jahren später berief mich die internationale YMCA nach New York City, wo ich ein halbes Jahr in administrativen Dingen geschult wurde. Zurück in Kolumbien wollte die damalige Geschäftsführerin der YMCA Kolumbien mich in Vollzeit einstellen. Das kam sehr unerwartet. An für sich war ich glücklich als Lehrer, ich unterrichtete zu der Zeit an zwei verschiedenen Universitäten und verdiente genug Geld, um meinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Der Job bei der YMCA versprach mehr Arbeit und weniger Geld. Doch sie blieb hartnäckig: „Ob in Teil- oder Vollzeit, ich will dich hier an der YMCA Bogota haben. Du hast viele Talente und passt gut hier her.“ Sie verpasste mir eine Art Gehirnwäsche, in dem sie mir quasi täglich vor Augen hielt, wie viel ich bereits von der Organisation profitiert hätte, dass ich diese Erfahrungen weitergeben sollte und Geld schließlich nicht alles wäre. Schließlich stimmte ich einer Vollzeit-Anstellung zu, behielt aber meinen Abendjob an der Uni bei.

 

Von der Mutterschaftsvertretung zum Generalsekretär

Fünf Jahre später sollte ich dann als Mutterschaftsvertretung zusätzlich die nationale YMCA-Geschäftsführung übernehmen. „Klar, das mache ich gern“, sagte ich. Als die drei Monate um waren, kündigte meine Vorgängerin. Die Position beinhaltet viel Reisetätigkeit und sie wollte ihr Baby nicht so häufig allein lassen. So wurde ich im März 2003 unverhofft zum Generalsekretär der YMCA-Organisation Kolumbiens.

Die Camps, mit denen alles anfing, sind nach wie vor ein wichtiger Teil meiner Arbeit. Sie leisten einen erheblichen finanziellen Beitrag und sorgen dafür, dass wir nicht allein von den Beiträgen der lokalen Gruppen abhängig sind.

[1]    http://www.iccpymca.org/html/begin_customer_registration.cfm

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Buchvorstellung „Wunder muss man selber machen“ von Sina Trinkwalder

 Sina Trinkwalder aus Augsburg zog Ende 2009 einen Schlussstrich unter ihr Dasein in der Werbebranche, um etwas Sinnvolles zu schaffen: Eine Näherei, in der Arbeitslose die Chance bekommen,  ökologische Bekleidung in Deutschland herzustellen. 2010 wurde Manomama geboren, ein soziales Textilunternehmen in privater Hand. Über das Abenteuer Manomama hat sie 2013 ein Buch vorgelegt. Es heißt „ Wunder muss man selber machen – Wie ich die Wirtschaft auf den Kopf stelle“.cover_SinaT

Angesichts meiner Vergangenheit musste ich dieses Buch unbedingt lesen. Ich entstamme einem schwäbischen Textilunternehmen, das nach manchen Hochs, vielen Tiefs und folglich schrumpfenden Mitarbeiter- sowie Verkaufszahlen 2008 während der Wirtschaftskrise schließlich dicht machte. Damals habe ich fieberhaft überlegt, wie wir uns durch eine Neuorientierung am Markt halten könnten. Leider gab es dieses Buch zu der Zeit noch nicht. Es hätte mir auf jeden Fall Stoff zum Nachdenken geliefert.

Bereits viele Jahre bevor wir unseren Bekleidungsbetrieb schlossen, wurde ich immer mal wieder erstaunt gefragt: „Was, euch gibt es immer noch? Die meisten Textiler haben doch längst dichtgemacht in Deutschland – billige Konkurrenz aus Asien und so“. Diesem Vorurteil wollte Trinkwalder sich nicht beugen. Mit halsbrecherischem Mut zum Risiko investierte sie in Näh- und Zuschneidemaschinen und holt arbeitslose Näherinnen von der Straße.

 

Wer bitte gründet im 21. Jahrhundert eine Textilfabrik in Augsburg?

Das Buch nimmt die Leser in 20 Kapiteln mit von der spontanen Idee über die zahlreichen Hürden bis hin zur Etablierung von Manomama mit festen Auftraggebern. Wenn ich heute bei DM einkaufe, schaue ich die bunten Stofftaschen dort an und denke mir:„Euch kenn ich doch, ihr werdet in Augsburg genäht“. Bei Manomama nämlich.

Wie ein roter Faden zieht sich Sinas Bauchgefühl durch das Buch. Wie sie Entscheidungen trifft, dürfte klassischen Unternehmensberatern einen Herzinfarkt bescheren. Dabei erweist sich ihr sozialer und betriebswirtschaftlicher Spürsinn als enorm treffsicher.

Die erzählerischen Rückblicke im Buch wechseln sich ab mit thematischen Ausflügen. In Sinas Betrachtungen wird abgerechnet mit Globalisierung, Politik, Wirtschaft und Staat. Auch scheinheilige Promis und sogar die Bio- und Ökobewegung bekommen ihr Fett weg. In „Teilhabe statt Umverteilung“ zum Beispiel bringt sie ihre Auftragskalkulation auf den Punkt: „Nennen Sie mir den Preis, der für Sie ausreichend und für mich fair ist.“

Hochleistungsrosinenpicken“ handelt von der geistigen und körperlichen Ausbeutung von Mitarbeitern, die in vielen Unternehmen zu ökonomischem Verbrauchsgut degradiert worden seien. „In unserem Land ist für jeden Menschen etwas zu tun“ setzt Trinkwalder dem entgegen. Sie glaubt nicht nur an die Bedeutung eines selbstverdienten Lebensunterhalts, sie will vor allem Menschen auf der Verliererseite des Lebens den Zugang dazu ermöglichen. Indem sie selbst Arbeitsplätze schafft.

Für ihr Engagement erhielt Sina Trinwalder bereits zahlreiche Preise und war Gast in diversen Talkshows. Sie ist verheiratet mit einem Mann, der zwischen den Zeilen sehr sympathisch rüber kommt, sich viel um den gemeinsamen Sohn kümmert und ihr den Rücken freihält für ihre Mission vom fairen Unternehmertum.

Selbstverdientes Auskommen = Selbstvertrauen und Wertschätzung

Manomama stellt möglichst solche Menschen ein, die auf dem regulären Arbeitsmarkt keine Chance (mehr) haben. „Warum machst du dir es doppelt schwer?“ wird Sina dazu im Buch von einem Lieferanten gefragt. Denn einen Textilbetrieb in Deutschland zum Laufen zu bekommen ist schon mit motiviertem Fachpersonal eine Kunst. Ihre Antwort: „Weil es um Gerechtigkeit geht. Schau, wir leben in einer Leistungsgesellschaft. Das ist an sich nicht schlecht, sehen wir einmal von den perversen Auswüchen ab. Wenn wir uns kennenlernen, fragen wir einander nicht, wie es uns geht, sondern erzählen uns, welcher Arbeit wir nachgehen. Wir definieren uns über Arbeit. Haben wir nichts Berufliches zu erzählen, sind wir nicht interessant. Wir gehören nicht dazu. Schlimmer noch: Als Arbeitsloser bist du nicht nur am Rande unserer Gesellschaft, die Arbeitenden verachten dich. Weil du ihnen auf der Tasche liegst. Staatsgeld verprasst. Du wirst krank, depressiv, und der Strudel zieht dich immer tiefer hinunter. (….) Ich habe viel Energie in die Wiege gelegt bekommen. Wieso sollte ich nicht meine Kratt für jene Menschen aufwenden, die sie brauchen? Wenn die Stärkeren viel mehr auf die Schwächeren in unserer Gesellschaft achten würden, wäre uns allen geholfen.“ (Aus: „Wunder muss man selber machen“ von Sina Trinkwalder, Seite 248)

Risiko? Her damit.

Beeindruckt hat mich die Art und Weise, wie sich Trinkwalder das komplette Know-how von industrieller Nähtechnik bis Zuschnitt selbst beibringt. Wie sie sich ohne Sicherheitsnetz auf eine fremde Branche und neue Menschen einlässt, auf die Gefahr hin, dabei kräftig auf die Schnauze zu knallen. Und das tut sie. Aber wie meine Mutter immer sagte: Hinfallen ist keine Schande, du musst eben immer wieder aufstehen. Und das tut Trinkwalder natürlich auch, ihr Kampfgeist springt einen beim Lesen an wie ein wildgewordenes Känguru. Im Klappentext wird sie denn auch charakterisiert als „Schrecken der Arbeitgeberverbände“. Das klingt plakativ, aber sie ist kein Schrecken. Vielmehr ein Vorbild, das gerechte Löhne bezahlt und in Deutschland am freien Markt faire Bekleidung produziert. Fazit: Sehr lesenswert.

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Sommerferien: Eine organisatorische Herausforderung für berufstätige Eltern

Komme gerade von einem Lunchdate mit einer anderen working mum. Sprachen über die nahenden Sommerferien (ihre Tochter geht in die Grundschule, der Sohn wird nach den Ferien eingeschult). Als in Vollzeit arbeitende Mama hat sie diese bereits generalstabsmäßig geplant:

Woche 1 und 2: Sind die Kinder beim Kinderferienprogramm eines Umweltbildungszentrums angemeldet, zum Ganztagesprogramm bis max. 17 Uhr. Die Kids freuen sich darauf wie verrückt, die Eltern kostet der Spaß pro Kind und Woche 120 Euro.

Ferien - schön, wenn man sie genießen kann!

Ferien – schön, wenn man sie genießen kann!

Woche 3 und 4: Familienurlaub – mit dem Auto nach Berlin zu den Großeltern, von dort mit dem Flieger in den zweiwöchigen Urlaub.

Woche 5: Die Eltern fahren ins Schwabenland zurück und arbeiten, die Kinder bleiben noch eine Woche bei den Großeltern in Berlin.

Woche 6: Die Kinderübergabe erfolgt irgendwo zwischen Reutlingen und Berlin (so fahren Großeltern und Eltern die halbe Strecke und treffen sich in der Mitte). Den Rest der Woche verbringen die Kinder wieder beim Kinderferienprogramm (siehe Woche 1).

„Puh, und dann sind diese sechs Wochen wieder überstanden“, so meine Freundin. „Obwohl, ich nehme dann noch eine Woche Urlaub für die Einschulung meines Sohnes, die ist erst donnerstags und in der Woche gibt es kein Ferienprogramm mehr und noch keine Betreuung an der Schule.“

Ein kleiner Trost: US-amerikanische Eltern haben es womöglich noch schwerer mit der Weiterlesen

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Empörung ist schick, bringt uns aber auch nicht weiter.

Ärgert ihr euch nicht auch oft über die gedrechselten, schwammigen Aussagen vieler Berufspolitiker, die wir jeden Tag serviert bekommen? Redet aber jemand Klartext, stürzen wir – Medien, Blogger oder Leser – uns ganz gern hämisch auf diese Person. Heute ist mal Lencke Wischhusen dran. Ich kenne die Frau nicht persönlich und bin kein Mitglied im Bund Junger Unternehmer (BJU), fühle mich also objektiv genug, um meine eigene Meinung zu ihren Aussagen kundzutun.

Lencke Wischhusen gestern in der BILD:

„Frauen müssen im Job mutiger werden. Sie brauchen mehr Selbstvertrauen, zum Beispiel in Gehaltsverhandlungen.“

Diese Feststellung ist nicht neu und nach wie vor richtig.

„Sie wählen oft Berufe, in denen eher niedrige Löhne gezahlt werden. Insofern haben Frauen auch eine Mitverantwortung an den Verdienstunterschieden.“

Bingo, die Aussage aus Satz eins ist bekann. Satz zwei mag weh tun, klingt aber logisch.

„Frauen könnten ihrem Chef anbieten, während der Babypause z. B. als Urlaubsvertretung in der Firma zu arbeiten. So bleiben sie besser in Kontakt mit ihrem Arbeitgeber“

Ah, den Stein des Anstoßes orte ich auf dem Grund dieser Aussage! Sie mündete in die Bild-Headline: „Mütter mit Babys sollen in den Ferien arbeiten“. Seit wann ist die Babypause ein Ferienlager? Diese Zeit hat mit Urlaub gar nichts zu tun. Frau Wischhusen scheint das allerdings auch gar nicht behauptet zu haben.

Für den Wiedereinstieg nach der Babypause ist es tatsächlich sehr empfehlenswert, in Kontakt mit Chef und Kollegen zu bleiben. Ein paar Tage Urlaubsvertretung anzubieten oder die Teilnahme an einem Workshop, wenn die Kinderbetreuung in der Zeit geregelt ist, halte ich für eine machbare und praktische Idee. Sicher nicht für jede Mama, aber welche Idee ist das schon? Übrigens gibt es ja auch Vätermonate (zwei bis zwölf, je nach eigenem Ermessen), Mama muss nicht immer beim Kind sein.

Seien wir ehrlich: Die Debatte um berufstätige Mütter und die Kinderbetreuung dreht sich schon so lange im Kreis, dass einem dabei schwindelig werden kann. Kommt tatsächlich jemand mit konkreten Vorschlägen, werden diese wie hier bruchstückhaft wiedergegeben und anschließend zum Abschuss freigegeben. „Wie kann die es wagen, die hat ja selbst keine Kinder, Unternehmertochter, pfui“, so einige Reaktionen auf den (von BILD in gewohnt sachlich-nüchterner Manier – ähm, Achtung: Ironie) lancierten Bericht zum Interview mit der BJU-Vorsitzenden. Sorry Leute, aber so traut sich bald keine(r) mehr, den Mund auf zumachen. Und das bringt uns bestimmt nicht weiter.

Soweit das Wort zum Donnerstag.

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Notfallarbeitsplatz mit Laufstall? Aus einem deutschen Großunternehmen..

Sprach kürzlich mit einem Papa von drei Kindern über seinen Alltag in einem großen deutschen Medienkonzern. Der Personalrat hat dort nun einen Büroarbeitsplatz mit PC und Laufstall eingerichtet und ist mächtig stolz darauf. Sicherlich ist dies auch eine gute Einrichtung, allerdings wird sie – gemessen an der Größe des Unternehmens – vermutlich nur für absolute Notfälle dienen können. So gut ich die Idee dahinter finde, in diesem Umfang umgesetzt erinnert sie mich an den sprichwörtlichen „Tropfen auf den heißen Stein“. Ich selbst habe nach der Geburt meines Sohnes einen Laufstall bei mir im Büro stehen gehabt und den Kleinen anfangs täglich mit zur Arbeit genommen (es war kurz vor der Einführung der Elternzeit, ich ging acht Wochen nach der Geburt zurück in den Job). Um dennoch den eigenen Job erledigen zu können, sind Eltern, die ihr Baby mit zur Arbeit bringen, allerdings auf ein gutes Netzwerk angewiesen – verständnisvolle Chefs und hilfsbereite Kollegen. In meinem Fall arbeitete ich mit meinen Eltern im selben Betrieb, und wir konnten uns mit der Betreuung abwechseln. Als mein Sohn acht Monate alt war und immer aktiver wurde, fand ich eine sehr gute Tagesmutter für ihn, die selbst kleine Kinder hatte und bei der er sich gleich wohl fühlte. Für uns war das damals eine gute Lösung, ich bin froh, dass ich ihn nicht schon mit acht Wochen „hergeben“ musste.

Doch ich schweife ab, zurück zu dem Gespräch mit dem dreifachen Papa, der sich mehr Verständnis für Arbeitnehmer mit Kindern wünscht. Vermutlich rührt das fehlende Einfühlungsvermögen seiner Chefs daher, dass sie selbst keine Kinder haben. Tatsächlich seien sowohl die Chefs als auch deren direkte Assistenten und Sekretärinnen zu circa 90 % kinderlos. Sie haben also keinerlei Probleme mit der Kinderbetreuung. Die vorherrschenden Modelle seien „DINKys“ (double income no kids), Singles sowie ab und zu noch die klassische Familie, bei der die Ehefrau komplett beim Kind daheim bleibt. Mit diesen Kollegen konkurrieren nun Mütter und Väter, die nebenher noch den täglichen Betreuungsspagat schaffen müssen. Ein Einzelfall? Leider nicht. Es ist sehr schwierig, der häufig kinderlosen Führungsriege die Problematik zu verdeutlichen. Gleichzeitig aber höchste Zeit für deutsche Unternehmen, umzudenken*. Eine Elternquote könnte da nicht schaden (ups, jetzt habe ich laut gedacht)…

* Bei Nadel-Hersteller Groz-Beckert im schwäbischen Albstadt entsteht derzeit ein Sozialzentrum mit vorbildlicher Kinderbetreuung und Schule, mehr als 18 Millionen investiert der Betrieb dafür. Wer mehr darüber lesen will, klickt hier:

http://www.gea.de/nachrichten/wirtschaft/18+5+millionen+euro+fuer+ein+sozialzentrum.2436368.htm

 

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Eingeordnet unter Familienfreundlich?!, Leben mit Kindern, Wiedereinstieg Teilzeit und Motivation

Wie vereinbart ihr Kinder und Karriere? Tipps von working mums weltweit.

1. Wähle die passende Kinderbetreuung!

Denn wenn du dein Kind in guten Händen weißt, kannst du dich entspannt deinem Job widmen. Also schau dich um, bevor du eine Entscheidung triffst. So wie meine Freundin Natalia aus Birmingham: „Ich besichtigte eine Einrichtung, in der die Wände verschimmelt waren. Ein anderer Kindergarten warb mit einem „Entdeckungsraum für die Sinne“ – das war eine düstere Ecke, in der Löffel aus Metall von der Decke hingen.“

2. Vergleiche dich nicht mit Anderen!

Es ist meist eher frustrierend als hilfreich. Wenn du es schon nicht lassen kannst, such dir „Vorbilder“, die ein in deinen Augen beängstigendes Pensum bewältigen. So wie die zweifache Mama und Dozentin Raquel in Spanien: „Mein Tag an der Universität dauert häufig von 9 bis 22 Uhr. (…) Dazu arbeite ich oft nachts und am Wochenende. Das ist nicht gerade erstrebenswert, ermöglicht es mir als Mutter aber, mein Privatleben überhaupt mit meiner Vollzeitstelle zu vereinbaren. Wobei sich mein Leben ehrlich gesagt bis heute ständig anfühlt wie ein Ausnahmezustand.“

3. Hol dir Unterstützung!

Auch wenn du es nicht wahrhaben willst: Auch dein Tag hat nur 24 Stunden. Daher musst du neben Familie und Job unweigerlich Abstriche machen. Bring die Hemden zum Bügeln, engagier eine Reinemachfrau oder mach es wie manche Niederländer: „Immer mehr Familien holen sich auch Unterstützung ins Haus, anstatt die Kinder zur Kinderbetreuung zu bringen und wieder abzuholen. Dieser Lebensstil kostet zwar mehr Geld, aber weniger Nerven,“ (Sanne, 38, 3 Töchter).

4. Sei kreativ im Umgang mit deiner Zeit!

Multitasking mag ein Mythos sein, für Mütter ist es ohne Frage eine Kernkompetenz. Gewisse Tätigkeiten lassen sich scheinbar gleichzeitig erledigen: „Oft sehe ich in Mumbai Frauen im Zug Gemüse schnippeln, denn wenn sie abends nach Hause kommen, muss schnell das Essen auf dem Tisch stehen“, berichtet Simi aus Indien. Andere Kombinationen sind eher stressig: „Ich weiß noch, wie ich mit Lena am Schreibtisch saß, stillend und tippend zugleich“, erinnert sich Nicola aus New York.

Neugierig geworden? All diese kleinen Episoden stammen aus meinem Taschenbuch „Zwischen Karriere und Krabbelgruppe“, erschienen am 1.12.2012 im Verlag Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin.

288 Seiten, 9,95 EUR (D)
ISBN 978-3-86265-168-9
http://www.schwarzkopf-schwarzkopf.de

P.S. Übrigens habe ich mir schon bei der Veröffentlichung eine ganze Reihe an „ernsthaften Tipps mit Augenzwinkern“ für berufstätige Mütter ausgedacht. Ein paar Online-Magazine haben diese aufgegriffen, nachzulesen beispielsweise hier:

http://www.spielsachen.de/magazin/artikel/uebersicht/zeige/wie-sie-den-spagat-als-working-mum-ueberleben-zehn-tipps-aus-aller-welt.html

Zwischen Krabbelgruppe und Karriere: 20 berufstätige Mütter aus aller Welt

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Pressespiegel regional

blogbild.jpgIch hatte diese Woche zwei interessante Gespräche mit der Presse vor Ort, die Ergebnisse verlinke ich anbei. Dabei wurde mal wieder deutlich, wie herrlich man über das Thema „Kinder und Karriere“ debattieren kann. Es gibt so viele Möglichkeiten wie es Mütter, Väter und Kinder gibt und nicht DEN Königsweg.

http://www.gea.de/region+reutlingen/pfullingen+eningen+lichtenstein/zwischen+karriere+und+krabbelgruppe.2926644.htm

http://www.swp.de/reutlingen/lokales/reutlingen/Peggy-Wandels-Buch-Zwischen-Karriere-und-Krabbelgruppe-erscheint-1-Dezember;art5674,1745500

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Neuerscheinung: Buch von working moms für working moms

Ab morgen ist es tatsächlich im Buchhandel – Mein Buch „Zwischen Karriere und Krabbelgruppe: 20 berufstätige Mütter aus aller Welt erzählen, wie sie Familie und Job unter einen Hut bekommen“. Ein schönes Gefühl, es endlich in Händen zu halten.  Die Neuerscheinung findet heute auch Erwähnung bei Networkingmom.  Sie hat mir fünf Fragen gestellt rund um das Thema Kinder und Job – nur einen Click entfernt in ihrem wunderbaren, sehr lesenswerten Blog: http://www.networkingmom.de/5-fragen-an-peggy-wandel-von-www-mum02-com/

BlickAusMeinerHaustür

Ich werde derweil noch eine Runde Schneeschippen – vor unserer Haustür sieht es aktuell so aus 😉

Wer gerade nicht Schnee schippen muss und eventuell noch mehr wissen will:

Cover1 KopieBuchvorstellung_ZwischenKarriereUndKrabbelgruppe (pdf)

Wie Frauen weltweit Kind und

Karriere vereinbaren:

Erfahrungsberichte von Müttern

rund um den Globus

288 Seiten | Taschenbuch

9,95 EUR (D)

ISBN 978-3-86265-168-9

Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag, Berlin 2012

http://www.schwarzkopf-schwarzkopf.de

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Die Zukunft ist weiblich

Natürlich ist DIE Zukunft weiblich, das wusstet ihr schon. Doch wer hätte es gedacht? Zukunftsforscher Matthias Horx proklamiert seit geraumer Zeit einen weltweiten Megatrend namens „Frauen“. Tatsächlich dürfen Frauen gerade einmal seit hundert Jahren hierzulande Abitur machen, heute studieren mehr Frauen als Männer – nicht nur in Deutschland oder in Norwegen, auch in Saudi-Arabien. Nur die Arbeitswelt funktioniert noch weitgehend nach dem Anwesenheitsprinzip, da haben die Männer die Nase vorn. Viele Frauen verzichten dankend auf eine Karriere nach der Spielregel „Wer am längsten im Büro ist, wird befördert“. Durch eine andere  Zeitkultur gewännen wir alle –  Frauen, Männer und Kinder – mehr Lebensqualität. Die Skandinavier machen das schon mal vor.

Hier der sehr interessante Beitrag von Matthias Horx:

http://www.youtube.com/watch?v=JKpaggDg9sE

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Finnische Stilberatung für Chile

Diese Woche sprach ich mit Kareen aus Santiago de Chile über ihr Leben als Finnin, Mutter und Karrierefrau in Südamerika. Auch ihre Geschichte wird Teil meines Buchprojekts „Mothers@Work“ . Sie selbst bezeichnete das Interview übrigens als „eine gute Therapie“.

Kareen hat Stil, und zwar in jeder Hinsicht. Sie brachte das Thema Image- und Stilberatung aus Buenos Aires nach Santiago de Chile und hat sich inzwischen einen Namen gemacht. Vor allem auch durch ihr praktisches Handbuch „Estilo – manual de imagen personal“, das 2011 auf Spanisch erschien. In einem chilenischen Blog las ich dazu ein Interview von Kareen:

http://www.taconeras.net/2011/07/27/kareen-linna-hablemos-de-estilo/

Besonders gut gefallen mir ihre Tipps am Ende des Artikels: Weniger im Schrank zu haben ist besser als mehr (daran muss ich noch arbeiten), leg dir dein Outfit am besten schon am Vortag zurecht (das fand mein Mann anfangs sehr amüsant) und vor allem: Hör nicht auf die Verkäuferinnen!

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