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Reisebericht: Ein wunderbarer Abend in Winterthur

Am Samstagabend war ich zu Gast im Künstlercafé „Augenblick“ in der Schweiz, meine erste Lesung außerhalb Deutschlands! Die Idee hatte meine indische Freundin, und sie hat diesen schönen Abend auch in Bildern festgehalten. (Wie ihr vielleicht erkennen könnt, war auch die „Lili-Baby“ Tasche erfolgreich im Einsatz.)

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Falls Ihr in der Nähe wohnt oder einen Besuch in Winterthur plant, kann ich dieses gemütliche „Kaffi“ in der Hohlandstrasse 1 wärmstens empfehlen: http://www.kaffee-augenblick.ch/index.php

Vor dem Eingang steht ein Brunnen, im Sommer kann man hier bestimmt schön draußen sitzen. Am Samstag waren die Temperaturen nicht so einladend (knapp über 0 Grad), dafür aber die Rosenbehälter, mit denen Silvia (die Cafébetreiberin und gute Seele des „Augenblicks“) den Treppenaufgang dekoriert hatte. Zur Lesung kamen einige ihrer „Stammgästinnen“ (ein herrliches Wort, das ich von ihr gelernt habe) aus Winterthur und auch Überraschungsgäste aus dem nahegelegenen Zürich.

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mum02 zu Gast im Schweizer Mamablog

Der Mamablog des Schweizer Tagesanzeiger ist nach eigener Aussage der am häufigsten gelesene Blog der Schweiz. Es geht um „Kinder, Knatsch und Prosecco“ und ich habe mich sehr gefreut über die Anfrage, einen Beitrag dafür zu schreiben. Ich wollte gern einen Ländervergleich machen, aber natürlich passt ein Buch nicht in 4500 Zeichen, daher gibt es einen kleinen Eindruck aus Finnland, der Schweiz und Israel. Den Artikel findet ihr seit heute unter folgender Adresse:

http://blog.tagesanzeiger.ch/mamablog/index.php/27943/eine-reise-durch-die-welt-berufstatiger-mutter/r

Bild: Stefanie Heider

Bild: Stefanie Heider

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Mit dem Baby zu Bach: Sinfonien für Säuglinge

Klassische Konzerte für Eltern mit Säuglingen kannte ich bislang nur aus Erzählungen von Schweizer Freunden, wo „Nuggi-Konzerte“ (Nuggi heißt Schnuller) beispielsweise fest ins Repertoire des  Züricher Kammerorchesters gehören.  Davon erzählt auch Reka in meinem Buch über berufstätige Mütter (Zwischen Karriere und Krabbelgruppe). Die Konzerte finden am Vor- oder Nachmittag statt, statt Stühlen werden für die Babys Matten ausgelegt, damit sie herumkrabbeln können.

Inzwischen ist der Trend auch in Deutschland angekommen, in Heilbronn, Köln, Hamburg, Weimar, Freiburg oder Passau standen bereits Babykonzerte auf dem Programm. Ich höre selbst gern klassische Musik und nehme meine Kinder inzwischen ab und zu mit ins Konzert, aber so richtig genießen kann ich die Musik oft nicht, weil ich dafür sorgen muss, dass die Kinder auch ja ruhig bleiben.  Zusätzlich zum Konzertticket immer noch einen Babysitter zu bezahlen, sprengt bei vielen jungen Paaren das Budget. Von daher ein schönes Angebot  – vorausgesetzt, man hat tagsüber die Zeit (wobei dank Elterngeld ja viele Paare ihr Kind im ersten Lebensjahr selbst betreuen). Da meine Kinder inzwischen das Kindergartenalter erreicht haben, schätze ich die Matinee-Konzerte der Württembergischen Philharmonie. Sie finden sonntags um 11 Uhr statt und dank meiner Kinder (!) bekommen wir immer noch einen Platz in der ersten Reihe, denn diese ist ausdrücklich reserviert für Familien mit Kindern.

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„Die Schweiz: Kein Land für arbeitende Mütter“

Meine ungarische Freundin Undine ist vor kurzem in die Schweiz gezogen, hat sich dort gleich erfolgreich einen Job gesucht und ist gerade hochschwanger. Ein Umstand, den die Schweiz im 21. Jahrhundert für arbeitende Frauen anscheinend nicht vorsieht. Hier ihr Bericht:

Mutterpass? Was ist denn das?

Wer in Deutschland Kinder bekommen hat, kennt das DinA5 große Heftchen das Schwangere stets mit sich führen sollen. In der Schweiz gibt es  solch einen Mutterpass nicht. Da die Eidgenossen in vielen kleinen Kantonen aufgeteilt und nicht zentralisiert organisiert sind, kann man so etwas wohl auch nicht verpflichtend einführen. Bleiben drei Alternativen, wie Undine herausgefunden hat:

1.) Der Frauenarzt / die Frauenärztin lehnt diese unschweizerische Idee per se ab und basta. Sollte die Schwangere im ersten Trimester, in dem die äußeren Anzeichen einer Schwangerschaft fehlen, angefahren werden oder sonst wie verunfallen so hat sie eben Pech gehabt.

2.) Der Frauenarzt / die Frauenärztin kooperiert mit einer Pharmafirma, die eine hübsche Hülle mit Werbeaufdruck sponsert, in der dann die Ultraschall-Fotos und der Blutgruppenausweis stecken – und auch die Telefonnummer des behandelnden Arztes.

3.) Der Frauenarzt / die Frauenärztin ist deutscher Abstammung und organisiert auf Wunsch für seine deutschen Patientinnen irgendwie doch einen Mutterpass.

„Leider gehören 90% der Ärzte zu Kategorie 1, ganz wenige zur Gruppe 2, und wer viel Glück hat, der landet bei Kategorie 3. Ich hatte kein Glück.“

Mutterschutz oder: Achtung, Geburt am Arbeitsplatz.

Den Begriff Mutterschutz kenne ich aus einigen europäischen Ländern, in Deutschland zum Beispiel darf eine werdende Mutter nicht mehr nach 18.00 Uhr arbeiten und 6 Wochen vor der Geburt ist dann komplett Feierabend und frau muss sich deswegen nicht schämen. Im Schokiland ist es ganz anders: Schwangere „dürfen“ bis zum allerletzten Tag vor der Geburt arbeiten – „und viele meiner Rundling-Genossinnen müssen sich für die letzten 3-4 Wochen vom Frauenarzt mit echten oder vorgetäuschten Beschwerden krank schreiben lassen, um das Kind nicht am Bürotisch zu bekommen – und selbst so werden sie oft richtig blöd vom Chef oder anderen Kolleginnen angemacht, so als ob sie absolut keine Leistung mehr bringen könnten“ erzählt Undine.

Arbeitende Mütter unerwünscht.

„In der Schweiz lautet die gängige Frage an eine schwangere Kollegin nicht etwa „wann möchtest Du wieder in die Arbeit einsteigen?“ sondern eher: „möchtest Du denn wieder arbeiten gehen?“. Das Schweizer Modell sieht nämlich für die Frau die traditionelle Rolle der 1950er vor: Schön brav zu Hause bleiben, Heimchen am Herd und am Spielplatz. Irgendwie werden arbeitende Mütter komisch beäugt und das Land ist auch nicht wirklich darauf eingerichtet, dass hier eine Mutter ihr Geld verdient. Eine Frau schon noch, aber nicht eine Mutter“. Wieso? „Nun, das staatliche Kindergeld fällt recht knapp aus, aber der Knüller ist, was eine Kinderkrippe oder Kindergarten pro Monat kostet: Nämlich genauso viel, wie frau in einem mittelmäßigen Monat verdient. Also stellt sich die Frage: Kind in die Kita geben, arbeiten und das verdiente Geld zur Kita tragen – oder gleich daheim bleiben?“

Und wie geht es bei Undine weiter, wenn das Baby da ist? „Zu meinem persönlichen Riesenglück gehört, dass ich in Teilzeit und sehr flexibel arbeiten kann und dass mein Chef alles ziemlich locker sieht, weshalb ich erst mal positiv in meine „Mutterzukunft“ blicke. Aber das System an sich ist schon schräg! Ich frage mich manchmal, wie es eine normalsterbliche, also nicht übelst reiche Schweizer Mutter macht, die verdienen und das Kind betreut bekommen MUSS?“

Scheidungskinder dürfen nicht zur arbeitenden Mutter.

Eine Freundin von Undine steckt gerade in der Klemme. In weiten Teilen Europas würde sie als absolute Vorzeigefrau gelten: Sie schafft es, ihren anspruchsvollen Job und ihre zwei Kinder (2 und 5 Jahre) inklusive Haushalt mit einer vorbildlichen Ausgeglichenheit zu schmeißen – ohne Putzfrau, ohne Kindermädchen, ohne Eltern um die Ecke. Der Ehemann ist weg, aber dafür kann sie nun wirklich nichts. Falls sie sich aber in der Schweiz scheiden ließe, würde jedes Schweizer Gericht ihr die Kinder wegnehmen, denn „eine arbeitende Mutter kann nicht in der Lage sein, ihre Kinder entsprechend zu versorgen, ohne ihre emotionale Entwicklung zu gefährden“. Wie Bitte? „Tja, der Vater ist zwar völlig neben der Spur, aber er hätte ausreichend Zeit für die emotionale Entwicklung der Kinder. Tolle Sache.“

Undine wünsche ich zunächst alles Gute für die Geburt und den Start ins Mutterdasein! Und ich bin schon gespannt auf ihren nächsten Bericht.

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