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Buchvorstellung „Wunder muss man selber machen“ von Sina Trinkwalder

 Sina Trinkwalder aus Augsburg zog Ende 2009 einen Schlussstrich unter ihr Dasein in der Werbebranche, um etwas Sinnvolles zu schaffen: Eine Näherei, in der Arbeitslose die Chance bekommen,  ökologische Bekleidung in Deutschland herzustellen. 2010 wurde Manomama geboren, ein soziales Textilunternehmen in privater Hand. Über das Abenteuer Manomama hat sie 2013 ein Buch vorgelegt. Es heißt „ Wunder muss man selber machen – Wie ich die Wirtschaft auf den Kopf stelle“.cover_SinaT

Angesichts meiner Vergangenheit musste ich dieses Buch unbedingt lesen. Ich entstamme einem schwäbischen Textilunternehmen, das nach manchen Hochs, vielen Tiefs und folglich schrumpfenden Mitarbeiter- sowie Verkaufszahlen 2008 während der Wirtschaftskrise schließlich dicht machte. Damals habe ich fieberhaft überlegt, wie wir uns durch eine Neuorientierung am Markt halten könnten. Leider gab es dieses Buch zu der Zeit noch nicht. Es hätte mir auf jeden Fall Stoff zum Nachdenken geliefert.

Bereits viele Jahre bevor wir unseren Bekleidungsbetrieb schlossen, wurde ich immer mal wieder erstaunt gefragt: „Was, euch gibt es immer noch? Die meisten Textiler haben doch längst dichtgemacht in Deutschland – billige Konkurrenz aus Asien und so“. Diesem Vorurteil wollte Trinkwalder sich nicht beugen. Mit halsbrecherischem Mut zum Risiko investierte sie in Näh- und Zuschneidemaschinen und holt arbeitslose Näherinnen von der Straße.

 

Wer bitte gründet im 21. Jahrhundert eine Textilfabrik in Augsburg?

Das Buch nimmt die Leser in 20 Kapiteln mit von der spontanen Idee über die zahlreichen Hürden bis hin zur Etablierung von Manomama mit festen Auftraggebern. Wenn ich heute bei DM einkaufe, schaue ich die bunten Stofftaschen dort an und denke mir:„Euch kenn ich doch, ihr werdet in Augsburg genäht“. Bei Manomama nämlich.

Wie ein roter Faden zieht sich Sinas Bauchgefühl durch das Buch. Wie sie Entscheidungen trifft, dürfte klassischen Unternehmensberatern einen Herzinfarkt bescheren. Dabei erweist sich ihr sozialer und betriebswirtschaftlicher Spürsinn als enorm treffsicher.

Die erzählerischen Rückblicke im Buch wechseln sich ab mit thematischen Ausflügen. In Sinas Betrachtungen wird abgerechnet mit Globalisierung, Politik, Wirtschaft und Staat. Auch scheinheilige Promis und sogar die Bio- und Ökobewegung bekommen ihr Fett weg. In „Teilhabe statt Umverteilung“ zum Beispiel bringt sie ihre Auftragskalkulation auf den Punkt: „Nennen Sie mir den Preis, der für Sie ausreichend und für mich fair ist.“

Hochleistungsrosinenpicken“ handelt von der geistigen und körperlichen Ausbeutung von Mitarbeitern, die in vielen Unternehmen zu ökonomischem Verbrauchsgut degradiert worden seien. „In unserem Land ist für jeden Menschen etwas zu tun“ setzt Trinkwalder dem entgegen. Sie glaubt nicht nur an die Bedeutung eines selbstverdienten Lebensunterhalts, sie will vor allem Menschen auf der Verliererseite des Lebens den Zugang dazu ermöglichen. Indem sie selbst Arbeitsplätze schafft.

Für ihr Engagement erhielt Sina Trinwalder bereits zahlreiche Preise und war Gast in diversen Talkshows. Sie ist verheiratet mit einem Mann, der zwischen den Zeilen sehr sympathisch rüber kommt, sich viel um den gemeinsamen Sohn kümmert und ihr den Rücken freihält für ihre Mission vom fairen Unternehmertum.

Selbstverdientes Auskommen = Selbstvertrauen und Wertschätzung

Manomama stellt möglichst solche Menschen ein, die auf dem regulären Arbeitsmarkt keine Chance (mehr) haben. „Warum machst du dir es doppelt schwer?“ wird Sina dazu im Buch von einem Lieferanten gefragt. Denn einen Textilbetrieb in Deutschland zum Laufen zu bekommen ist schon mit motiviertem Fachpersonal eine Kunst. Ihre Antwort: „Weil es um Gerechtigkeit geht. Schau, wir leben in einer Leistungsgesellschaft. Das ist an sich nicht schlecht, sehen wir einmal von den perversen Auswüchen ab. Wenn wir uns kennenlernen, fragen wir einander nicht, wie es uns geht, sondern erzählen uns, welcher Arbeit wir nachgehen. Wir definieren uns über Arbeit. Haben wir nichts Berufliches zu erzählen, sind wir nicht interessant. Wir gehören nicht dazu. Schlimmer noch: Als Arbeitsloser bist du nicht nur am Rande unserer Gesellschaft, die Arbeitenden verachten dich. Weil du ihnen auf der Tasche liegst. Staatsgeld verprasst. Du wirst krank, depressiv, und der Strudel zieht dich immer tiefer hinunter. (….) Ich habe viel Energie in die Wiege gelegt bekommen. Wieso sollte ich nicht meine Kratt für jene Menschen aufwenden, die sie brauchen? Wenn die Stärkeren viel mehr auf die Schwächeren in unserer Gesellschaft achten würden, wäre uns allen geholfen.“ (Aus: „Wunder muss man selber machen“ von Sina Trinkwalder, Seite 248)

Risiko? Her damit.

Beeindruckt hat mich die Art und Weise, wie sich Trinkwalder das komplette Know-how von industrieller Nähtechnik bis Zuschnitt selbst beibringt. Wie sie sich ohne Sicherheitsnetz auf eine fremde Branche und neue Menschen einlässt, auf die Gefahr hin, dabei kräftig auf die Schnauze zu knallen. Und das tut sie. Aber wie meine Mutter immer sagte: Hinfallen ist keine Schande, du musst eben immer wieder aufstehen. Und das tut Trinkwalder natürlich auch, ihr Kampfgeist springt einen beim Lesen an wie ein wildgewordenes Känguru. Im Klappentext wird sie denn auch charakterisiert als „Schrecken der Arbeitgeberverbände“. Das klingt plakativ, aber sie ist kein Schrecken. Vielmehr ein Vorbild, das gerechte Löhne bezahlt und in Deutschland am freien Markt faire Bekleidung produziert. Fazit: Sehr lesenswert.

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Eingeordnet unter Frau und Job, Politik, Wiedereinstieg Teilzeit und Motivation

Konzern statt Stadtbücherei: Vortrag in Berlin

Vergangenen Freitag war ich eingeladen, einen Vortrag über mein Buch zu halten. Nicht wie bislang als Lesung in einer Bücherei oder einem lauschigen Café, sondern unter dem Dach eines großen deutschen Konzerns, mitten in Berlin.

Nachdem ich beim Werkschutz meinen Ausweis vorgelegt hatte, passierte ich die Schranke in eine scheinbare Männerdomäne. Der Frauenanteil im Unternehmen liegt bei circa 15 Prozent, in der obersten Führungsebene noch darunter. Auch deshalb haben die weiblichen Angestellten vor einem Jahr ein Frauennetzwerk gegründet. An dessen erstem Geburtstag durfte ich vor dieser Runde sprechen – über Mütter zwischen Kindern und Karriere weltweit, und was wir von Ihnen lernen können. Das Publikum bestand aus ganz unterschiedlichen Frauen: Schweißerinnen, Managerinnen, Mechanikerinnen, Schwangere, Mütter und Nicht-Mütter. Sogar eine junge Frau im Mutterschutz war für diesen Termin in die Firma gekommen. Sie hat gleich ein Exemplar von „Zwischen Karriere und Krabbelgruppe“ mitgenommen – vielleicht um sich mit den Geschichten ein wenig auf den Wiedereinstieg vorzubereiten?

Peggy Wandel, Foto: Stefanie Heider

Peggy Wandel, Foto: Stefanie Heider

Thema Vereinbarkeit im Betrieb thematisieren

Während ich erzählte und der Beamer Bilder der interviewten Frauen an die Wand warf, wurde mir immer klarer, dass ich genau am richtigen Ort war. Mitten im Unternehmen unter Frauen, die sich mit der Thema Vereinbarkeit oft Tag für Tag auseinandersetzen. Wieso war ich nicht schon früher auf die Idee gekommen, mit dem Thema in Betriebe zu gehen? Irgendwie hatte ich gedacht, Lesungen gehörten in Büchereien oder Buchhandlungen (in einer Klinik habe ich auch schon Station gemacht, aber das ist kein klassisches Unternehmen). An dieser Stelle ein großes Dankeschön an die Frauenrunde, die mir vergangenen Freitag zuhörte und mit mir aufgeschlossen in einer Stunde „um die Welt reiste“. Um anschließend spannendes aus ihrem Leben mitzuteilen.

 Blitzlichter aus Frauenleben

Die eine erzählte von ihrem Mann, der zwei Anläufe nahm, um in Elternzeit zu gehen. Er arbeitet in einem kleinen Maschinenbaubetrieb in Berlin. Als er vor der Geburt des ersten Kindes anmerkte, er wolle gerne zwei Vätermonate nehmen, bekam er vom Chef zu hören: „Das kannst du machen, aber ob dein Job anschließend noch da ist, kann ich dir nicht versprechen.“ Also ließ er es bleiben. Beim zweiten Kind wagte er erneut einen Versuch – diesmal stimmte der Chef zu. In der Zwischenzeit war dieser nämlich selbst Vater geworden und hatte dabei wohl gemerkt, wie wichtig es ist, Zeit mit dem eigenen Nachwuchs zu verbringen.

Eine andere Frau, gelernte Metallbearbeiterin (an die genaue Berufsbezeichnung kann ich mich nicht erinnern), musste bei der Gesellenprüfung (damals noch in einem anderen Betrieb) erst einmal erklären, was Metall ist. Ähnliche Schikanen erlebte sie in den gut zwanzig Jahre seither immer wieder. Erst diese Woche habe sie ihrem Chef unmißverständlich signalisiert, dass sie endlich befördert werden will.

Eine Führungskraft ermutigte die Frauen, gerade in technischen Berufen selbstbewußt aufzutreten. Ein Werksleiter habe ihr zum Beispiel gesagt, er wünsche sich mehr Schweißerinnen. In China sei das sowieso ein typischer Frauenberuf.

Eine weitere Frau aus der Kommunikationsabteilung hatte zuvor acht Jahre in den USA gearbeitet. Ihr Mann ist ebenfalls in führender Funktion in einem großen Unternehmen und hat nun viel mit Skandinavien zu tun. Für ihn sei der Kontrast zwischen den USA und seinen skandinavischen Mitarbeitern besonders groß. In Schweden oder Norwegen geht die Familie ganz klar vor. Dort holt man die Kinder um 16 Uhr pünktlich von der Kita ab, auch wenn das Meeting noch nicht zu Ende ist. Und wenn ein Kind krank wird, bleiben Papa und Mama in der Regel abwechselnd zu Hause – ohne das bei uns scheinbar vorprogrammierte schlechte Gewissen.

Eine andere Frau und Führungskraft (gibt es dafür eine weibliche Bezeichnung?) ist alleinerziehende Mutter von drei Kindern und damit sehr glücklich. Dazu trägt ein Au- pair ganz maßgeblich bei: „Sie übernimmt quasi den „Hausfrauenpart“ bei uns und ich verdiene das Geld für die Familie.“ Auch das ist eine gute Lösung, wenn genug Platz in der Wohnung vorhanden ist. Mir wurde mal wieder bewußt: Du brauchst nicht weit zu reisen, um spannende Lebensgeschichten zu hören – jeder Mensch hat eine gute Geschichte zu erzählen, wenn man ihm oder ihr nur lange genug zuhört.

Bis zum nächsten Mal!

mum02

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Mit der neuen Reisetasche direkt ins Fernsehen

Stellt euch vor, ihr kauft euch eine Tasche und das Fernsehen berichtet darüber? Diese witzige Geschichte ist mir passiert, dank Carmen Bleile. Sie wohnt in Reutlingen und hat sich im Herbst 2011 selbständig gemacht mit einem Atelier für Taschen – besonderen Taschen. Als sie mitbekam, dass ich einen kleinen Karton mit „allerliebsten Babykleidern“ meiner Söhne im Keller lagere, schlug sie mir vor, daraus eine Reisetasche für meine Familie zu machen. Die Geschichte gefiel auch dem SWR, der darüber einen Fernsehbeitrag für die Landesschau drehte.    

Das SWR-Fernsehteam dreht die Fertigstellung der „Lili-Baby“ im Atelier von Carmen Bleile, 26.2.2013

Das SWR-Fernsehteam dreht die Fertigstellung der „Lili-Baby“ in Carmens Atelier, 26.2.2013

Vor drei Wochen wurde die „Klamottenübergabe“ an Carmen gedreht, zwischendurch der Entstehungsprozess an der Nähmaschine und gestern war das Fernsehteam wieder bei mir zu Hause, als Carmen mir die fertige Tasche präsentiert hat. Begeistert haben mich neben der tollen Verarbeitung vor allem die vielen witzigen Details, Geheimfächer und Klettverschlüsse. Diese Tasche wird oft mit uns verreisen und ist ein sehr tragbares Erinnerungsstück.

Lili-Baby (23)web

Ich simuliere die erste Reise mit der Lili-Baby im Gepäck, 26.2.13.

Ich simuliere die erste Reise mit der Lili-Baby im Gepäck, 26.2.13.

Der Sendetermin ist Freitag,  1.3.2013 in der SWR Landesschau ab 18:45. Die Sendung ist im Anschluss online abrufbar, hier der Link: http://swrmediathek.de/player.htm?show=0d0e70b0-829e-11e2-8c22-0026b975f2e6 .

Carmen ziert das Plakat der Gründermesse Neckar-Alb.

Carmen ziert das Plakat der Gründermesse Neckar-Alb.

Die „Lili-Baby“ Reisetasche für uns entsteht.

Die „Lili-Baby“ Reisetasche. Der Tauf-Pullunder vorne drauf ist jetzt eine Außentasche.

Am kommenden Freitag (1.3.2013) stellen Carmen und ich übrigens unabhängig voneinander auf der ersten „Gründermesse Neckar-Alb“ aus. Dafür leihe ich ihr auch unsere Lili-Baby nochmal. „Danach geben wir sie nicht mehr her!“, sagen meine Söhne.

Carmens Label: taschen taolili

Hier noch der Werbeblock 😉 –  aber das müsst ihr einfach wissen! Aus liebgewonnenen textilen Erinnerungsstücken schneidert Carmen Bleile Taschen und Accessoires mit raffinierten Hingucker-Elementen.  „Der Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt: Der Rock wird zur Reisetasche, das Hochzeitskleid zum Urlaubsbegleiter. So glänzt das Erinnerungsstück wieder als „recycelter Begleiter“, sagt Carmen. Alle Produkte sind handgefertigt und „made in Germany“ (by Carmen natürlich). Nachhaltiger geht nicht. Wenn ihr auch so eine oder eine ganz andere Tasche haben wollt: Carmen freut sich über Anfragen (hand@taschen-taolili.de).

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Notfallarbeitsplatz mit Laufstall? Aus einem deutschen Großunternehmen..

Sprach kürzlich mit einem Papa von drei Kindern über seinen Alltag in einem großen deutschen Medienkonzern. Der Personalrat hat dort nun einen Büroarbeitsplatz mit PC und Laufstall eingerichtet und ist mächtig stolz darauf. Sicherlich ist dies auch eine gute Einrichtung, allerdings wird sie – gemessen an der Größe des Unternehmens – vermutlich nur für absolute Notfälle dienen können. So gut ich die Idee dahinter finde, in diesem Umfang umgesetzt erinnert sie mich an den sprichwörtlichen „Tropfen auf den heißen Stein“. Ich selbst habe nach der Geburt meines Sohnes einen Laufstall bei mir im Büro stehen gehabt und den Kleinen anfangs täglich mit zur Arbeit genommen (es war kurz vor der Einführung der Elternzeit, ich ging acht Wochen nach der Geburt zurück in den Job). Um dennoch den eigenen Job erledigen zu können, sind Eltern, die ihr Baby mit zur Arbeit bringen, allerdings auf ein gutes Netzwerk angewiesen – verständnisvolle Chefs und hilfsbereite Kollegen. In meinem Fall arbeitete ich mit meinen Eltern im selben Betrieb, und wir konnten uns mit der Betreuung abwechseln. Als mein Sohn acht Monate alt war und immer aktiver wurde, fand ich eine sehr gute Tagesmutter für ihn, die selbst kleine Kinder hatte und bei der er sich gleich wohl fühlte. Für uns war das damals eine gute Lösung, ich bin froh, dass ich ihn nicht schon mit acht Wochen „hergeben“ musste.

Doch ich schweife ab, zurück zu dem Gespräch mit dem dreifachen Papa, der sich mehr Verständnis für Arbeitnehmer mit Kindern wünscht. Vermutlich rührt das fehlende Einfühlungsvermögen seiner Chefs daher, dass sie selbst keine Kinder haben. Tatsächlich seien sowohl die Chefs als auch deren direkte Assistenten und Sekretärinnen zu circa 90 % kinderlos. Sie haben also keinerlei Probleme mit der Kinderbetreuung. Die vorherrschenden Modelle seien „DINKys“ (double income no kids), Singles sowie ab und zu noch die klassische Familie, bei der die Ehefrau komplett beim Kind daheim bleibt. Mit diesen Kollegen konkurrieren nun Mütter und Väter, die nebenher noch den täglichen Betreuungsspagat schaffen müssen. Ein Einzelfall? Leider nicht. Es ist sehr schwierig, der häufig kinderlosen Führungsriege die Problematik zu verdeutlichen. Gleichzeitig aber höchste Zeit für deutsche Unternehmen, umzudenken*. Eine Elternquote könnte da nicht schaden (ups, jetzt habe ich laut gedacht)…

* Bei Nadel-Hersteller Groz-Beckert im schwäbischen Albstadt entsteht derzeit ein Sozialzentrum mit vorbildlicher Kinderbetreuung und Schule, mehr als 18 Millionen investiert der Betrieb dafür. Wer mehr darüber lesen will, klickt hier:

http://www.gea.de/nachrichten/wirtschaft/18+5+millionen+euro+fuer+ein+sozialzentrum.2436368.htm

 

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Eingeordnet unter Familienfreundlich?!, Leben mit Kindern, Wiedereinstieg Teilzeit und Motivation

WELT am Sonntag: „Meine Söhne haben mir beruflich sogar geholfen“

Die junge deutsche Wirtschaftswissenschaftlerin Ulrike Malmendier hat drei Kinder und lehrt heute in Berkeley. Warum sie trotz Kindern doch nicht zurück nach Deutschland gezogen ist und wieso die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in den USA oftmals besser funktioniert, erzählt sie in diesem spannenden Interview (WELT am Sonntag, 27.1.2013):

http://www.welt.de/print/wams/wirtschaft/article113157197/Meine-Soehne-haben-mir-beruflich-sogar-geholfen.html

Ein kleiner Auszug:

„Wie können wir auch in Deutschland vorankommen?

Teils braucht es da einfach einen Generationenwechsel. Und wir Mütter brauchen auch konkrete Hilfe. Als Wirtschaftswissenschaftlerin brauche ich ja kein Labor. Ein Laptop reicht mir, um volle Pulle so arbeiten zu können, als wäre ich im Büro. Deshalb war es für mich recht einfach, einen Tag nach der Geburt voll wieder dabei zu sein. Aber das ging natürlich dennoch nur, weil mein Arbeitgeber mich unterstützt hat.“

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Wiedereinstieg bei Frau TV, im Regal bei Osiander und Ärger über eine Möbelfirma

Soviel zu sagen, dabei ist es erst neun Uhr morgens! Und weil mum02 heute noch eine lange To Do Liste abzutexten hat, hier die News im Zeitraffer.

on FrauTV

Gestern um 22 Uhr sah ich in der Sendung FrauTV auf WDR einen aufrüttelnden Beitrag zum Thema Wiedereinstieg: Das Kamerateam hat die alleinerziehende Jennifer ein Jahr lang bei ihrer Suche nach dem richtigen Job begleitet. Dabei musste sie diverse Felsbrocken aus dem Weg räumen. Ihr könnt euch den Beitrag im Internet ansehen unter folgendem Link. Die Redaktion gibt außerdem Buchtipps zum Thema, darunter ist erfreulicherweise auch „Zwischen Krabbelgruppe und Karriere“ (um den Tipp zu sehen müsst ihr allerdings ganz nach unten scrollen….)

http://www.wdr.de/tv/frautv/sendungsbeitraege/2012/1213/thema_1.jsp

on Regalnachbarschaften

Die wunderbare Autorin und Co-Story Tellerin (http://mum02.com/2012/11/16/vorlesetag/) Nicola Vollkommer (http://www.nicola-vollkommer.de) hat mir gestern berichtet, dass mein Buch bei Osiander (Reutlingen) bei den Büchern über Elternschaft und Pädagogik steht. Also eine weitere Variante der Buchnachbarschaften – will keep you posted…

on Schwedisches Möbelhaus mit vier Buchstaben

Da der Sohn (4) jeden Abend Bauchschmerzen monierte, wenn er in sein 140 cm langes Bett steigen sollte, machten wir uns vergangene Woche auf zu „…. “ in Sindelfingen.  Der Kleine träumte von einem Bett mit Gästebett, also mit Ausziehschublade inkl. zweiter Matratze und Lattenrost. Dort sollen nacheinander – oder noch besser gleichzeitig – seine Freunde übernachten. Da zu dem Bett auch noch eine Rückwand und ein kleiner Schrank gehörten, ließen wir uns sicherheitshalber im Möbelhaus beraten und einen Ausdruck der benötigten Teile mitgeben. Wir sollten auch ja darauf achten, alle fünf Pakete mitzunehmen, sagte die nette Dame. Nachdem wir uns mit zwei kleinen Kindern im ZickZack durch das Marketing-Lehrbuch-Labyrinth gekämpft hatten, besorgten wir einen zweiten Einkaufswagen und luden im SB-Bereich frohgemut die fünf markierten Pakete auf.

Zuhause dann machten sich Vater und Sohn (ganz klassisch, sorry, aber ich habe auch schon Möbel aufgebaut, falls das ein Trost ist) an den Bettenbau. Irgendwann die Erkenntnis: Für das Gästebett ist kein Lattenrost dabei! Wie jetzt? Bei Ikea in Sindelfingen anzurufen ist ja wie bei den meisten Konzernen unmöglich, also fluggs das Beschwerdeformular ausgefüllt:  sie hätten uns unzureichend beraten und mögen doch bitte den Lattenrost per Post nachliefern, ich hätte alles schriftlich.  Daraufhin schaute ich zwei Mal täglich in den Spam-Ordner, um nur ja die Antwort nicht zu verpassen. Sie kam heute und war ernüchternd:

„Das Lattenrost gehört nicht automatisch zum Produkt O. Zum Bett gehören die 5 Pakete die Sie erhalten haben
Der  Lattenrost ein separat zu kaufender Artikel.“

Das war alles! Also ich habe im Studium ja einiges über CRM (Customer Relationship Management) und Reklamationsbearbeitung gelernt, aber das schwedische Möbelhaus scheint darauf zu pfeifen.  Bin sauer ob soviel Frechheit, habe natürlich gleich zurückgemailt, aber das wird nix bringen. Jetzt soll ich einen weiteren halben Tag opfern und nochmal da hin fahren,  nur weil die ihre Berater nicht anständig schulen? Bin eine verärgerte working mum heute, grrr

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Eingeordnet unter Familienfreundlich?!, Frau und Job, Leben mit Kindern, Wiedereinstieg Teilzeit und Motivation

LOB Magazin featuring mum02

LOB ist die Zeitschrift für berufstätige Mütter und Väter. Und ich freue mich heute über die Aufnahme in den illustren Kreis der Lob-Blogger, zu sehen in der rechten Leiste auf der Website hier:

http://www.lob-magazin.de/index.php/kinder.html

 

 

So viel heute von mir, ich wünsche viel Spaß beim Stöbern.

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Eingeordnet unter Familienfreundlich?!, Frau und Job, Wiedereinstieg Teilzeit und Motivation

„Immer mehr Mütter arbeiten“

las ich heute in der Tageszeitung. Der Artikel bezog sich aufs Schwabenländle Baden-Württemberg. Demnach stieg der Anteil arbeitender Mütter zwischen 1996 und 2010 von 53% auf 60%.  Sind die Kinder zwischen 10 und 17 Jahre alt, liegt der Prozentsatz schon bei 73% (Quelle:  Reutlinger Generalanzeiger 2.2.2012, Zahlen der Familienministerin Katrin Altpeter). Leider besagen die Zahlen nichts über die Art von Jobs und ob die Frauen 8 oder 80 Stunden pro Woche arbeiten.

Gestern saß ich mit einer Mutter beisammen, die auf der Suche nach dem Wiedereinstieg ist und die Quote gerne nach oben treiben würde:  Mitte dreißig, Kinder 1 & 3 Jahre alt, ehemalige Produktmanagerin mit einem Topabschluss einer renommierten Business School. Sie sagt: Um mich herum nehmen hochqualifizierte Mütter 400-Euro Jobs an, weil sie keine adäquate Teilzeitstelle finden. Damit will ich mich nicht abfinden. Kann ich keine anspruchsvolle Tätigkeit mehr ausüben, weil ich Mutter geworden bin? Wenn ich Kontakte aus meinem früheren Leben als „KarriereFrau“ anspreche, sehe ich oft wie denen das Gesicht entgleitet beim Gedanken daran, eine Mutter mit kleinen Kindern einzustellen. Ich kann die Vorurteile förmlich spüren „die ist nicht belastbar“, „bestimmt sind ständig die Kinder krank“, etc.

Um Frauen den Wiedereinstieg zu erleichtern sind Betreuungsplätze für Kinder natürlich wichtig. Aber was ist mit den Allgemeinplätzen und Vorurteilen in den Köpfen? Da brauchen wir mehr positive Vorbilder, seitens der Mütter und seitens der Unternehmen.

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Eingeordnet unter Familienfreundlich?!, Frau und Job, Wiedereinstieg Teilzeit und Motivation

„Als Frau wird das ja eh nichts mit der Karriere“

Gestern Abend saß ich in der vollbesetzten Stuttgarter U-Bahn und kam nicht umhin, das Gespräch zweier junger Frauen zu hören. Eine war offensichtlich BA-Studentin im 4. Semester in einem Konzern mit mehr als 40 Niederlassungen weltweit. Die andere war ziemlich neugierig und bombadierte sie mit Fragen.  So wissen wir Mitfahrer jetzt, wie das Betriebsklima in ihrer derzeitigen Abteilung (Arbeitsvorbereitung) ist, kennen ihren Notendurchschnitt und den ihrer Mitstudenten und sind informiert darüber wie schwierig es ist, eine vernünftige Wohnung in Stuttgart zu mieten. Im Frühjahr verbringt sie drei Monate in einer Auslandsniederlassung, ihr Wunschziel sind die USA und das wird ziemlich sicher auch klappen. Nach dem die Vor- und Nachteile des internationalen Trimesters analysiert sind, kommt die nächste Frage: Steigst du danach fest ein? Ja, die Gewerkschaft hat bereits ausgehandelt, dass alle BA-ler übernommen werden, unabhängig vom Notendurchschnitt. Ich kenne sogar schon das (recht ordentliche) Einstiegsgehalt – tut mir leid, weghören war nicht drin. Ob sie dann nach zwei Jahren Praxis noch den Master dranhängen will? „Ach ne du, dann habe ich mich schon mal an das gute Geld gewöhnt und außerdem, so als Frau, da kriegt man doch eh irgendwann Kinder. Da ist das nicht so mit Karriere.“ Bis dahin hatte ich nur beiläufig zugehört, aber da dachte ich mir: Wird sich eigentlich nie etwas ändern?

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Eingeordnet unter Frau und Job, Wiedereinstieg Teilzeit und Motivation

Mehr weibliche Unternehmensbosse

gibt es weltweit zu vermelden, diese Nachricht ging heute durch die Medien. Sie bezieht sich auf frisch veröffentlichte  Zahlen der US- Organisation «Corporate Women Directors International“.

Woran es liegt? Hauptsächlich wohl an den Frauenquoten, die sich einige EU-Länder verordnet haben. In Spanien stieg der Anteil weiblicher Chefs seit 2004 um 2%, in Frankreich kletterte die Quote gar um 7%. Wäre ja auch schlimm, wenn so eine Quote keinen Erfolg zeigen würde. Fakt ist: Es gibt viel mehr befähigte Frauen, als wir heute an den Unternehmensspitzen sehen. Doch viele davon wollen sich nicht nachsagen lassen, den Job aufgrund einer Quotenregelung bekommen zu haben. Mir würde es genau so gehen. Statt einer gesetzlichen Quote sind andere, nur scheinbar weniger drastische, Schritte nötig, um Frauen – und Männern – den Weg zur Vereinbarkeit von Job und Privatleben zu ermöglichen. Zum Beispiel muss der Mythos weg, das befördert wird wer abends am längsten im Büro sitzt. Wie sagte meine Freundin Karin kürzlich? „Da sind wir modernen Menschen rund um die Uhr vernetzt und immer erreichbar – aber Jahrzehnte entfernt von Telearbeit als anerkannter Arbeitsform“. Doch wie viele Unternehmen gehen diese Schritte freiwilligSteiniger Weg zur Frauenquote? Wenn sie die Menschen zum Umdenken bewegt, ist eine Quote sicher nicht ganz verkehrt.

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