Schlagwort-Archive: Zwischen Karriere und Krabbelgruppe

Lesung: Zurück an einen glücklichen Ort meiner Kindheit

Am Donnerstag, 30.10.2014 um 19:30 lese und erzähle ich aus meinem Buch „Zwischen Karriere und Krabbelgruppe“ auf Schloss Falkenberg im hessischen Wabern.

Mit Schloss Falkenberg in Wabern verbindet mich eine lange Geschichte: Als Grundschulkind fuhr ich mit Freunden im Reisebus zum ersten Mal auf eine Freizeit hin. Das Schloss liegt im gleichnamigen Dorf im Norden Hessens und war für mich als Kind und Jugendliche ein kleines Paradies. Gab es dort doch Pferde, weitläufige Wiesen, Reitunterricht, einen Badeteich und jede Menge Spaß und Unternehmungen mit Gleichaltrigen. Abends grillten wir Stockbrote am Feuer im Schlosshof und ich spielte mir an der Gitarre die Finger wund – Lagerfeuerromantik und Freiheit pur. Mehrfach verbrachte ich zehn Tage meiner Sommerferien dort.

Schloss Falkenberg

Schloss Falkenberg

Zum Reiten kamen auch Kinder aus dem Dorf aufs Schloss und so fand ich in Tanja eine Freundin, durch die ich heute noch mit Falkenberg in Verbindung stehe, denn sie wohnt vor Ort. Ich reiste an zu ihrer Hochzeit, besuchte sie und ihren Mann auf der Durchreise nach Kopenhagen und traf die ganze Familie ab und zu bei Urlauben in Bayern (was deutlich näher an meiner baden-württembergischen Heimat liegt als das doch recht weit entfernte Falkenberg). Mit der Lesung am Donnerstag kehre ich nun zurück an einen sehr glücklichen Ort meiner Kindheit. Meine Kinder und mein Mann werden mit dabei sein, gemeinsam schnuppern wir ein paar Tage Ferienluft in Falkenberg. Darauf freue ich mich und bin sehr gespannt, was der Abend und die Tage bringen mögen. An dieser Stelle ein allerherzliches Dankeschön an meine Freundin Tanja für die Idee und Organisation der Lesung!

 

Hoffnung für Dich e.V.

Eigentümer des Gemäuers, in dem früher Grafen und Ritter ein- und ausgingen, ist damals wie heute „Hoffnung für Dich e.V.“. Der Verein veranstaltet nach wie vor Freizeiten für Kinder und Jugendliche. Zudem betreut er im Schloss bzw. im Mutter-Kind-Haus seelisch behinderte Mütter mit ihren Kindern sowie drogenabhängige Männer und bietet Beratung für hilfesuchende Menschen.

FalkenbergLagerfeuer

 

 

 

Bildquelle: http://www.hoffnung-fuer-dich.de

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Konzern statt Stadtbücherei: Vortrag in Berlin

Vergangenen Freitag war ich eingeladen, einen Vortrag über mein Buch zu halten. Nicht wie bislang als Lesung in einer Bücherei oder einem lauschigen Café, sondern unter dem Dach eines großen deutschen Konzerns, mitten in Berlin.

Nachdem ich beim Werkschutz meinen Ausweis vorgelegt hatte, passierte ich die Schranke in eine scheinbare Männerdomäne. Der Frauenanteil im Unternehmen liegt bei circa 15 Prozent, in der obersten Führungsebene noch darunter. Auch deshalb haben die weiblichen Angestellten vor einem Jahr ein Frauennetzwerk gegründet. An dessen erstem Geburtstag durfte ich vor dieser Runde sprechen – über Mütter zwischen Kindern und Karriere weltweit, und was wir von Ihnen lernen können. Das Publikum bestand aus ganz unterschiedlichen Frauen: Schweißerinnen, Managerinnen, Mechanikerinnen, Schwangere, Mütter und Nicht-Mütter. Sogar eine junge Frau im Mutterschutz war für diesen Termin in die Firma gekommen. Sie hat gleich ein Exemplar von „Zwischen Karriere und Krabbelgruppe“ mitgenommen – vielleicht um sich mit den Geschichten ein wenig auf den Wiedereinstieg vorzubereiten?

Peggy Wandel, Foto: Stefanie Heider

Peggy Wandel, Foto: Stefanie Heider

Thema Vereinbarkeit im Betrieb thematisieren

Während ich erzählte und der Beamer Bilder der interviewten Frauen an die Wand warf, wurde mir immer klarer, dass ich genau am richtigen Ort war. Mitten im Unternehmen unter Frauen, die sich mit der Thema Vereinbarkeit oft Tag für Tag auseinandersetzen. Wieso war ich nicht schon früher auf die Idee gekommen, mit dem Thema in Betriebe zu gehen? Irgendwie hatte ich gedacht, Lesungen gehörten in Büchereien oder Buchhandlungen (in einer Klinik habe ich auch schon Station gemacht, aber das ist kein klassisches Unternehmen). An dieser Stelle ein großes Dankeschön an die Frauenrunde, die mir vergangenen Freitag zuhörte und mit mir aufgeschlossen in einer Stunde „um die Welt reiste“. Um anschließend spannendes aus ihrem Leben mitzuteilen.

 Blitzlichter aus Frauenleben

Die eine erzählte von ihrem Mann, der zwei Anläufe nahm, um in Elternzeit zu gehen. Er arbeitet in einem kleinen Maschinenbaubetrieb in Berlin. Als er vor der Geburt des ersten Kindes anmerkte, er wolle gerne zwei Vätermonate nehmen, bekam er vom Chef zu hören: „Das kannst du machen, aber ob dein Job anschließend noch da ist, kann ich dir nicht versprechen.“ Also ließ er es bleiben. Beim zweiten Kind wagte er erneut einen Versuch – diesmal stimmte der Chef zu. In der Zwischenzeit war dieser nämlich selbst Vater geworden und hatte dabei wohl gemerkt, wie wichtig es ist, Zeit mit dem eigenen Nachwuchs zu verbringen.

Eine andere Frau, gelernte Metallbearbeiterin (an die genaue Berufsbezeichnung kann ich mich nicht erinnern), musste bei der Gesellenprüfung (damals noch in einem anderen Betrieb) erst einmal erklären, was Metall ist. Ähnliche Schikanen erlebte sie in den gut zwanzig Jahre seither immer wieder. Erst diese Woche habe sie ihrem Chef unmißverständlich signalisiert, dass sie endlich befördert werden will.

Eine Führungskraft ermutigte die Frauen, gerade in technischen Berufen selbstbewußt aufzutreten. Ein Werksleiter habe ihr zum Beispiel gesagt, er wünsche sich mehr Schweißerinnen. In China sei das sowieso ein typischer Frauenberuf.

Eine weitere Frau aus der Kommunikationsabteilung hatte zuvor acht Jahre in den USA gearbeitet. Ihr Mann ist ebenfalls in führender Funktion in einem großen Unternehmen und hat nun viel mit Skandinavien zu tun. Für ihn sei der Kontrast zwischen den USA und seinen skandinavischen Mitarbeitern besonders groß. In Schweden oder Norwegen geht die Familie ganz klar vor. Dort holt man die Kinder um 16 Uhr pünktlich von der Kita ab, auch wenn das Meeting noch nicht zu Ende ist. Und wenn ein Kind krank wird, bleiben Papa und Mama in der Regel abwechselnd zu Hause – ohne das bei uns scheinbar vorprogrammierte schlechte Gewissen.

Eine andere Frau und Führungskraft (gibt es dafür eine weibliche Bezeichnung?) ist alleinerziehende Mutter von drei Kindern und damit sehr glücklich. Dazu trägt ein Au- pair ganz maßgeblich bei: „Sie übernimmt quasi den „Hausfrauenpart“ bei uns und ich verdiene das Geld für die Familie.“ Auch das ist eine gute Lösung, wenn genug Platz in der Wohnung vorhanden ist. Mir wurde mal wieder bewußt: Du brauchst nicht weit zu reisen, um spannende Lebensgeschichten zu hören – jeder Mensch hat eine gute Geschichte zu erzählen, wenn man ihm oder ihr nur lange genug zuhört.

Bis zum nächsten Mal!

mum02

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Zu Gast im September und in Wannweil

Rezept auf Septembermorgen

An diesem nasskalten Septembermorgen starte ich den „Werbeblock“ mit einer Frau, die den Monat September ganz besonders liebt: Die Grafikerin Katja aus Reutlingen bloggt auf http://www.septembermorgen.com über schöne Dinge, Design und das Leben an sich. Und da sie diesen September mit ihrer Familie auf Reisen ist, hat sie mich eingeladen, einen Gastbeitrag zu schreiben. In „Lasst eure Kinder ruhig mal alleine backen“ stelle ich einen Kuchen vor, bei dessen Entstehung ihr euch im Hintergrund halten könnt und sollt. Gute Nerven und viel Spaß beim Ausprobieren! (Ich kann schon mal verraten: Es hat funktioniert!).

 

Lesung

Morgen bin ich wiederum zu Gast, nicht virtuell sondern ganz real: Um 19:30 lese und erzähle ich in der Bücherei in Wannweil bei Reutlingen aus meinem Buch „Zwischen Karriere und Krabbelgruppe“. Es gibt Geschichten und Bilder von Frauen aus aller Welt, von Finnland bis Chile und von Südafrika bis Kolumbien. Ich freue mich sehr auf einen spannenden Abend und viele nette Menschen!

So, das war heute der Werbeblock in eigener Sache von mum02, die seit vergangenen Donnerstag Mutter eines Schulkindes ist. Davon mehr in Kürze!

 

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Urlaubseindrücke: Mit Kindern unterwegs in Finnland

Nachdem wir gerade zwei Wochen auf Familienurlaub in Finnland waren, will ich heute ein paar meiner Eindrücke mit euch teilen. Wer mein Buch „Zwischen Karriere und Krabbelgruppe“ gelesen hat, ist bereits im ersten Kapitel meiner finnischen Freundin Petra und ihrer Familie begegnet. Sie haben wir diesen Sommer wieder besucht und ihre großartige Gastfreundschaft genossen! Mutterschaftspakete, Kindertagesstätten von 7 bis 17 Uhr und im Bedarfsfall sogar 24 h am Tag – Finnland hat einiges zu bieten für beruftstätige Eltern und ihre Kinder. Im Urlaub musste ich allerdings feststellen, dass die Kinderfreundlichkeit im Alltag auch in Finnland ihre Grenzen kennt.

Überall zu finden: Lakritze liegen die Finnen, ob süß oder salzig!

Überall zu finden: Lakritze lieben die Finnen, ob süß oder salzig!

Im Restaurant gab es nicht immer Kindergerichte, und wenn doch, war dies am Preis nicht zu spüren. Für einen Kinderteller Nudeln mit Tomatensoße bezahlten wir in einem wirklich einfachen Lokal 11,90 Euro. Überhaupt, die Preise: Ein Stück Kuchen kostet 6 bis 8 Euro, ein Hefeteilchen 3 bis 4 Euro, eine Pizza Margarita circa 15 Euro. Obwohl es unser Budget gesprengt hat, waren wir ab und zu essen. In keinem der Lokale schenkte man den Kindern besondere Aufmerksamkeit*, es gab zum Beispiel nie Malstifte oder gar einen Lolli zum Nachtisch. Letzteres mag daran liegen, dass finnische Kinder im Allgemeinen nur samstags Süßigkeiten essen sollen. Auch habe ich es unterwegs so gut wie nie erlebt, dass die Kinder angelächelt wurden – das hängt sicher mit der meist sehr zurückhaltenden Art der Finnen zusammen. Apropos ausgehen und Restaurants: In Finnland bestellt man grundsätzlich am Tresen und bezahlt auch sofort. Man bekommt dafür ein Nummernschild, das man auf seinen Tisch stellt, bis die Bestellung eintrifft. Bis wir das Konzept kapiert hatten, saßen wir zwei Mal in einer Gartenwirtschaft und dachten „Wieso beachtet uns denn niemand?“. Dann ging uns ein Licht auf…

Lesen konnten wir ja nichts, aber auf Nachfrage waren die Menschen hilfsbereit und sprachen meist auch sehr gut Englisch. Ein bißchen finnisch haben wir unterwegs auch gelernt – das ist schon toll, wenn man zu Gast in einer finnischen Familie sein darf.

Mämmi, eine finnische Dessert-Spezialität: Ein süßer Brei aus Malz und Zucker, mit Vanillesoße ganz lecker

Mämmi, eine finnische Dessert-Spezialität: Ein süßer Brei aus Malz und Zucker, mit Vanillesoße ganz lecker

*Nachtrag: an unserem letzten Abend in Helsinki landeten wir in der Obhut äußerst lustiger und freundlicher Kellner, die auch mit den Kindern viele Späße machten und ihre angestaubten Deutschkenntnisse auspackten!

Im Mumin-Theater!

Im Mumin-Theater!

Freizeit

Es gibt gerade im Sommer jede Menge Attraktionen für Kinder, Freizeitparks wie das „Muminland“ in Naantali (überhaupt, die netten Mumins bevölkern das ganze Land). Allerdings haben die Parks ihren Preis – pro Person zahlten wir für einen Tag im Muminland 25 Euro, in einem Park für etwas größere Kinder zahlen alle über 120 cm Körpergröße sogar 37 Euro Eintritt. Und die Attraktionen im Park sind zum Großteil nicht inklusive, sondern kosten extra. Die Mumins haben wir dennoch absolut ins Herz geschlossen und lesen derzeit das Buch „Geschichten aus dem Mumintal“. Und in Lahti fanden wir dank unserer Freunde einen wunderbaren Park mit Ritterburg, Spielplätzen und Verkehrsübungsplatz inklusive Fahrzeugen für die Kleinen – Eintritt frei (dafür fahren gerade kinderreiche Familien wohl extra aus Helsinki die 100 km nach Lahti).

Schule

Lustig fanden die Finnen, dass wir Deutschen soviel Geld für einen Schulranzen ausgeben! In Finnland kauft man den Kindern einen Rucksack im unteren zweistelligen Euro-Bereich. Dementsprechend wenig Aufhebens machen die Finnen auch um den Schulranzen. Petras Sohn wird am 12. August eingeschult und als wir Ende Juli zu Besuch kamen, hatten sie noch keinen Ranzen für ihn. Ich war ganz beeindruckt ob ihrer Coolness dieses wichtigen Themas gegenüber 🙂 (in Deutschland werden die zukünftigen Erstklässler ja ungefähr ab Ostern gefragt: „Hast du schon einen Schulranzen?“). Die Einschulung selbst ist kein Fest in Finnland, die Kinder gehen am ersten Montag nach den Sommerferien einfach allein in die Schule.

Übrigens habe ich später in Helsinki dann doch einige Lego-Rucksäcke entdeckt, die optisch in Richtung Schulranzen gingen und für stolze 79 Euro zu haben waren. Für Scout-Kunden aus Deutschland natürlich immer noch ein Schnäppchen! Was die Kinderbetreuung für Schulkinder angeht, gibt es auch in Finnland wohl Engpässe. Petra erzählte mir, einige Kinder bekämen keinen Platz und wären – wenn die Eltern beide berufstätig sind – schon ab der ersten Klasse am Nachmittag allein zu Hause. Denn der Unterricht endet in den ersten Klassen häufig um 11 oder 12 Uhr.

Unsere Kinder haben die Zeit mit ihren finnischen Freunden sehr genossen

Unsere Kinder haben die Zeit mit ihren finnischen Freunden sehr genossen

 

Die Finnen sind ja ein sehr naturverbundenes Volk, daher möchte ich euch meine Vogelstimmen-Erlebnisse nicht vorenthalten. An ungemütlichen Orten wie riesigen Tiefgaragen (das Zentrum Helsinkis ist quasi unterhöhlt) oder Flughafentoiletten beschallen sie die Besucher mit sanftem Vogelgezwitscher aus finnischen Wäldern. Nette Idee, oder?

P.S. Sehr angenehmer Nebeneffekt der fremden finnischen Sprache: Am Strand riefen nur meine Kinder „Mama“, alle anderen schrien „Äiti“.

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12.07.2013: Lesung beim VBM in Stuttgart

Zwischen Krabbelgruppe und Karriere: 20 berufstätige Mütter aus aller Welt

Zwischen Krabbelgruppe und Karriere: 20 berufstätige Mütter aus aller Welt

Bevor auch in Baden-Württemberg bald die Sommerferien und damit die Reisezeit beginnt, lade ich euch herzlich ein zu einer Weltreise der besonderen Art: Am Freitagabend, 12.7.2013 stelle ich ab 20 Uhr im Plenum in Stuttgart mein Buch „Zwischen Karriere und Krabbelgruppe – 20 berufstätige Mütter aus aller Welt erzählen, wie sie Familie und Job unter einen Hut bekommen“ vor. Dazu lädt der Verband berufstätiger Mütter e.V. (kurz „VBM“) ein – übrigens eine wichtige Interessenvertretung und ein Netzwerk sehr sympathischer, kompetenter Frauen. Eingeladen ist jede und jeder, der Lust auf dieses Thema hat, es ist eine offene Veranstaltung und bestimmt wird es eine sehr nette Runde. Im Restaurant Plenum (direkt beim Stuttgarter Landtag) gibt es übrigens auch sehr leckeres Essen, schon das lohnt einen Besuch 😉

Vor allem aber die angekündigte Weltreise: An diesem Abend möchte ich die Zuhörerinnen und Zuhörer mitnehmen durch Europa, Süd- und Nordamerika bis nach Asien, Australien und Afrika. Anhand spannender, sehr persönlicher und unglaublich aufschlußreicher Geschichten von echten Müttern. Und damit jetzt keiner sagt „lesen kann ich selbst“ oder „ich kenne das Buch doch schon“: Natürlich lese ich nicht nur vor. Ich möchte vor allem Geschichten erzählen, die Hintergründe und Entstehungsgeschichte des Buches verraten und Bilder der Frauen zeigen. Das alles findet ihr nicht im Buch, also kommt vorbei! Ich würde mich sehr freuen.

Hier findet ihr die Ankündigung auf der Webseite des VBM:

http://www.vbm-online.de/regionalstellen/stuttgart/termine/details/1897-StuttgartJuli13.html

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Sommerferien: Eine organisatorische Herausforderung für berufstätige Eltern

Komme gerade von einem Lunchdate mit einer anderen working mum. Sprachen über die nahenden Sommerferien (ihre Tochter geht in die Grundschule, der Sohn wird nach den Ferien eingeschult). Als in Vollzeit arbeitende Mama hat sie diese bereits generalstabsmäßig geplant:

Woche 1 und 2: Sind die Kinder beim Kinderferienprogramm eines Umweltbildungszentrums angemeldet, zum Ganztagesprogramm bis max. 17 Uhr. Die Kids freuen sich darauf wie verrückt, die Eltern kostet der Spaß pro Kind und Woche 120 Euro.

Ferien - schön, wenn man sie genießen kann!

Ferien – schön, wenn man sie genießen kann!

Woche 3 und 4: Familienurlaub – mit dem Auto nach Berlin zu den Großeltern, von dort mit dem Flieger in den zweiwöchigen Urlaub.

Woche 5: Die Eltern fahren ins Schwabenland zurück und arbeiten, die Kinder bleiben noch eine Woche bei den Großeltern in Berlin.

Woche 6: Die Kinderübergabe erfolgt irgendwo zwischen Reutlingen und Berlin (so fahren Großeltern und Eltern die halbe Strecke und treffen sich in der Mitte). Den Rest der Woche verbringen die Kinder wieder beim Kinderferienprogramm (siehe Woche 1).

„Puh, und dann sind diese sechs Wochen wieder überstanden“, so meine Freundin. „Obwohl, ich nehme dann noch eine Woche Urlaub für die Einschulung meines Sohnes, die ist erst donnerstags und in der Woche gibt es kein Ferienprogramm mehr und noch keine Betreuung an der Schule.“

Ein kleiner Trost: US-amerikanische Eltern haben es womöglich noch schwerer mit der Weiterlesen

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Nachlese Aktionstag „Lokale Bündnisse für Familie“

Im Kongresszentrum der SHG-Kliniken: Lesung aus "Zwischen Karriere und Krabbelgruppe"

Im Kongresszentrum der SHG-Kliniken: Lesung aus „Zwischen Karriere und Krabbelgruppe“

Wir Wandels sind zurück aus dem Saarland. Ich spreche wohl nicht nur für mich, wenn ich sage: glücklich und beeindruckt. Neben dem Aktionstag Familie und Beruf sorgte dafür zwar nicht das Wetter, aber auf jeden Fall die Gastfreundschaft der Saarländer, das Unesco-Weltkulturerbe Völklinger Hütte und die Europäische Kinder- und Jugendbuchmesse in Saarbrücken.

24.05.2013 Freitagnachmittag parkten wir unser Auto neben der Klinik am Kinderhaus Sterntaler, einer Tagesbetreuungseinrichtung für die Mitarbeiterkinder der SHG-Kliniken Völklingen. Nur so am Rande: Wenn ich je ins Krankenhaus müsste, würde ich mir eine solche Einrichtung in der Nähe wünschen – auch wenn der Krankenhausduft nicht ganz fehlt, wirkte die Anlage modern, freundlich und „heimelig“ im positiven Sinne.

Aber zurück zur Villa Sterntaler: Unsere Kinder hatten sich vage auf ein Hotel gefreut und waren nun schwer beeindruckt, mitten in einem Kindergarten gelandet zu sein. Das „Kinderhaus Sterntaler“ ist im Erdgeschoss einer wunderschönen Villa untergebracht, deren zwei obere Stockwerke übers Wochenende unser zweites Zuhause wurden. Fürstlich fühlte sich das an 😉

Mit im Gepäck: Globus und Reisetasche

Mit im Gepäck: Globus und Reisetasche

Im hauseigenen Kongresszentrum fand um 18 Uhr die Lesung zu „Zwischen Karriere und Krabbelgruppe“ mit anschließender Gesprächsrunde statt. Unser „großer“ Sohn (6) entschloss sich spontan, die Ankündigung zu übernehmen. Weiterlesen

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Vorfreude: Aktionstag „Lokale Bündnisse für Familie“ im Saarland.

Die Ankündigung hat Globus in Völklingen gut sichtbar an der Rolltreppe platziert. Foto: Martina Koch

Die Ankündigung hat Globus in Völklingen gut sichtbar an der Rolltreppe platziert. Foto: Martina Koch

Die SHG-Kliniken in Völklingen haben mich für kommenden Freitag, 24. Mai 2013, zu einer Lesung mit anschließender Gesprächsrunde eingeladen. Der Abend findet statt im Rahmen des Aktionstages „Lokale Bündnisse für Familie“. Eben habe ich mir überlegt, aus welchen Kapiteln ich am besten Ausschnitte vorstelle. Ingela aus Schweden vielleicht – als tolles Beispiel für die gleichberechtigte Vereinbarung von Familie und Beruf. Simi aus Indien – weil sie in bester Bollywood-Manier aus ihrem turbulenten Mutter- und Unternehmerinnenleben erzählt. Oder Ayako, die japanische Primaballerina, die das Vorurteil „Ballerinas bekommen keine Babys“ erfolgreich ausgehebelt hat. Am liebsten würde ich von allen 20 Frauen erzählen, doch wer durch die Lesung auf den Geschmack kommt, kann ja anschließend  in Ruhe weiter um die Welt schmökern.

FAMILIENFREUNDLICH

Schon vorab bekam dieser Termin für mich einen ganz besonderen Charakter: Nicht nur ich als Autorin wurde eingeladen, die wunderbare Frau Koch fragte gleich nach: „Wollen Sie denn nicht auch Ihren Mann und Ihre Kinder mitbringen? Sie können gerne Weiterlesen

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Reisebericht: Ein wunderbarer Abend in Winterthur

Am Samstagabend war ich zu Gast im Künstlercafé „Augenblick“ in der Schweiz, meine erste Lesung außerhalb Deutschlands! Die Idee hatte meine indische Freundin, und sie hat diesen schönen Abend auch in Bildern festgehalten. (Wie ihr vielleicht erkennen könnt, war auch die „Lili-Baby“ Tasche erfolgreich im Einsatz.)

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Falls Ihr in der Nähe wohnt oder einen Besuch in Winterthur plant, kann ich dieses gemütliche „Kaffi“ in der Hohlandstrasse 1 wärmstens empfehlen: http://www.kaffee-augenblick.ch/index.php

Vor dem Eingang steht ein Brunnen, im Sommer kann man hier bestimmt schön draußen sitzen. Am Samstag waren die Temperaturen nicht so einladend (knapp über 0 Grad), dafür aber die Rosenbehälter, mit denen Silvia (die Cafébetreiberin und gute Seele des „Augenblicks“) den Treppenaufgang dekoriert hatte. Zur Lesung kamen einige ihrer „Stammgästinnen“ (ein herrliches Wort, das ich von ihr gelernt habe) aus Winterthur und auch Überraschungsgäste aus dem nahegelegenen Zürich.

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„Ich wünschte, ich hätte eine Frau“: Working mums in Indien

Als Sophie auf BerlinFreckles die erste Blogparade „Jede Mutter zählt“ ausrief, wusste ich gleich: Ich bin dabei. Dann entwickelte sich der März zum bislang arbeitsintensivsten Monat seit langem und ich muss mich sputen, noch einen Beitrag beizusteuern.

Zu Wort kommen darin meine Freundinnen Sanjita und Simi aus Mumbai, Indien. Was sie mir von ihrer Mutter und Großmutter erzählten, hat mich tief beeindruckt. Diese Frauen haben mit dafür gesorgt, dass die Schwestern zu so starken und unabhängigen Frauen wurden, die diese Stärke heute an ihre eigenen Kinder weitergeben. Simi und Sanjita sind Mitte beziehungsweise Ende 40, haben zusammen fünf Kinder und eine kleine Textilagentur, die sie gemeinsam mit ihrer Mutter betreiben.

Simi: Wie sagt meine Schwester immer? „Ich wünschte, ich hätte eine Frau!“ Es wäre so gut, eine Ehefrau zu haben, die sich zu Hause um die Kinder kümmert, während wir schuften.

Sanjita: Eine “working mum” in Indien zu sein ist für die meisten Frauen harte Arbeit. Ihre Mütter haben so gut wie nie außer Haus gearbeitet, so dass es ihnen an Vorbildern mangelt. Meine Mutter war immer für uns und ihre vier Kinder da. Als wir klein waren, zauberte sie auf der Nähmaschine die schönsten Kleider für meine Schwester und mich. Dann waren da noch die sieben Schwestern meines Vaters, alle sehr geschickt in Handarbeiten wie Nähen, Sticken, Klöppeln. Seit ich zurückdenken kann, umgebe ich mich gern mit schönen Stoffen.

Sanjita: Unsere Mutter ist eine der nettesten Mütter, die du dir vorstellen kannst. Sie wuchs auf in T-Shirts und kurzen Hosen – absolut ungewöhnlich für Indien, damals Anfang der 1940er Jahre wie heute. Sie und ihre Schwester waren die einzigen Mädchen in ihrer Schule. Mein Großvater war ein ganz besonderer Mann, sanftmütig und intellektuell. Er war Schulinspektor und verfasste außerdem zahlreiche Schulbücher. Mit meiner Großmutter hatte er acht Kinder, fünf davon gingen gleichzeitig aufs College. Ich meine, sie gingen alle acht aufs College, aber für fünf Kinder gleichzeitig zu bezahlen muss irrsinnig schwer gewesen sein. Meine Großmutter versetzte ihren Schmuck und verpfändete den erhofften Gewinn, den die Bücher ihres Mannes abwerfen würden. So stellte sie sicher, dass alle Kinder eine gute Ausbildung erhielten.

Simi: Für mich und meine Schwester ist es einfacher, Beruf und Familie zu vereinbaren, denn wir arbeiten selbständig. Ein Grund, weshalb wir Anfang der 1990er unsere Firma gegründet haben war es, auch meiner Mutter die Chance zu eröffnen, einer Tätigkeit nachzugehen. Sie hatte zwar das College absolviert –  in ihrer Generation noch unüblich –  war jedoch nie berufstätig, weil sie sich um uns vier Kinder kümmern musste. Meine Mutter war als Hausfrau so wild darauf zu arbeiten, dass sie sich laufend weiterbildete und nebenher Wirtschaftswissenschaften und Jura studierte. Auch für meine Schwester und mich war die eigene Firma der beste Weg, Beruf und Familie zu vereinbaren, ohne auf das eine oder andere zu verzichten. Heute sind wir drei gleichwertige Partner in unserer Einkaufsagentur.

Sanjita: Indien ist ein riesiges Land mit vielen Gesichtern – arm und reich, rückständig und aufgeschlossen. Dass meine Schwester und ich so eigenständig sind, verdanken wir in erster Linie unserem Elternhaus und dem Zusammenhalt in unserer Familie, der es uns erlaubt, unser Leben so zu leben wie wir das tun.

Simi: In unserem Job sind wir viel unterwegs. Als meine Kinder klein waren, ertrug ich es kaum, von ihnen getrennt zu sein. Ich bin wohl eine ziemliche Glucke…. Meine Art, die Kinder zu umsorgen, habe ich sicherlich von meiner eigenen Mutter übernommen. Sie ist der Dreh- und Angelpunkt in unserem Leben. Alle zehn Enkelkinder sagen „Mama“ zu ihr. Sie scheinen sie genauso zu lieben wie ihre richtige Mutter. Ich denke, Kinder stehen der Familie ihrer Mutter immer besonders nah. Bei uns ist die gute Seele, der Kompass in unserem Leben.

Ein schönes Schlusswort, das wohl überall auf der Welt Berechtigung hat. Hinzufügen möchte ich nur noch, dass ihr mehr von Simi und Sanjita nachlesen könnt in meinem Buch „Zwischen Karriere und Krabbelgruppe“. Dort liegt der Fokus eher auf dem Leben von Simi, doch die sagte mir bei unseren Gesprächen immer wieder: „Ich möchte die Geschichte meiner Mutter widmen, ihr verdanke ich, wer ich heute bin.“

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