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Hans-Georg Nelles im Gespräch

11 Fragen an einen engagierten Vater: Hans-Georg Nelles von Väter & Karriere. Er hat das Thema Vereinbarkeit zu seinem Beruf gemacht und thematisiert zum Beispiel in seinem Blogbeitrag „Darf es auch ein bisschen weniger sein„, dass Karriere und Teilzeit kein Widerspruch sein dürfen – für Männer und Frauen. Das kann man nicht oft genug sagen und schreiben, bis es selbstverständlich wird. „Aber von alleine geht nichts, es braucht schon den Mut, diese Vorstellungen auch tatsächlich zu äußern und zu leben„, so Hans-Georg Nelles.

Hans-Georg Nelles auf der WomenPower 2012

Hans-Georg Nelles auf der WomenPower 2012

1.    Hand aufs Herz – wieso bloggst du?

Ich habe vor fast 8 Jahren angefangen zu bloggen, nachdem ich eine spannende Veranstaltung zum Thema Bloggen besucht habe und ich darin eine gute Möglichkeit gesehen habe, Väter und ihre Anliegen zum Thema zu machen und die Entwicklung, die ja just zu diesem Zeitpunkt durch die Diskussion um das Elterngeld an Dynamik gewonnen hat, zu dokumentieren.

2.    Woher nimmst du die Zeit dafür?

Das Thema Väter und väterbewusste (Personal-) Politik habe ich zu meinem Beruf gemacht und die Texte im Blog sind Ergebnis meiner täglichen Beschäftigung damit.

3.    Gibt es Dinge in puncto Vereinbarkeit, die du gerne von anderen Ländern oder Kulturen nach Deutschland importieren würdest?

Ich habe drei inzwischen erwachsene Kinder und das beste was mir „passieren“ konnte ist eine Partnerin, die Spaß am Beruf hat, gerne arbeitet und die uns so eine partnerschaftliche Aufteilung von Erwerbs- und Familienarbeit ermöglicht (hat).

4.    Ein Blick in die Zukunft: Wird es in zehn Jahren einfacher sein, in Deutschland Familie und Job zu vereinbaren? Oder machen wir eher Rückschritte?

Es wird nach dem Muster zwei Schritte vor, einen zurück verlaufen, aber ich bin der Überzeugung, dass die kommenden Väter und Mütter gute Chancen haben, ihre Vorstellungen gegenüber den Arbeitgebenden durchzusetzen. Aber von alleine geht nichts, es braucht schon den Mut, diese Vorstellungen auch tatsächlich zu äußern und zu leben.

5.    Wie sieht deiner Meinung nach die ideale Arbeitswelt aus?

Ideal sind Arbeitswelten, die zu den jeweiligen Bedürfnissen und Lebensereignissen von Männern und Frauen, Vätern und Müttern passen bzw. ihnen die Möglichkeit geben Arbeitszeiten und –orte so anzupassen, das gute Ergebnisse und Lebenszufriedenheit gleichermaßen erzielt werden.

6.    Bist  du lieber selbständig oder angestellt?

Ich habe 25 Jahre im Anstellungsverhältnis gearbeitet und bin jetzt seit fast 6 Jahren freiberuflich tätig. Ich kann mir nicht mehr vorstellen, von morgens bis abends an einem Schreibtisch zu sitzen und einer Tätigkeit nachzugehen.

7.    Stadt oder Land?

Das Land ist ein Sehnsuchtsraum, in den Städter Wünsche und Erwartungen projizieren. Ich brauch den Puls der Stadt. Manchmal ist es Berlin und der Takt ist anregend. Zur Entspannung reicht mir mein Viertel in dem DüsselDorf am Rhein.

8.    All-inclusive oder Abenteuerurlaub?

Weder noch, ich habe mir meine/ unsere Urlaube in den vergangenen 40 Jahren immer selber organisiert. Da war manches abenteuerlich, aber es war immer erholsam.

9.    Dein Lieblingsbuch?

Der Dialog, Das offene Gespräch am Ende der Diskussionen von David Bohm

10.    Körper, Geist, Seele – was ist dein Rezept, um mit dir selbst in Einklang zu kommen?

Nichts unternehmen, was diese Einheit zu sehr auf die Zerreißprobe stellt und wenn doch, laufen und anschließend in die Sauna.

11.    Angenommen eine Fee gewährt dir drei Wünsche. Was möchtest du sein, tun oder haben?

Gesundheit, Zufriedenheit und die Möglichkeit, meiner interessanten Tätigkeit möglichst lange nachgehen zu können und Wirkungen zu erzielen.

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Eingeordnet unter Familienfreundlich?!, Leben mit Kindern, Politik, Wiedereinstieg Teilzeit und Motivation

Jobwechsel bitte nur zum Schuljahresanfang

Meine Freundin wechselt gerade im Raum Stuttgart den Job und muss deshalb mit ihrer kleinen Familie umziehen. Dabei machte sie die Erfahrung, dass alles verhandelbar ist – Job, Wohnung, etc. – mit AUSNAHME der Kinderbetreuung. Sie hat sich die Finger wund telefoniert, um für ihren Sohn ab Januar 2013 einen Ganztages-Kindergartenplatz zu bekommen. Die sind aber alle vergeben, erst im September 2013 würden wieder Plätze frei. Ihr neuer Arbeitgeber hat für knapp 3000 Mitarbeiter vor Ort nur drei Kindergartenplätze reserviert – die sind für die nächsten drei Jahre bereits besetzt. Daher haben sie und ihr Partner sich nun zähneknirschend für eine Wohnung in Leonberg, einer Stadt außerhalb Stuttgarts, entschieden, in die sie eigentlich nie ziehen wollten. Doch nur dort bekommen sie im laufenden Kindergartenjahr einen Ganztagesplatz für ihren bis dahin dreijährigen Sohn.

Kindergartenplatz verzweifelt gesucht

Selbst eine Tagesmutter war vor Ort nicht zu finden. Da der Kleine bereits seit zwei Jahren in die KITA geht, sehr aktiv ist und gern mit vielen anderen Kindern spielt, wäre das nur notfalls eine Option gewesen; schließlich ist er mit drei Jahren ja auch alt genug für den Kindergarten. Brauchen werden sie eine Tagesmutter dennoch stundenweise, denn selbst die Öffnungszeiten des Ganztageskindergarten reichen nicht immer aus, um ihre wöchentliche Arbeitszeit von jeweils mehr als 40 Stunden plus Fahrzeit abzudecken. Merke: Jobwechsel bitte nur zum September eines Jahres in Angriff nehmen, denn die Kinderbetreuung ist nun mal nicht so flexibel wie der Arbeits- oder Wohnungsmarkt.

Nachtrag: Warum bekommen gerade hochqualifizierte Paare eigentlich oft nur ein Kind? Vielleicht, weil der Organisationsaufwand ab dem zweiten Kind oft zu komplexe Dimensionen annimmt.

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Eingeordnet unter Familienfreundlich?!, Frau und Job

Working dad: Ein Papa aus Schweden packt aus

Als ich Andis Frau Ingela für mein Buchprojekt „Working Mums“ (das war der Arbeitstitel) interviewen wollte, fragte er mich umgehend: Und wer schreibt über die arbeitenden Papas? Tatsächlich wird bei uns viel geredet und geschrieben über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, im Fokus stehen dabei meist die Mütter. In Schweden ist es längst nicht mehr ungewöhnlich, dass sich Mama und Papa gleichberechtigt um Kinder und Karriere kümmern. Das war mit ein Grund für den Deutschen Andi und seine schwedische Frau, von Deutschland nach Schweden zu ziehen, als sie Eltern wurden. Die beiden haben zwei Söhne im Alter von vier und sechs Jahren.

 

Kannst du in wenigen Sätzen deinen Alltag als berufstätiger Papa beschreiben?

 

Andi: Um 6.15 klingelt der Wecker, ich gehe ins Bad und mache mich für den Tag zurecht (bei uns Männern geht das ja bekanntlich etwas schneller). Gegen 6:45 wecken wir die Kinder.

 

Dann beginnt die Aufteilung 🙂

 

Wir wechseln uns nämlich immer wieder ab, einer bringt die Kinder in den Kindergarten bzw. in die Schule, der oder die andere holt sie ab.

 

Wenn ich an dem Tag die Kinder abgebe, bereite ich ihnen ein schnelles Frühstück (der Kleine frühstückt später noch in der Kindertagesstätte, wollte der Große in der Schule frühstücken müsste er allerdings schon gegen sieben Uhr dort sein). Um 7:30 fahre ich die Kinder zur KITA bzw. zur Schule und gegen 8 Uhr treffe ich an meiner Arbeitsstelle ein.

 

Meine Frau kann derweil direkt zur Arbeit und fängt an diesen Tagen schon zwischen 7 und 7:30 an zu arbeiten. Dafür verlässt sie das Büro gegen 16 Uhr und holt die Kinder ab. Ich arbeite derweil noch etwas länger und bin aber spätestens um 17:30 ebenfalls zu Hause.

 

Fürs Kochen ist immer der zuständig, der die Kinder abholt und daher als erstes nach Hause kommt. Kurz nach 19 Uhr bringen wir die Kinder zu Bett. Vorher gibt es natürlich eine Gute-Nacht-Geschichte, meine Frau liest auf schwedisch vor, ich auf deutsch. Auch dabei wechseln wir uns ab. Zwischen 19:30 und 20:00 herrscht dann Ruhe im Haus, die Kinder schlafen und uns bleibt Zeit füreinander oder für Hobbys. Es kann sein, dass ich mich auf mein Mountainbike setze und noch eine Stunde Rad fahre. Auch am Haus gibt es immer etwas zu basteln und zu reparieren für mich. Oder wir schauen uns gemütlich einen Film an. Manchmal treffe ich auch noch ein paar Kumpels auf ein Bier in der Stadt.


Was könnten Deutsche in punkto Vereinbarkeit von Kind und Karriere von Schweden lernen?

 

Andi: Viele Firmen in Deutschland müssen realisieren, dass Eltern generell – aber vor allem auch Väter – zwei Rollen haben, Karriere UND Familie. Papa muss also genauso um 16 Uhr nach Hause gehen dürfen wie Mama. Als Arbeitnehmer bekommt man in Deutschland doch häufig ein schlechtes Gewissen vermittelt (ob direkt oder indirekt), wenn man drei Mal die Woche früher geht, um die Kinder abzuholen. Daher trauen sich viele nicht. Bei Müttern wird das schon eher akzeptiert, auch wenn es für sie ebenfalls sehr schwierig ist, alles unter einen Hut zu bekommen.

 

Ich denke ein Riesenvorteil bei mir und meiner Frau ist, das wir beide die Möglichkeit haben und dadurch sehr viel flexibler sind. Es kommt immer wieder vor, dass wir uns anrufen: „Du, ich hab ein Meeting reinbekommen, kannst du heute die Kids abholen, dann hol ich sie dafür morgen ab?“ Dazu gehört allerdings selbstverständlich, dass wir im Gegenzug abends ab und zu weiterarbeiten müssen, im Home Office. Das gilt auch, wenn eines der Kinder mal krank ist – wenn wir viel zu tun haben, arbeiten wir dann eben abwechselnd von zu Hause aus.

 

Ich hab in meinen sieben Jahren in Schweden noch nie einen seltsamen Blick oder Kommentar von meinen Chefs mitbekommen, wenn ich sagte ich müsse jetzt gehen um die Kinder abzuholen! Meiner Meinung nach sollten die Firmen daher ein Vorbild sein, dann trauen sich auch mehr Daddys, ihre Rolle aktiver zu leben.

 

 
Wenn du in mütterlichen Domänen auftauchst (auf dem Spielplatz, in der Krabbelgruppe, beim Kinderarzt, etc.) – wie fühlst du dich dabei, wie begegnet man dir?

 

Andi: Es gibt hier keine mütterliche Domäne, wirklich, also auf dem Spielplatz oder in der Krabbelgruppe sind genauso viele Paps wie Mamas. Generell ist das wirklich völlig normal in Schweden, Papas mit Kinderwagen oder auf dem Spieli zu sehen, da wundert sich niemand.


Wird zu wenig über engagierte Papas geschrieben und gesprochen, kommst du dir bei der ganzen Diskussion um berufstätige Mütter manchmal vernachlässigt vor?

 

Andi: Nein, die Diskussion ist hier nicht so wild. Vermutlich, weil die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für beide Elternteile in Schweden bereits selbstverständlicher ist. Was hier gerade ziemlich intensiv diskutiert wird ist das Thema Frauenquoten in Führungspositionen, meiner Einschätzung nach wird das zu stark in den Vordergrund gerückt.


Gemeinsam mit deiner Frau teilst du dir die Kindererziehung, das klingt richtig gut. Welche Tipps hast du für Paare, die sich ebenfalls mehr Gleichberechtigung in punkto Kinder & Karriere wünschen?


Andi: Bei Angestellten muss der Chef mitspielen, siehe Frage 2! Wenn die Firma mitmacht und man nicht das Gefühl haben muss, seine Karriere zu gefährden, dann klappt die Gleichberechtigung ganz von selbst. Vorausgesetzt, Mann und Frau haben die Ambition, sich gleichberechtigt einzubringen. Der Staat kann mithelfen, aber aus meiner Sicht müssen vor allem die Firmen verstehen, dass sie trotzdem leistungsbereite Arbeitnehmer bekommen. Es funktioniert wirklich, wenn sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber nur flexibler agieren!!


Andi, vielen Dank für die Einblicke in euer Leben in Schweden!

 

P.S.  Liebe Leserinnen und Leser, falls ihr euch über meine Schreibpause gewundert habt: Die Buchdiät war erfolgreich, mein Regal sieht wieder wunderbar geordnet aus und da ist wieder Luft für neue Bücher. Dennoch kam ich nicht zum bloggen, da mich der Feinschliff vor der Buchveröffentlichung (am 1.12. ist es soweit) ganz schön beschäftigt habt.

 

 

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Familienfreundlich?!, Leben mit Kindern

Working mum in Sydney: Die australische Arbeitseinstellung hilft

 

 Greta lebt mit ihrem kolumbianischen Mann in Sydney, Australien. Das Paar hat zwei kleine Söhne und ist voll berufstätig. Als Marketingmanagerin an einer Universität arbeitet sie meist von 9 bis 17 Uhr. Ich sprach mit meiner deutschen Freundin über ihr Leben auf der anderen Seite des Erdballs.

„Wir leben in Coogee, circa acht Kilometer vom Stadtzentrum entfernt und 300 Meter vom Strand weg. Schon seit wir in Sydney studiert haben leben wir hier, es ist unser allerliebster Stadtteil. Für Kinder ist es eine sehr schöne Ecke durch die Nähe  zum Strand. Außerdem gibt es viele grüne Wiesen, Parks und Spielplätze. Deshalb sieht man in Coogee auch fast nur junge Familien und ganz viele Schwangere!

aboutpixel.de / Sydney Harbor Bridge © photoking

Wie siehst du die gesellschaftliche Akzeptanz von Familien in Australien?

„Familien mit Kindern werden akzeptiert, aber nicht unbedingt unterstützt. Das fängt schon damit an, dass viele Gehwege nicht abgeflacht sind für Kinderwägen und man nur schwer über die Gehsteige kommt und nicht alle öffentlichen Busse für Kinderwägen geeignet sind und man oft eine Stunde oder länger warten muss, bis der richtige kommt. Das ist ein weiterer Grund, warum uns Coogee als Wohngegend so gut gefällt. Hier ist wirklich alles für Familien ausgelegt. Das örtliche Fitnessstudio hat einen integrierten Kindergarten, wo man seine Kinder gut behütet lassen kann, während man sportelt. Es gibt aus Mums’ Sportgruppen im Park, die einen Nannyservice für alle Teilnehmerinnen anbieten. Jedes Cafe serviert babycino (Cappucino fuer Kleine ohne Koffein) und man wird nicht schief angeguckt, wenn man seinen riesigen Kinderwagen mit rein nimmt.“

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Eingeordnet unter Familienfreundlich?!, Leben mit Kindern, Mama international, Reisen

Kreative Namensgebung

Liebe Leserinnen und Leser,

bin eben über einen Blog namens „Chantalismus“ (http://chantalismus.tumblr.com/) gestolpert und poste hier gleich mal mein spontanes Favoritenbild: Jaqueline-Cheyenne-Chantalle.

Ich finde es sehr lobenswert, wenn Eltern sich bemühen ihren Kindern keine „0815“-Namen zu geben. Manche schießen dabei aber übers Ziel hinaus.

Was ich persönlich gar nicht mag sind Namenssticker auf Autos, die mir an der Ampel verraten wie der Nachwuchs des PKW-Halters heißt. Anstatt genervt weg zusehen, nutzen die Betreiber dieses Blogs die Aufkleber als Quelle für ihre Seite. I like J

Herzliche Grüße von der Lästerkant,

mum02

Bildquelle: http://chantalismus.tumblr.com/

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Eingeordnet unter Leben mit Kindern, Lustig

Frauenquote

„Seien Sie kreativ, sonst werden wir kreativ sein“ rief Angela Merkel diese Woche Vertretern deutscher Wirtschaftsverbände zu. Die Angesprochen werden höflich genickt haben, größtenteils aber innerlich den Kopf schütteln. Eine von Ursula von der Leyen vorgeschlagene Quote für mehr Frauen in Führungspositionen lehnt die Kanzlerin ab und setzt auf freiwillige Initiativen der Wirtschaft. Ich befürchte ihr Aufruf wird in absehbarer Zeit wenig erreichen.

In Deutschland gibt es genügend hochqualifizierte Frauen für Jobs in Top-Positionen. Bloß kommen die wenigsten ran an diese Stellen.  Denn der Weg dorthin führt klassischerweise nach wie vor über Präsenz – sprich abends als Letzte(r) gehen, Netzwerke knüpfen und Seilschaften bilden. Wer auf familienfreundliche Arbeitszeiten oder Telearbeit pocht, kann einpacken.

Diese Art zu denken wird sich erst ändern, wenn mehr Männer Privatleben und Familie einen zeitlich gewichtigeren Stellenwert einräumen. Es gibt die Paare mit Kindern, in denen beide Partner 70 oder 80% arbeiten und sich die Erziehung der Kinder und das Familienmanagement teilen. Ich bin selbst die eine Hälfte eines solchen Paares. Doch es gibt noch zu wenige Elternpaare, die gleichberechtigt Job und Leben teilen. Erst wenn ihre Zahl zunimmt und hochqualifizierte Frauen sich nicht mehr zwischen Kind und Karriere entscheiden müssen, sondern selbstverständlich beides leben können, werden viele Firmen umdenken und umdenken müssen. Und dann brauchen wir tatsächlich keine Quote.

Der Blick über den Tellerrand zeigt, dass es auch anders geht. Zum Beispiel in Skandinavien. Vergangenes Jahr organisierte ich eine Veranstaltung mit der AHK in Stockholm. Mit absoluter Selbstverständlichkeit blieben dort – weibliche wie auch männliche – Führungskräfte zu Hause, weil ihr Kind krank war. Das passiert nun in Deutschland auch, aber der faszinierende Unterschied: in Schweden hatten die Menschen kein schlechtes Gewissen, und mussten sich nicht rechtfertigen. Familie hat dort einfach Priorität. Vorige Woche ging übrigens durch die Presse, das Nato-Generalsektretär Anders Rasmussen ein internationales Treffen absagte, weil er sich um seine erkrankte Tochter kümmerte. Ich würde mir wünschen, dass man darüber in Deutschland bald nicht mehr den Kopf schüttelt.

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Eingeordnet unter Familienfreundlich?!, Mama international, Politik